Montag, 24. August 2009
Arbeitsteilung bei Merkels: Einkaufszettel für ihren Mann
Wie bei Ihnen Bundeskanzlerin Angela Merkel schreibt freitags einen Einkaufszettel für ihren Mann Joachim Sauer - "und dann kauft er fürs Wochenende ein". Dafür koche und backe die 55-Jährige, wann immer sie dazu komme.
In einem Interview mit Alice Schwarzer für die neue "Emma"-Ausgabe sagte Merkel: "Gerade am Wochenende habe ich Johannisbeerkuchen gebacken!"
1993 hatte Merkel in einer Rezension für "Emma" "den Mann, der spült und das Klo putzt", gefordert. Herausgeberin Schwarzer fragte sie nun, wie es damit im Hause Merkel/Sauer stehe. "Wir haben eine Haushaltshilfe", antwortete Merkel. "Aber die macht nicht alles, und dann treffen wir Absprachen: Wer wann welche Waschmaschine anstellt, die Wäsche aufhängt. Oder wer wann was einkauft." Das Putzen ist Sache der Haushaltshilfe, wenn sie mal im Urlaub ist, wird das "redlich" geteilt.
Ich sage nicht: Du musst!
Wenn die Kanzlerin als Gastgeberin bei internationalen Konferenzen auftritt, findet sie es schön, wenn ihr Mann auch Co-Gastgeber für das Partnerprogramm ist. "Aber ich sage nicht: Du musst! Ich rege es an." Ihr Mann habe inzwischen durchaus Freude an solchen Terminen. "Entscheidend ist für ihn aber nach wie vor, dass er seinem eigenen Beruf als Wissenschaftler weitgehend uneingeschränkt nachgehen kann."
Auf ihre Frisur und ihren Kleidungsstil angesprochen, sagte Merkel: "Ich habe als Bundeskanzlerin eine Visagistin, die mir hilft. Doch ich pflege weiterhin einen sehr pragmatischen Stil: Die Frisur muss zwölf oder mehr Stunden halten, und ich kann mir auch nicht alle zwei Stunden die Nase pudern lassen. Der Zeitaufwand für diese Dinge muss sich in Grenzen halten." Für ihre Kleidung hat sie eine eigene Schneiderin. "Zu Hause trage ich am liebsten Jeans und einen Pullover oder eine Strickjacke."
Einfach mal durch die Stadt bummeln
An ihrer Arbeit macht ihr am meisten Spaß, dass sie vieles durchsetzen kann, weniger mag sie dagegen, "dass ich kaum mehr etwas unbeobachtet machen kann, zum Beispiel einfach mal durch die Stadt bummeln". Sie gehöre aber immerhin "zu den wenigen Regierungschefs, die noch selbst einkaufen gehen können".
dpa
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