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Für ein Magazin hat Schauspieler James Franco als Heterosexueller sein homosexuelles Ich interviewt.
Für ein Magazin hat Schauspieler James Franco als Heterosexueller sein homosexuelles Ich interviewt.(Foto: Twitter/thefashionisto)

Homosexualität als Schutzschild: James Franco findet "schwul" ganz cool

Schauspieler James Franco spricht über wenige Dinge so gern wie über James Franco. Kaum verwunderlich also, dass er sich nun auch mit James Franco unterhält. Für ein Magazin debattieren sein hetero- und sein homosexuelles Ich ihre sexuelle Identität.

James Franco liebt es, die Medien mit seiner Sexualität zu verwirren. Für das US-amerikanische Kultur-Magazin "Four Two Nine" hat sich der Schauspieler nun selbst interviewt. Dabei spricht der heterosexuelle James mit seinem homosexuellen Alter Ego.

Vor der Kamera küsst James Franco immer wieder Männer - zuletzt im Berlinale-Streifen "I Am Michael".
Vor der Kamera küsst James Franco immer wieder Männer - zuletzt im Berlinale-Streifen "I Am Michael".(Foto: Instagram/jamesfrancotv)

Franco stellt sich selbst die Frage "Bist du jetzt schwul oder nicht?" Seine Antwort: Er denke von sich selbst, dass er schwul in seiner Kunst und hetero in seinem Leben sei. Im selben Atemzug revidiert er jedoch das Gesagte: "Obwohl ich natürlich auch in meinem Leben schwul bin - außer, wenn es um Sex an sich geht."

Für ihn sei "schwul sein" nur eine Frage der Definition. Im Laufe des Selbstgesprächs kommt er auch auf sein Instagram-Profil zu sprechen, das für viel Gesprächsstoff und Verwirrung sorgt. "Möchtest du, dass die Leute denken, dass du schwul bist?", so der Hetero-James. "Wäre es nicht besser, wenn die Leute denken würden, dass du hetero bist?"

"Das ist einfach großartig"

Seine schwule Künstlerseite mag es jedoch, dass die Leute nicht wissen, in welche Kategorie er einzuordnen ist, das sei wie eine Art Schutzschild. "Sie wissen nicht, was mit mir los ist, und das ist einfach großartig." Das verwirrende Interview beendet er selbstironisch mit einem Spiegelbild-Kuss.

Franco ist ein Selbstdarsteller. Sein fiktiver Dialog dreht sich nur um die eigene Person. Dabei ist es tatsächlich ein spannender Ansatz, die zwingende Koppelung von Homosexualität und Geschlechtsverkehr zu hinterfragen oder darauf hinzuweisen, dass das Attribut "schwul" häufig allein aufgrund vermeintlich mangelnder Maskulinität verliehen wird. Doch darüber in einem pseudointellektuellen Selbstgespräch zu sinnieren, wird der Sache nicht gerecht.

Quelle: n-tv.de

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