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"Liebe"-Regisseur Michael Haneke mit seinen Hauptdarstellern Emmanuelle Riva und Jean-Louis Trintignant (l-r).
"Liebe"-Regisseur Michael Haneke mit seinen Hauptdarstellern Emmanuelle Riva und Jean-Louis Trintignant (l-r).(Foto: dpa)

"Lincoln", "Liebe" und ein Hitler-Witz: Haneke für Oscars nominiert

Steven Spielbergs "Lincoln"geht mit zwölf Nominierungen als Favorit ins Oscar-Rennen. Doch die große Überraschung ist Michael Hanekes "Liebe". Das Drama ist nicht nur als bester Film nominiert, sondern in fünf Kategorien. Da kann sich Moderator Seth MacFarlane einen Hitler-Witz nicht verkneifen.

Daniel Day-Lewis könnte für seine Darstellung von "Lincoln" seinen dritten Oscar einheimsen.
Daniel Day-Lewis könnte für seine Darstellung von "Lincoln" seinen dritten Oscar einheimsen.(Foto: dpa)

Das ist ein Ausrufezeichen: Mit "Liebe" von Michael Haneke erhält ein nicht- englischsprachiger Film höchste Oscar-Weihen. Das Altersdrama mit den französischen Altstars Emmanuelle Riva und Jean-Louis Trintignant ist nicht nur als bester Film und als bester fremdsprachiger Film nominiert, Haneke kann sich zudem Hoffnungen auf die Regie- und Drehbuch-Trophäe machen. Riva ist außerdem als beste Schauspielerin nominiert - die älteste Nominierte in der Oscar-Geschichte.

Die Überraschung war jedenfalls so groß, dass der Moderator der Show, Seth MacFarlane, gleich einen Hitler-Vergleich anstellte: "'Liebe' ist eine deutsch-österreichische Koproduktion", sagte der Schöpfer der Fernsehserie "Family Guy" und fügte an: "Die letzte war Hitler, aber die hier ist viel besser."

"Ich freue mich außerordentlich", ließ derweil Haneke über den österreichischen Filmproduzenten Veit Heiduschka ausrichten. "Jede Anerkennung bedeutet auch, dass meine Arbeit in Ordnung gewesen ist", so der in München geborene Österreicher. "Erst das Feedback über Kritik, Zuschauer und Auszeichnungen zeigt, was man getan hat", sagte der 70-Jährige.

Neun Nominierungen für besten Film

Großer Favorit der 85. Verleihung der Academy Awards ist allerdings "Lincoln" von Steven Spielberg, der am 24. Januar in den deutschen Kinos startet. Zwölf Nominierungen heimst der Bürgerkriegs-Film ein, darunter für Regisseur Spielberg und Hauptdarsteller Daniel Day-Lewis. Aber auch die Nebendarsteller Tommy Lee Jones und Sally Field sind unter den Nominierten. Elfmal ist der 3D-Film "Life of Pi" von Ang Lee nominiert.

Mit elf Nominierungen geht "Life of Pi" ins Oscar-Rennen.
Mit elf Nominierungen geht "Life of Pi" ins Oscar-Rennen.(Foto: 2012 Twentieth Century Fox)

Der Oscar für den besten Film wird unter insgesamt neun Streifen ausgemacht. Neben  "Lincoln" und "Liebe" geht etwa "Argo" von Ben Affleck ins Rennen, in dem US-amerikanische Agenten versuchen, Botschaftsmitarbeiter aus dem Iran zu schmuggeln. Außerdem nominiert sind der neue Film von Quentin Tarantino, "Django Unchained", das Historienmusical "Les Miserables" von Tom Hooper und die Literaturverfilmung "Life of Pi" von Ang Lee.

Hinzu kommt die Tragikomödie "Silver Linings" von David O. Russell, "Zero Dark Thirty" von Kathryn Bigelow, in der es um die Jagd nach Osama bin Laden geht, und "Beasts of the Southern Wild", das Regiedebüt von Benh Zeitlin. Dieser ist auch für den Regie-Oscar nominiert, genau wie Spielberg und Haneke. Ins Rennen gehen aber auch David O. Russell und Ang Lee.

Kampf der Schwergewichte

Neben Day-Lewis können sind auch Hugh Jackman ("Les Miserables"), Denzel Washington ("Flight"), Joaquin Phoenix ("The Master") und Bradley Cooper ("Silver Linings Playbook") als beste Hauptdarsteller nominiert.

Bei den Hauptdarstellerinnen gehen Jessica Chastain ("Zero Dark Thirty"), Jennifer Lawrence ("Silver Linings Playbook"), Quvenzhane Wallis ("Beasts of the Southern Wild"), Naomi Watts ("The Impossible") und Emmanuelle Riva ("Amour") ins Rennen.

Spannend dürfte auch die Vergabe der Nebenrollen-Oscars werden. Bei den Männern sind ausschließlich erfahrene Schauspieler-Schwergewichte nominiert: Robert De Niro, Philip Seymour Hoffman, Tommy Lee Jones, Alan Arkin und Christoph Waltz. Bei den Frauen sieht es nicht viel anders aus, hier können sich bekannte Mimen wie Sally Field, Amy Adams, Anne Hathaway, Helen Hunt und Jacki Weaver Hoffnungen auf den Academy Award machen.

Eine NDR-Koproduktion über den Innengeheimdienst Israels ist unterdessen für den Oscar für die beste Dokumentation nominiert. In der Dokumentation "Töte zuerst - Der israelische Geheimdienst" ("The Gatekeepers") kommen nach Angaben des NDR alle sechs noch lebenden ehemaligen Chefs des Geheimdienstes Schin Bet zu Wort und berichten unter anderem von gezielten Tötungen von Palästinenserführern und Bombenabwürfen auf Gaza. Die Doku ist eine Koproduktion mit dem israelischen Fernsehen IBA und Arte France.

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Quelle: n-tv.de

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