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Auf 113 Fotos tragen Freunde des Hauses Chanel das klassische, schwarze Chanel-Jacket. Die Ausstellung geht vom 23.11. bis zum 14.12.2012.
Auf 113 Fotos tragen Freunde des Hauses Chanel das klassische, schwarze Chanel-Jacket. Die Ausstellung geht vom 23.11. bis zum 14.12.2012.(Foto: dapd)

"Little Black Jacket" rockt in Berlin: Lagerfeld lässt auf sich warten

Die um die Welt tourende Chanel-Ausstellung "The Little Black Jacket", eine Hommage an "die kleine Schwarze" von Coco Chanel, ist in Berlin angekommen - in einen leerstehenden U-Bahn-Tunnel. Modezar Karl Lagerfeld feiert mit vielen Promis die Eröffnung. Dabei gibt sich Karl ein wenig zickig - zum Unmut der rund 1000 Gäste.

In dem stillgelegten U-Bahn-Tunnel zu sehen: die Bilder "Georgia May Jagger" (l) und "Kirsten Dunst".
In dem stillgelegten U-Bahn-Tunnel zu sehen: die Bilder "Georgia May Jagger" (l) und "Kirsten Dunst".(Foto: dpa)

Als Karl kam, waren andere schon weg. Modezar und Chanel-Designer Karl Lagerfeld ließ zur Eröffnungsparty der Fotoausstellung "The Little Black Jacket" am Dienstagabend in Berlin lange auf sich warten. Erst etwa drei Stunden nach Start, kurz vor 22.00 Uhr, schritt der Deutsche im schwarzen Frack am Arm des in eine cremefarbene Chaneljacke und Marlenehose gekleidete Topmodels Laetitia Casta in den zur Schau-Location umfunktionierten leerstehenden U-Bahntunnel am Potsdamer Platz.

Einige der rund 1000 Gäste wie Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit waren da schon wieder gegangen. Dabei waren viele nur gekommen, "um Karl zu sehen". Der schien sich kurz nach Eintreffen und Fotorummel schon wieder in Luft aufgelöst zu haben. Dafür startete dann eine Party mit Live-Musik und Club-Atmosphäre.

Das hätte Coco gefallen

Diese Fotografien zeigen Anna Wintour, Chefredakteurin der US-Ausgabe der Zeitschrift "Vogue", den indisch-amerikanischen Schauspieler Waris Ahluwalia und die US-amerikanische Schauspielerin Sarah Jessica Parker (v.l.).
Diese Fotografien zeigen Anna Wintour, Chefredakteurin der US-Ausgabe der Zeitschrift "Vogue", den indisch-amerikanischen Schauspieler Waris Ahluwalia und die US-amerikanische Schauspielerin Sarah Jessica Parker (v.l.).(Foto: dapd)

Der Ort, wo die Fotos gezeigt werden, trifft den Geist von Coco Chanel (1883-1971), Gründerin des Traditionshauses. Schließlich wird ihr der Spruch zugeschrieben, Frauen sollten stets in der Lage sein, im Laufen einen Bus zu erreichen. Oder halt eine U-Bahn. Zu sehen ist auf den Bildern ein Klassiker des französischen Modehauses - die kleine schwarze Jacke, in Szene gesetzt von Lagerfeld und der Pariser Stil-Ikone Carine Roitfeld, früher Chefin der französischen "Vogue".

Lagerfeld hat "The Little Black Jacket", so der Titel der Ausstellung, 113 Prominenten angezogen. Heraus kamen Porträts von großer Intensität, die den Charakter der jeweiligen Träger zeichnen. Und das, obwohl sie alle die gleiche Jacke tragen.

Die Bildserie zeigt die japanisch-amerikanische Künstlerin Yoko Ono, Witwe von John Lennon.
Die Bildserie zeigt die japanisch-amerikanische Künstlerin Yoko Ono, Witwe von John Lennon.(Foto: dapd)

Schauspielerin Vanessa Paradis wirkt wie eine lässige Prinzessin, Claudia Schiffer elegant und souverän und die auf dem Bild hochschwangere Schauspielerin Charlotte Gainsbourg zerbrechlich. Auch ein paar Männer sind dabei, wie der Designer Olivier Theyskens, der an eine Aposteldarstellung erinnert. Den Gipfel bildet ein Foto von Roitfeld als Coco Chanel, eine verschmitzte Hommage an die legendäre Modemacherin.

Reminiszenz an "Mademoiselle" Chanel

Die "kleine schwarze Jacke" verschmilzt eigentlich zwei Erfindungen Chanels: "das kleine schwarze" Kleid, das sie in den 20er Jahren lancierte, sowie ihre typische Kostümjacke, die sie in den 50er Jahren perfektionierte. Kurz, meist kragenlos, mit Seide gefüttert und durch dünne Ketten im Saum beschwert, fiel sie perfekt und war bequem wie eine Strickjacke.

"Die Eleganz eines Kleidungsstücks ist eine Frage der Bewegungsfreiheit", pflegte Chanel zu sagen. Lagerfeld hat in fast jeder Kollektion für Chanel kleine schwarze Jacken auf dem Laufsteg. Stilvoll erfüllen sie den Anspruch von "Mademoiselle" Chanel. Und wirken dabei jung und zeitgemäß.

Extravaganter Ausstellungsort

Mit dem leer stehenden, ursprünglich für die U3 vorgesehenen Tunnel hat Chanel einen coolen Ort für eine Fotoschau gewählt. Nebenan führt die Rolltreppe zur "echten" Bahn, im "blinden" Tunnel selbst wurde die Atmosphäre einer avantgardistischen Kunstgalerie geschaffen.

"Es sollte sich wie Berlin anfühlen", sagt Bruno Pavlovsky, als Spitzenmanager bei Chanel für die Mode weltweit verantwortlich. In anderen Städten, in denen die Ausstellung bereits zu sehen war, wie Hongkong, London, Paris oder Moskau seien andere ebenfalls auf ihre Art typische Locations gewählt worden.

Rund 300.000 Besucher haben die Schau laut Veranstaltern bislang gesehen. Schon die Eröffnungspartys in London und in Paris entfachten einen regelrechten Hype um "The Little Black Jacket" - mit einem Aufgebot an Prominenten und großer Medienaufmerksamkeit. Parallel zur Schau ist ein aufwendiger Bildband mit den nun ausgestellten Motiven erschienen. Chanels Jacke scheint immer noch zu rocken.

Bilderserie

Quelle: n-tv.de

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