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Heinrich begrüßt Emine am Bahnhof. Emine kommt aus Bayern. Das sollte "Oma" sich mal merken.
Heinrich begrüßt Emine am Bahnhof. Emine kommt aus Bayern. Das sollte "Oma" sich mal merken.(Foto: RTL)

"Endlich wieder eine Frau auf dem Hof": Die Bauern schmieden Pläne

Von Thomas E. Schmitt

"Ich heiße Oma", stellt sich die Mutter des sensiblen Schweinewirts vor. Und allein für die Sätze, die dann folgen, hat "Bauer sucht Frau" einen Orden verdient. Doch auf den Höfen geht es nicht um bissige Schwiegermütter. Es geht um Pläne, Hoffnungen, Wünsche. Außer bei Peter - der muss erst einen Schock verarbeiten.

"Die schönsten Romane werden erlebt und nicht geschrieben", sagte Audrey Hepburn. Diese Erkenntnis ist umso bemerkenswerter, als die ewige Stil-Ikone "Bauer sucht Frau" gar nicht kannte. Die Begrüßung der türkischstämmigen Emine durch die Mutter des sensiblen Schweinewirts Heinrich in der achten Folge von "Bauer sucht Frau" hätte so kein Romanautor hinbekommen. "Ich heiße Oma", stellt sich die 80-Jährige der Frau vor.

Und dann hat "Oma" noch eine Frage. "Wo kommse denn richtig her?" Emine entgegnet: "Ich komme aus Bayern." Zack - das hat gesessen! "Oma" wankt, aber sie kann sich fangen. Dort könne man ja nicht so weit gucken wie hier, gibt sie schlagfertig zurück.

Hier, das ist am Niederrhein, wo Mütter "Oma" heißen, in jedem Zimmer Kreuze hängen und die Söhne noch im Alter von 51 Jahren im Kinderzimmer wohnen. "Dass meine Mutter auch sieht, dass ich mal jemand Nettes einlade, das finde ich einfach klasse", freut sich Heinrich, der überhaupt "total stolz" ist, dass er Emine eingeladen hat. Und darauf, dass er ihr das Bett selbst gemacht hat. Wie es mit den beiden weitergeht, ist noch nicht abzusehen. Klar ist, dass der Schweinewirt ein festes Ziel vor Augen hat. Schon jetzt freut er sich, dass "endlich mal wieder eine Frau auf dem Hof" sei, "wo man einfach mehr oder weniger die Zukunft drauf planen kann".

"Wie im Katalog, einfach perfekt"

Diese zwei haben sich gesucht und gefunden: Sandra ("wie im Katalog") und Clemens ("ich will ihr Herz erobern").
Diese zwei haben sich gesucht und gefunden: Sandra ("wie im Katalog") und Clemens ("ich will ihr Herz erobern").(Foto: RTL)

Auch am anderen Ende des schönen Nordrhein-Westfalen beginnt die Hofwoche, auch hier, im Münsterland beim kernigen Kartoffelbauern Clemens, werden Pläne geschmiedet. Vor der Ankunft von Sandra hat der 44-Jährige der Sächsin "ein paar Pralinen aufs Kopfkissen gelecht" und ein Foto von sich auf den Nachttisch gestellt.

Man merkt: Da hat einer viel vor. "Sandra ist 'ne total tolle Frau und ich will auch Sandras Herz erobern. Da will ich alles richtig machen." Auf dem Bahnsteig (nebenbei: ist schon mal jemandem aufgefallen, dass die Hofdamen nie mit dem Auto anreisen, sondern immer umweltfreundlich mit der Bahn?) begrüßt Clemens Sandra mit einem Lachen, das man, bei allem Respekt, als dreckig bezeichnen muss.

Vorläufig beeindruckt Clemens die Sandra jedoch nicht allein mit Humor, Blumen und Charakter, sondern vor allem mit seinem Anwesen. "Dieses Haus ist ja schon ein kleines Schloss", schwärmt sie. "Das hat mich umgehauen. ... Er ist ein Mann, der hat wirklich Geschmack. Das ist alles akkurat, das ist wie im Katalog - so wie ich mir das vorstelle, einfach perfekt!"

Clemens merkt, dass er hier punkten kann. Er hat allerdings auch keine "Oma", die seine Pläne zu durchkreuzen versucht. "Könntest du dir vorstellen, mein Herz zu erobern?", fragt er die Sächsin. "Ja", antwortet die, "ich bin schon dabei."

"Willst du noch länger hier sitzen?"

"Mir gefällt's hier eigentlich ganz gut", sagt Martin. Noch schöner wäre es vielleicht ohne Conny?
"Mir gefällt's hier eigentlich ganz gut", sagt Martin. Noch schöner wäre es vielleicht ohne Conny?(Foto: RTL)

Herzen werden bei Martin und Conny gewiss nicht erobert. "Radfahren ist nicht so mein Ding, seit ich Führerschein hab, fahre ich Auto", erzählt die Politesse aus der Pfalz nach einer gemeinsamen Tour mit dem treuen Milchbauern. "Aber es war mal eine ganz nette Abwechslung."

Mit anderen Worten: Mit Martin langweilt Conny sich zu Tode. Und sie versucht nicht, es zu verbergen. "Ja, willst du noch länger hier sitzen?", fragt sie Martin, als die beiden auf ihrer Radtour ein Päuschen einlegen und (gefühlt) stundenlang schweigend nebeneinander sitzen. Der bleibt locker: "Von mir aus gerne. Mir gefällt's hier eigentlich ganz gut."

"Ja", sagt Timo

"Probieren wir's", meint Denny (l.). Timo sagt: "Ja." Aber wird er wiederkommen?
"Probieren wir's", meint Denny (l.). Timo sagt: "Ja." Aber wird er wiederkommen?(Foto: RTL)

In der Lausitz geht die Hofwoche unterdessen zu Ende. Bei einem gemeinsamen Angelausflug gesteht der liebevolle Lausitzer Denny dem Altenpfleger Timo, dass er Probleme hat, seine Gefühle zu zeigen. "Ich weiß, dass ich manchmal ein bisschen forsch bin", sagt Denny. "Aber wir kriegen doch das hin, oder nicht?" - "Ja", sagt Timo. "Na siehste", sagt Denny. Dann gibt es ein Küsschen. "Ich bin richtig glücklich", sagt Timo. "Es kribbelt."

Von von nun an will Denny mehr Gefühle zeigen. Am letzten Abend veranstaltet er ein Überraschungspicknick im Heu. Es gibt Sekt. "Aber nur, wenn du die Flasche aufmachst", sagt Denny. "Ist ja Männersache", antwortet Timo. "Auf die Zukunft, oder?", sagt Denny. "Ja", sagt Timo. "Probieren wir's", sagt Denny.

Und dann fragt der Bauer seinen Gast, ob er sich vorstellen könnte, "herzuziehen irgendwann". Denn Denny hat sich "schon verknallt" und würde sich "unwahrscheinlich freuen", wenn Timo wiederkäme.

Kater, Fohlen, Hunde, Freundin

Das sieht jetzt möglicherweise romantischer aus als es ist: Für Nicoles Pläne braucht Peter Bedenkzeit.
Das sieht jetzt möglicherweise romantischer aus als es ist: Für Nicoles Pläne braucht Peter Bedenkzeit.(Foto: RTL)

Für den schüchternen Ackerbauern Peter und die Monteurin Nicole ist es der erste gemeinsame Arbeitstag. Peter will testen, ob Nicole sich die Finger schmutzig machen kann, und schickt sie unter einen kaputten Traktor. Für diese Übung zieht die Brandenburgerin sich um. "Ich mag, wenn Frauen sich körperbetont anziehen, mit enge Jeans", kommentiert der Saarländer. "Aber Nicole hat auch in der Latzhose gut ausgesehen."

Überhaupt ist Körperlichkeit das große Thema zwischen den beiden. Nur ungern zeigt Peter sich vor Nicole (und der Kamera) in Badehose. Doch die dramaturgische Logik des gemeinsamen Bades im Fluss erschließt sich, als Nicole vorschlägt, später mal gemeinsam abzunehmen. "Ne schöne Idee", findet Peter.

Seine Zukunftspläne erhalten indessen einen dramatischen Dämpfer, als Nicole ihm eröffnet, dass sie nur im Paket zu haben ist. Da ist ein Kater. Ein Fohlen. Eine Hündin. Mehr Hunde. Noch mehr Hunde. Das Pferd einer Freundin. Und die Freundin. Peter, ziemlich verdattert: "Wenn wir jetzt ein Paar werden, was käm' dann alles jetzt hierhin?" Tja, Peter, eigentlich alle. Die Freundin soll "mit in die Nähe" ziehen, sagt Nicole, damit die Pferde zusammenbleiben. Peter tut das einzig Richtige, er bittet sich Bedenkzeit aus. Dieser Bauer muss jetzt neue Pläne machen.

Quelle: n-tv.de

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