Im "Fahrstuhl zur Hölle": Kim.
(Foto: RTL / Stefan Menne)
Sonntag, 15. Januar 2012
Tag 2: "Kotz mich ja nicht an"
von Peer Kusmagk
Gerade einmal 24 Stunden im Camp, fliegen zwischen den Bewohnern bereits die ersten Fetzen. Nur zwischendrin haben sie sich auf einmal wieder ganz doll lieb. So doll, dass wir inzwischen sogar über den Orgasmus so manch einer Teilnehmerin bestens informiert sind.Das Dschungelcamp ist kein Ponyhof. Das
dürfte den Kandidaten spätestens nach dem zweiten Tag im Camp
unmissverständlich klar sein. Egal, ob Bohnen-Einweichzeit oder
Aufgabenverteilung - schon jetzt wird unter dem schönen freien
Himmel Australiens gestritten, angefaucht und diskutiert, was das
Zeug hält. Das kann ja noch heiter werden - wenn der Hunger erst
einmal die Nerven komplett blank legt.
Apropos Hunger. Der treibt mich in die
Küche. Schnell noch nebenher mein Abendessen zubereitet, ehe die
Dschungelprüfung naht und mir womöglich noch der Appetit vergeht.
Ach, herrlich! Wenn ich eins aus dem Dschungelcamp nicht vermisse,
dann sind das Reis und Bohnen. Während es in meiner Küche brutzelt,
brennt es im Camp bereits lichterloh. Fast schon übereifrig wird am
Lagerfeuer ausgeteilt. Besonders Rocco und Daniel scheinen sich
aneinander die Hörner abzustoßen. "Entspann dich!", höre ich
einen der beiden rufen. Gesagt, getan - und so lausche ich, wie am
Lagerfeuer munter intime Familiengeheimnisse ausgeplaudert werden.
Als erstes ist Rocco dran. "Was ist
denn das für ein Arschloch?", fragt sich nicht nur Radost, nachdem
der Sohn von Uwe Ochsenknecht seinen Vater mal eben vor einem
Millionenpublikum bloßgestellt hat. Dann legt Brigitte Nielsen mit
der wenig romantischen Kennenlern-Story mit Sylvester Stallone nach.
Ich bin schon gespannt, was in den eineinhalb Ehejahren Anfang der
Achtziger noch so Aufregendes passiert ist. Eines steht jedenfalls
fest: Wir werden es sicher in den nächsten zwei Wochen erfahren!
Die Kraft der drei Raben
Just als ich das Brutzeln in der Küche
beende, mein Fleisch aus der Pfanne nehme und die Temperatur am Herd
herunter regele, kehrt mit einem Mal auch im fernen Australien
Frieden ein. Nun ja, kurzzeitig zumindest. Wenn schon kein Ponyhof,
dann wird das Camp zumindest für einen Augenblick zum Streichelzoo.
Obwohl man sich gerade erst 24 Stunden kennt, wird wild gestreichelt,
massiert und gekuschelt. Und nachdem Micaela gestern noch mit Roccos
Vorzügen liebäugelte, bildet sie heute schon mit Ailton auf der
Paarungsmatte eine Balla-Balla-Connection. Ob morgen dann wohl
Vincent an der Reihe ist?
Oh, gleich ist Kim mit ihrer Prüfung
dran. Schnell das Abendessen in der Werbepause genossen, ehe sich das
Dschungelküken im "Fahrstuhl zur Hölle" zu schaffen macht. Ein
Glück! Sie hat Vincents Kraft der drei Raben. Und so gelingt es ihr
zumindest vier Sterne mit ins Camp zu bringen. Ausbaufähig, auch
wenn Kim sich redlich Mühe gegeben hat, als sie da unter der Erde in
dunklen Löchern mit unbekanntem Inhalt nach den Sternen getastet
hat. Verflixte Schlange, aber auch.
Verflixt und zugenäht - das haben
sich wohl auch Jazzy und Ailton bei der Schatzsuche gedacht. "Kotz
mich ja nicht an", warnte die Sängerin den Fußballer, während
sich die beiden solange auf einer Scheibe im Kreis drehten, bis der
Schlüssel zur Truhe endlich zum Greifen nahe war. Ailton konnte sich
nicht nur zur Freude von Jazzy beherrschen. Stattdessen angelte er,
taumelnd wie ein angeschlagener Boxer, nach mehreren Anläufen
endlich die Belohnung.
"Ich komme richtig"
Doch der Schlüssel allein reicht
nicht, um an den Inhalt der Truhe zu gelangen. Erst gilt es noch eine
Frage zu beantworten. Diesmal: Wie lange dauert im Schnitt der
weibliche Orgasmus? "Wenn ich komme, dann komme ich richtig",
ließ uns Jazzy an ihrer Sexualität teilhaben. Aber wie lange das
dauert, da wussten weder sie noch die anderen fünf Frauen einen Rat
- und antworteten falsch. Vielleicht hätten sie Daniel die Frage
beantworten lassen sollen?
Schließlich gab sich der Ex-DSDS-Kandidat bisher am weiblichsten im Camp. Und nachdem die Damenwelt in diesem Jahr scheinbar furchtlos alles über sich ergehen lässt, wählten die Zuschauer ihn doch glatt auch zur nächsten Dschungelprüfung. Macht er uns den Daniel Küblböck? Das fragen sich Millionen an den Bildschirmen. Einer davon bin ich.
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