Frage & Antwort

Frage & Antwort, Nr. 239 Wieso nimmt man schneller zu als ab?

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Klarer Fall von Hüftgold. Warum verschwinden die Kilos nicht so schnell, wie sie kommen?

(Foto: by-sassi / pixelio.de)

Wochenlang habe ich mich mit eiserner Disziplin an meinen Diät-Plan gehalten, damit ich im Sommerurlaub eine gute Figur mache. Nun sind die Ferien vorbei und es ist erschreckend, wie schnell die Pfunde wieder da sind. Warum dauert Zunehmen nicht genauso lange wie Abnehmen? (fragt Jaqueline S. aus Passau)

Es ist immer gut, wenn man etwas zuzusetzen hat. Das galt schon zu Großmutters Zeiten, und auch heute ist diese Lebensweisheit noch nicht überholt. Wer gering übergewichtig ist (Betonung nicht nur auf "übergewichtig", sondern auch auf "gering"), verkraftet Operationen zum Beispiel besser als untergewichtige Menschen. Kleine Reserven können gelegentlich durchaus von Vorteil sein.

Unserem Organismus ist das bekannt und er sorgt entsprechend vor - weniger für etwaige Operationen als vielmehr für existenzbedrohende Krisen: "Unser Körper ist darauf programmiert, Vorräte für Hungerzeiten anzulegen und diese auch zu verteidigen", sagt Silke Restemeyer von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. "Deswegen verlieren wir Pfunde nicht in Windeseile."

Was Blitzdiäten versprechen, ist folglich schlicht eine Mogelpackung. Wer sich extrem kalorienarm und einseitig ernährt, nimmt zwar zunächst ab, nach der Diät aber ganz schnell wieder zu. Nicht selten wiegt man dann mehr als noch vor Beginn der "Schlankheitskur".

Grund dafür können falsche Ernährungs- und Lebensgewohnheiten sein. Doch wie die Ökotrophologin erklärt, kommt noch ein weiterer Aspekt zum Tragen: "Bei einer stark energiereduzierten Diät", sagt Restemeyer, "sinkt der Energiebedarf des Körpers. Der Stoffwechsel schaltet sofort auf 'Sparflamme'. Und daraus folgt, dass er für eine ausgewogene Energiebilanz jetzt weniger Nahrung benötigt als vor der Diät."

Sobald man wieder normal isst oder gar einer Heißhungerattacke nachgibt, nutzt der Körper die Gelegenheit, um wieder Fettdepots anzulegen – und zwar schnellstmöglich.

Und noch etwas gilt es zu bedenken, wenn es um Speckröllchen und Polster geht: "Die ständige Verfügbarkeit von Essen verleitet zum ständigen Knabbern hochkalorischer Lebensmittel", sagt Restemeyer. "Auch energiereiche Getränke werden immer häufiger konsumiert." Gleichzeitig aber, so die Expertin, "kennzeichnen Bewegungsmangel und Bequemlichkeit zunehmend unseren Alltag." Klar, dass diese Kombination verhängnisvoll ist. Wird die Ernährung nicht den Gewohnheiten angepasst, ist das Kalorienkonto rasch überzogen. Wer viel Energie zu sich nimmt, muss eben auch viel verbrauchen.

Quelle: ntv.de

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