Unterhaltung
Jim Rakete war schon als Kind fasziniert von der "Box, mit der man die Zeit anhalten kann".
Jim Rakete war schon als Kind fasziniert von der "Box, mit der man die Zeit anhalten kann".(Foto: imago/Lichtgut)

Deutscher Starfotograf Nummer 1: Jim Rakete düst ins Rentenalter

Rakete - das klingt wie ein Künstlername, aber nur aus Günther wurde Jim, der ungewöhnliche Familienname stimmt. Seine Schwarz-Weiß-Fotos Prominenter sind legendär. Zuerst widmete er sich Musik-Größen, managte Stars wie Nina Hagen und Nena.

"Ich brauche meine Leica und sonst nichts": So hat Jim Rakete, Deutschlands Starfotograf Nummer 1, seine Arbeit einmal beschrieben. Am 1. Januar 2016 wird der Berliner Künstler 65 Jahre alt - und ist immer noch ein leidenschaftlicher Anhänger der analogen Fotografie.

Seine dichten, meist schwarz-weißen Porträts von Prominenten sind längst Legende, von Samuel Beckett bis Helmut Schmidt, von David Bowie bis Natalie Portman. Er habe einfach nur herausragende Menschen fotografiert, sagte er einmal. "Dass sie später bekannt wurden, okay, das war ein Glücksfall."

Sein eigentlicher Vorname ist Günther. Den ungewöhnlichen Familiennamen verdankt er seinen hugenottischen Vorfahren Raquette, die ein deutscher Standesbeamter einst vereinfacht als Rakete ins Stammbuch eintrug. Schon als Kind interessierte sich Jim/Günther für Fotografie und Musik; bereits mit vier Jahren bekam er seine erste Kamera, noch während der Schulzeit arbeitete er professionell für Zeitungen, Magazine und Agenturen.

Seit 1986 Konzentration auf Fotografie

In seinem Kreativlabor "Fabrik" in Berlin-Kreuzberg, das er von 1977 bis 1987 führte, fotografierte Rakete anfangs vor allem die Größen der Musikszene, oft Cover von Neue-Deutsche-Welle-Musikern. Zugleich war er als Manager für Stars wie Nina Hagen, Nena und Spliff aktiv. Ab dem Jahr 1986 konzentrierte Rakete sich dann ganz auf die Fotografie. Nach Stationen in Hamburg und Los Angeles kehrte er 2001 nach Berlin zurück.

Zu den großen Projekten des Künstlers gehörte die Ausstellung "Stand der Dinge" (2011) mit hundert Porträts von Kinostars für das Deutsche Filmmuseum in Frankfurt. Auch die Mitglieder der Berliner Philharmoniker und des Wiener Burgtheaters zeigte er als Serie. Daneben engagiert sich Jim Rakete immer wieder auch für soziale Anliegen wie ein SOS-Kinderdorf in Maputo, Straßenkinder in Berlin oder Jugendliche in Not.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen