Unterhaltung

Dschungelcamp Tag 1: Die Eichel und der Backenzahn

Von Verena Maria Dittrich

Gunter nennt sich selbst "ein Arschloch", Menderes haut alle von den Socken und Puffpapst-Mutti Sophia mäkelt über Kampflesben. Das Dschungelcamp öffnet seine Pforten und sorgt in der Auftaktfolge für phänomenale Einblicke in die Psyche deutscher Halb-Prominenz.

"Ich esse keinen Penis!", sagt Playboy-Hase Jenny Elvers schockiert beim Anblick eines saftigen Ochsenpimmels, der sich genüsslich vor ihr auf dem Teller schlängelt. Was hat sie denn erwartet? Außerdem soll sie doch nur die Eichel verputzen! Ein Umstand, den sich Ex-Fußballhinterherrenner Thorsten Legat nicht zweimal erklären lässt. Der Sprücheklopfer verleibt sich den Schwanz so hastig ein, dass ihm glatt ein Stückchen Backenzahn aus seiner Kauleiste bricht.

Es ist wieder Dschungelcamp-Zeit, nach Weihnachten, die schönste Zeit des Jahres, Stunden, in denen eine ganze Nation ihren neuen und gefallenen "Stars" bei einer TV-Metamorphose zuschaut, die sich bestimmt mehr gewaschen hat, als Gunter Gabriel seine Unterhosen (Er hat nämlich nur eine dabei).

Weil man im vergangenen Jahr ja ein bisschen schlunzig bei der Kandidaten-Auswahl war, hat RTL sich für die Jubiläumsstaffel ein paar unglaubliche Upgrades einfallen lassen. Noch sind die zwölf Promis "freudig erregt, als würden sie zu einer Jungfrau ins Bett steigen" (Zitat: Country-Barde Gabriel). Aber da wissen sie ja auch noch nicht, dass sie schon bald in zwei Camps aufgeteilt werden und gegeneinander antreten müssen.

Was? Zwei Teams? "Oh my god!"

Das war Tag 1 im Dschungelcamp

Held der ersten Stunde: Menderes, der die erste Prüfung wuppt

Antichrist vorm Herrn: "Walter 2.0 "-Gabriel

Zitat des Tages: "Die Logik ist aus meinem Hirn." (Ortega)

Problembär: Ricky, der nachts mindestens "viermal" zur Toilette muss.

Aufreger des Tages: Jenny, die sich einfach keinen Penis in den Mund schieben möchte.

Zitat des Tages: "Tropische Wärme wärmt die Knochenstruktur auf." (Ortega)

"Wenn'de was erwartest im Leben, biste sowieso schon angeschissen," sagt Camp-Oldie Rolf Zacher und trifft mit dieser Einstellung den Nagel auf den Kopf, denn irgendwie scheint es, als glaubt ein kleiner Teil der Flitzpiepen-Prominenz, sie würde zu einem Kaffeekränzchen aufbrechen. Haartoupetträger Gunter pinkelt in aller Seelenruhe ins Meer, Bertolt Brecht-Fan Menderes erzählt von seiner "gespaltenen Persönlichkeit" und Puffpapst Bertis Betthupferl Sophia Wollersheim zeigt ihre potthässlichen Fingernägel.

Doch dann wird es ernst und die Dschungelcamper werden via Hubschrauber in die Walachei verfrachtet, wo sie - und auch das ist neu, prompt zum ersten Dschungelduell antanzen dürfen. An einer weiß gedeckten Tafel nehmen die zwölf Wald-Apostel ihr Abendmahl ein. Aufgeteilt in Team "Base Camp" und "Snake Rock", pfeifen sich die Stars hemmungslos Geschlechtsteile und sonstiges feines Food-Porn in ihre verwöhnten Mäuler.

"Dad Bod" und Hobby-Misanthrop Gunther tritt gegen Rolf Zacher an und findet, dass das Buschschweinsperma fast wie sein eigenes schmeckt, "Monchichi" Menderes knallt sich die Kuhpisse wie Limo hinter die Binde und "Naaatalie" knackt brav ihr Kakerlakenkompott. Nur "Jünger" Jürgen (Milski) weigert sich, etwas vom leckeren Kamelhirn zu probieren und auch Sophia, die im echten Leben "DJane auf der Julia Siegel-Fachhochschule" (Zietlow) studiert, hat keine Lust, "arme Tiere zu töten". So ist es letztlich das Team "Snake Rock", das das erste Dschungel-Duell gewinnt.

"Ich bin ein Wildpinkler"

Natürlich muss der Zuschauer sich erst daran gewöhnen, dass es künftig zwei Bettenlager gibt. Und so kommt man schon ein bisschen durcheinander bei der Frage: Wer gehört jetzt eigentlich zu welchem Team? Das ist aber unwichtig, denn die Dschungel-Bande wird in den kommenden Tagen ordentlich durchgeschüttelt und die wohlstandsverwahrlosten Kandidaten aus dem einen Team werden ins andere wechseln.

Es sei denn, sie geben schon vorher den Löffel ab, was, wenn man Grummel-Gunter zuhört, sich nur noch um wenige Stunden handeln kann. Nachdem er festgestellt hat, dass es im Dschungel aussieht, wie "im Teutoburger Wald bei Detmold", packt er erneut seinen Schniepel aus und pullert andächtig in die Wasserfall-Gemeinschaftsdusche. "Ich bin ein Wildpinkler", sagt der Polemiker, der nur eine Unterhose dabei hat, unter schlimmer Schnappatmung.

Tropische Wärme vs. Knochenstruktur

Am ersten Tag wirkt alles freilich etwas chaotisch. Komische Fragen geistern dem Zuschauer durch den Kopf: Hat die erfolgreiche "Hauptschulabsolventin" Helena Fürst jetzt die Whoopi Goldberg Gedächtnis-Frise und warum sieht Ex-Moderator Ricky Harris wie ein Praktikant eines "Predators" aus? Wird der Zahnschmerzen geplagte Ingwer-Liebhaber Zacher die Nacht überstehen und wann wird David Ortega der Ehrendoktor in Philosophie verliehen? "Die tropische Wärme wärmt die Knochenstruktur auf", stellt er "ortegisch" fest und Muffel-Gunter ergänzt: "Das Klima stehe ich nicht durch."

Wenn man, wie Intelligenzbolzen Ortega so kurz vor einer Auszeichnung steht, ist es natürlich nicht schön, wenn die Moderatoren ihn von der Seite an den Karren pissen. "Ich weiß nicht, worauf beide Moderatoren beruhn", fragt sich Dr. Ortega nachdenklich und empfindet für Sonja Zietlow "eine Art Enttäuschung", weil sie "keinen Respekt" gegenüber seiner Person zeigt.

Apropos Respekt: Den zeigt auch nicht "die freche Göre" Nathalie, die sich von Fransen-Rastafari Fürst nicht sagen lassen will, dass "ihr Schlüppa aus der Hose guckt". "Leg dich nicht mit mir an", mahnt die "Rächerin der Armen" und mutiert urplötzlich zur näselnden Kampfmaschine.

"Eine Tiefe, die ich erkenne"

"Ich finde, die Helena sieht aus wie ne Kampflesbe. Das ist ne normale Frau mit ner Scheißfrisur", moniert Hupen-Hupfdohle Wollersheim und ergänzt sehr selbstreflektiert. "Ne Frau, die sich sone Frisur macht, hat keine gesunde Einstellung zu sich selbst!" Als Wollersheim, wohl auch für diese Frotzeleien, zur Dschungelprüfung muss, die sie glatt gegen Menderes versemmelt, attestiert Dr. Ortega: "Ja, die Sophia hat eine Tiefe, die ich erkenne, eine sehr starke Tiefe, aber sie ist noch nicht drinne in der Tiefe!" Haben Sie das jetzt verstanden? Sehn'se! Deswegen wird Ihnen auch keine Ehrendoktorwürde in Philosophie verliehen!

Die dreistündige Auftaktshow verfliegt so schnell, wie die Sympathie für Walter 2.0 (Gunter). Man schämt sich deshalb auch nicht fremd, als er sich unterm Wasserfall hingebungsvoll durch die keimige Kimme fährt. "Ich bin ein Arschloch", so der Piss-Aspirant über sich selbst. Ansonsten kann man ruhigen Gewissens sagen, dass vor allem Menderes schon zu Beginn echte Teamqualitäten zeigt: "Ich hab richtig Bock auf den Jungen", schwärmt Legat kostverächtlich, als der Kämpfer sechs Sterne für sein Team einheimst. Gespannt sein darf man aber auch auf Mutti Brigidde, "Butch Kasalla" Legat und Mr. Milski, der derzeit noch schwer damit beschäftigt ist, die wertvollen Elektrolyte zusammenzuhalten. Ob die anderen die nächsten Tage durchhalten: Man darf gespannt sein!

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Quelle: n-tv.de

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