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Kesici 2013 auf einer Filmpremiere.
Kesici 2013 auf einer Filmpremiere.(Foto: picture alliance / dpa)

Umstrittener Facebook-Eintrag: Kesici von Radiosender beurlaubt

Ein Facebook-Post hat den früheren Casting-Show-Gewinner und jetzigen Radio-Moderator Martin Kesici offenbar den Job gekostet. Kesici hatte sich missverständlich zu der gewalttätigen Hooligan-Demo gegen Salafisten geäußert.

Seit 2011 moderierte Martin Kesici beim Berliner Radio Sender Star FM den "T-Bone's Breakfast Club". Nun ist er jedoch beurlaubt. Der Grund ist der "Bild"-Zeitung zufolge ein Kesici-Post auf dessen Facebook-Seite.

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Dort hatte der "Star Search"-Gewinner von 2003 geschrieben: "Endlich gehen die Deutschen gegen die Salafisten auf die Straße. Wurde auch Zeit." Damit bezog er sich auf die Hooligan-Demo vom Wochenende in Köln. Im Zentrum von Köln hatte es bei einer Demonstration von rund 4800 Hooligans, Neonazis und Rechtsextremisten gegen radikale Islamisten Straßenschlachten mit der Polizei gegeben. Dabei wurden 49 Beamte verletzt.

Kurz danach brach ein wahrer Shitstorm gegen den 41-Jährigen los. Zunächst wehrte sich der Sohn eines Türken und einer Deutschen gegen die Kommentare und versuchte seinen Post zu rechtfertigen. So schrieb er unter anderem: "Wenn wir nicht gegen sowas auf die Straße gehen, wo soll das hinführen? Langsam reicht es, wir dürfen uns nicht alles gefallen lassen von solch radikalem Gesocks." Auf den Vorwurf, er unterstütze Rechtsradikale, entgegnete er: "Das waren doch nicht Nazis auf der Demo ... Bei den Hools sind auch Türken, Schwarze, Kurden etc. mitgelaufen. Ich supporte das sehr gern." Doch nachdem der Shitstorm immer größer wurde,  löschte er schließlich den Beitrag.

Versuche der Entschuldigung

Mittlerweile ist auf seiner Seite zu lesen: "Hallo an alle. Ich möchte hier etwas richtigstellen: Ich distanziere mich natürlich von jeder Form von Gewalt. Egal, von welcher Seite sie ausgeht. Ich unterstütze weder Nazis/Rechte noch andere Extreme Gruppierungen. Ich habe meinen missverständlichen Post gelöscht, weil ich nicht möchte, dass es heißt, ich sympathisiere mit Nazis/Radikalen Linken oder anderen Radikalen Gruppen. Ich bin für Toleranz, für offenen Dialog und für den gesellschaftlichen Einsatz gegen alle Gruppen, die durch radikale Mittel ihre Meinung durchsetzen wollen. Sorry an alle Fans, die sich auf den Schlips getreten fühlen. Ich muss an dieser Stelle leider auch den Hinweis setzen, dass ich weitere Beleidigungen und Diffamierungen von meinem Anwalt prüfen lassen muss, da ich wie oben beschrieben, nicht in eine radikale Ecke gedrängt werden möchte. Metal is the law!"

Trotz seines Einlenkens hat ihn der Sender am Dienstag zunächst von seinem Job freigestellt. Auf der Seite des Senders ist zu lesen: "Im Zusammenhang mit dem Facebook-Posting von Martin Kesici hat die Geschäftsführung von STAR FM beschlossen, ihn vorläufig freizustellen. STAR FM distanziert sich von jeglicher Art von extremistischem und rechtsradikalem Gedankengut, Fremdenfeindlichkeit, Gewalt oder Gewaltverherrlichung. Aussagen, die dem entgegenstehen, halten wir in jedem Fall für falsch. Private Meinungsäußerungen von Martin Kesici auf seiner Facebook-Seite stehen allein in dessen Verantwortungsbereich und spiegeln nicht die Haltung von STAR FM wider. Martin Kesici hat sich zwar für seine Äußerung entschuldigt und das Posting gelöscht, dennoch bedarf es noch weiterer Gespräche dazu. Aus diesem Grund hat sich die Geschäftsführung entschieden, Martin Kesici vorläufig freizustellen."

Einem breiteren Publikum war Kesici bekanntgeworden, als er 2003 die Castingshow Star search gewonnen hatte. Danach hatte er mit "Angel of Berlin" seinen größten Hit.

Quelle: n-tv.de

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