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Wegen der Steuer, nicht aus Liebe: Depardieu zieht nach Belgien

Der französische Filmstar Gérard Depardieu hat die Faxen dicke. In seiner Heimat muss er viel zu viele Steuern zahlen. Deswegen zieht er jetzt kurzerhand ins Nachbarland Belgien - auch wenn der Bürgermeister seines neuen Dorfes vorgibt, Depardieu gehe es um den "ländlichen Charakter".

Gérard Depardieu ist ein Sparfuchs.
Gérard Depardieu ist ein Sparfuchs.(Foto: dpa)

Offenbar um den hohen Steuern in seiner Heimat zu entgehen, zieht der französische Filmstar Gérard Depardieu ins Nachbarland Belgien. Depardieu habe sich ein Haus in dem Dorf Néchin nahe der Grenze zu Frankreich gekauft, sagt der Bürgermeister der Gemeinde Estaimpuis, Daniel Senesael, den Sendern RTBF und RTL. Néchin gehört zu Estaimpuis, in dem Dorf nahe der französischen Stadt Roubaix leben bereits einige wohlhabende Franzosen. "Er wollte einen Wohnsitz in Belgien finden, um der Besteuerung in Frankreich zu entgehen", sagte Senesael zu RTBF.

Dem Sender RTL sagte der Bürgermeister, Depardieu gefalle der "ländliche Charakter" der Gemeinde. "Auch wahr" seien aber steuerliche Motive. Der 63-jährige Depardieu ist einer der bestverdienenden Schauspieler Frankreichs, derzeit ist er im neuen "Asterix"-Film als Obelix zu sehen. Bereits Anfang November hatte es Presseberichte gegeben, wonach Depardieu, der vor den Präsidentschaftswahlen im Mai den konservativen Staatschef und späteren Wahlverlierer Nicolas Sarkozy unterstützt hatte, ein Haus in Belgien suche.

Laut Schätzungen leben tausende wohlhabende Franzosen in Belgien, weil sie dort weniger Steuern zahlen. Im September sorgte Bernard Arnault, Chef des weltgrößten Luxuskonzerns LVMH und reichster Mann Frankreichs, für Empörung, als bekannt wurde, dass er neben der französischen auch die belgische Staatsbürgerschaft erlangen will. Arnault, ein langjähriger Vertrauter Sarkozys, erklärte aber schnell, auch künftig seine Steuern in Frankreich zahlen zu wollen.

Auch die Nachricht von Depardieus neuem Wohnsitz sorgte am Montag in Frankreich für Aufregung. Der sozialistische Pariser Bürgermeister Bertrand Delanoë sagte dem Sender Canal+, es handle sich um eine "traurige" Neuigkeit. Der neue Präsident der konservativen Oppositionspartei UMP, Jean-François Copé, sagte auf Radio Classique, der Schritt sei "bedauerlich", mache aber auch die Notwendigkeit einer Steuerreform in Frankreich deutlich.

Quelle: n-tv.de

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