Montag, 10. August 2009
Familieninsel vor Verkauf: Erbin will Skorpios versilbern
Das geschätzte Vermögen von Athina Roussel Onassis liegt bei sechs Milliarden Euro.
(Foto: REUTERS)
Die Enkelin des griechischen Großreeders Aristoteles Onassis, Athina, will Medien zufolge die Familieninsel Skorpios verkaufen. Das rund 80 Hektar große Eiland im Ionischen Meer sei für etwa 120 Millionen Euro im Angebot, hatten britische Zeitungen vor einigen Tagen berichtet. Angeblich habe Microsoft-Gründer Bill Gates Interesse an der Insel und sie im Juli bereits besucht.
Die Griechen dagegen, die die Milliarden-Besitztümer der Onassis-Dynastie als Nationaleigentum betrachten, sind von den Verkaufsplänen nicht begeistert: "Unsinn! Athena will und kann die Insel nicht verkaufen. Onassis hatte es in seinem Testament klar bestimmt. Die Insel kann nicht verkauft werden", empörte sich der Bürgermeister der Region, Theodoros Verykios, im staatlichen Rundfunk. Der Unterhalt der Insel kostet jährlich rund 1,5 Millionen Euro.
Wenig Bezug zu Griechenland
Seit 2005 ist Athina mit dem brasilianischen Springreiter Álvaro Alfonso de Miranda Neto verheiratet.
(Foto: picture-alliance/ dpa)
Ein enger Vertrauter der Familie Onassis erläuterte dagegen griechischen Zeitungen, die Insel könne "sehr wohl verkauft werden". Onassis habe in seinem Testament lediglich die Veräußerung einer kleinen Kapelle verboten, in der sich sein Grab und die Gräber seines Sohnes Alexandros und seiner Tochter Christina befinden. Der Großreeder war 1975 an einer Lungenentzündung gestorben. Sein Sohn kam 1973 bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Seine Tochter, die Mutter von Athena, war tablettensüchtig und starb 1988.
Das Vermögen von Athina, der Alleinerbin von Onassis, wird auf etwa sechs Milliarden Euro geschätzt. Bereits in den vergangenen Monaten hatte Athina einige Immobilien ihrer Familie in Griechenland sowie große Teile des Familienschmucks verkauft. Die 24-Jährige lebt in der Schweiz und in Brasilien. Sie ist nicht in Griechenland aufgewachsen und spricht auch kaum griechisch. Boulevardmedien des Landes befürchten, dass Athena sich demnächst völlig aus Griechenland zurückziehen könnte.
dpa
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