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Elton John spricht auf der 19. Aids-Konferenz in Washington.
Elton John spricht auf der 19. Aids-Konferenz in Washington.(Foto: dpa)

"Ich müsste tot sein": Elton John zieht bittere Bilanz

"Ich dürfte heute eigentlich gar nicht mehr hier sein", sagt Elton John auf der Washingtoner Aids-Konferenz. Er meint sein ausschweifendes Leben mit Drogen, Alkohol und ungeschütztem Sex. Gleichzeitig fordert er, HIV-Infizierte nicht zu stigmatisieren.

Drogen, Alkohol und ungeschützter Sex hätten Elton John nach eigener Einschätzung fast das Leben gekostet. "Ich dürfte heute eigentlich gar nicht mehr hier sein. Ich müsste tot sein. Ich hätte HIV bekommen müssen und in den 90er Jahren daran sterben müssen", sagte der 65-jährige Musiker in Washington bei der Welt-Aids-Konferenz.

"Ich habe mich damals so geschämt. Aber während der dunkelsten Tage meines Lebens haben mir Menschen geholfen, die ich gar nicht kannte. Krankenschwestern und Ärzte zum Beispiel. Sie haben mein Leben gerettet." Der Brite John, der zusammen mit seinem Partner ein Kind großzieht, das eine Leihmutter zur Welt gebracht hat, setzt sich weltweit für den Kampf gegen Aids ein.

Im Kampf gegen die Immunschwächekrankheit hat Elton John sein eigenes Rezept: "Wir brauchen mehr als nur Geld. Wir brauchen mehr als nur Medizin. Wir brauchen Liebe", sagte der Popstar. Scham und Stigmatisierung von HIV-Infizierten würden "Menschen rund um die Welt töten". Manche Menschen würden Aids-Kranke ausgrenzen und sie für ihr Schicksal verantwortlich machen, beklagte John. "Was wir jetzt brauchen, ist mehr Liebe für die Lebenden."

Unter dem Motto "Gemeinsam das Blatt wenden" wollen 25.000 Forscher, Politiker, Aktivisten und Betroffene aus 190 Ländern in Washington bis Freitag über den Kampf gegen Aids beraten. Die Konferenz findet alle zwei Jahre statt. Rund 34 Millionen Menschen weltweit sind nach Angaben der UNO HIV-positiv, im vergangenen Jahr starben etwa 1,5 Millionen Menschen an Aids.

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Quelle: n-tv.de

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