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Auch Heidi Klum hatte beruflich mit Harvey Weinstein zu tun.
Auch Heidi Klum hatte beruflich mit Harvey Weinstein zu tun.(Foto: imago/ZUMA Press)
Freitag, 13. Oktober 2017

McGowan darf wieder twittern: Jetzt spricht Klum zum Weinstein-Skandal

Die Missbrauchsaffäre um Filmmogul Harvey Weinstein zieht immer weitere Kreise in Hollywood. Und nicht nur dort. Nun äußert sich auch Heidi Klum zu dem Skandal. Schauspielerin Rose McGowan legt unterdessen mit Vorwürfen nach, nachdem sie wieder twittern darf.

Rund eine Woche ist vergangen, seit die Missbrauchsvorwürfe gegen Filmproduzent Harvey Weinstein öffentlich wurden. Doch Hollywood kommt weiter nicht zur Ruhe. Im Gegenteil. Immer mehr Schauspielerinnen und Schauspieler melden sich zu Wort, sei es, um sich von Weinstein zu distanzieren oder um von eigenen erniedrigenden Erfahrungen zu berichten.

Wusste Klum, wen sie da küsst?
Wusste Klum, wen sie da küsst?(Foto: imago stock&people)

Aber nicht nur die Filmbranche ist in Aufruhr. Der Skandal erschüttert auch darüber hinaus weite Teile der Gesellschaft. Nun ergreift auch Heidi Klum das Wort. Im Gespräch mit dem US-Magazin "People" spricht sie den Opfern Weinsteins ihr Mitgefühl und ihre Bewunderung dafür aus, dass sie nicht länger schweigen. Zugleich macht das deutsche Model deutlich, dass das Problem bei weitem nicht auf Hollywood beschränkt sei.

"Wir wären naiv"

"Ich wünschte, ich könnte sagen, dass die schrecklichen Geschichten, die ich über Harvey Weinstein gelesen habe, eine Seltenheit in unserer Gesellschaft sind, aber das ist schlichtweg nicht der Fall", so Klum. "Wir wären naiv, würden wir glauben, dass dieses Verhalten nur in Hollywood vorkommt."

Klum scheint zu wissen, wovon sie spricht. "Das ist ein Beispiel für das tiefergreifende Problem falsch behandelter Frauen rund um den Globus. Ich denke, es ist schwer, auch nur eine Frau zu finden - mich eingeschlossen - die nicht schon die Erfahrung machen musste, sich von einem Mann eingeschüchtert oder bedroht gefühlt zu haben, der seine Macht, Position oder Körperstatur missbraucht hat", erklärt die 44-Jährige.

Weinstein produzierte "Project Runway"

Den Opfern, die den Schritt in die Öffentlichkeit wagten, spricht Klum ihren Respekt aus: "Ich bewundere diese tapferen Frauen, die ihre Geschichten teilen. Denn ein Wandel kann erst kommen, wenn ein Dialog stattfindet und Menschen zur Verantwortung gezogen werden."

Klum erhebt gegen Weinstein keine persönlichen Vorwürfe. Pikant ist allerdings, dass die von Klum im US-Fernsehen moderierte Castingshow "Project Runway" bis vor Kurzem noch von Weinsteins Studio mitproduziert wurde. Es gibt diverse Fotos, auf denen Klum und Weinstein Arm in Arm gemeinsam in die Kamera lächeln.

McGowan spricht von Vergewaltigung

Heftige Vorwürfe erhebt dagegen sehr wohl die aus der Serie "Charmed - Zauberhafte Hexen" bekannte Schauspielerin Rose McGowan gegen den Produzenten. Nachdem ihr Twitter-Zugang vorübergehend eingeschränkt worden war, wurde ihr Account inzwischen wieder komplett freigegeben. Das Unternehmen erklärte mittlerweile öffentlich, weshalb es zu der Maßnahme gegriffen hatte. McGowan habe eine private Telefonnummer über Twitter veröffentlicht. Dies sei ein Verstoß gegen die Richtlinien der Plattform. McGowan und viele andere Twitter-Nutzer hatten dagegen gemutmaßt, die Schauspielerin solle mundtot gemacht werden.

Die 44-Jährige nutzte ihre wiedergewonnene Freiheit bei Twitter für eine Nachricht in Richtung von Amazon-Chef Jeff Bezos. "Ich habe ihrem Studioleiter gesagt, dass HW (Harvey Weinstein) mich vergewaltigt hat. Immer und immer wieder habe ich es gesagt. Er sagte mir, es sei nicht bewiesen. Ich sagte, ich sei der Beweis." Unterdessen wurden gegen den Amazon-Studioleiter Roy Price selbst Belästigungsvorwürfe laut. Der Konzern hat ihn deshalb suspendiert.

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Quelle: n-tv.de

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