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Tom Selleck 1980 in seiner Paraderolle - als "Magnum".
Tom Selleck 1980 in seiner Paraderolle - als "Magnum".(Foto: imago stock&people)

"Magnum" Tom Selleck wird 70: Mit Schnauzer und Charme

Von Kai Butterweck

Hawaii-Hemd, Oberlippenbart und ein Ferrari vor der Haustür: Tom Selleck alias Thomas Magnum wusste in den Achtzigern wie kein Zweiter, wie man Millionen Frauen den Kopf verdreht.

Wer sich mit den markantesten TV-Gesichtern der 1980er-Jahre beschäftigt, stolpert irgendwann zwangsläufig über das braungebrannte, mit wuschligem Haupthaar umrandete Konterfei von Tom Selleck. Da ist dieses verschmitzte Lächeln, die zuweilen Ekstase auslösenden Grübchen und natürlich: der Schnurbart, Sellecks Markenzeichen. Was damals bei anderen Männern in erlauchten Styling-Kreisen für Kopfschütteln sorgte, verhalf Tom Selleck zu Auszeichnungen wie dem "God's Gift To Women"-Award und dem Titel "Sexiest Man Of America". Und nicht zuletzt zur Titelrolle einer der wohl erfolgreichsten Krimi-Reihen der TV-Geschichte. Die Rede ist natürlich von "Magnum".

Vergeben: Tom Selleck im Juni 2010 mit seiner Frau, der Schauspielerin Jillie Mack.
Vergeben: Tom Selleck im Juni 2010 mit seiner Frau, der Schauspielerin Jillie Mack.(Foto: imago stock&people)

Nie mehr danach stand die Berufsumorientierung zum Privatdetektiv bei Männern um die 40 so hoch im Kurs wie zu Zeiten, als der Commodore 64 das Maß aller Computer-Dinge war und hierzulande Künstler wie Nicole, Falco oder die Spider Murphy Gang von der Charts-Spitze grüßten. Aber wer konnte es all den Millionen festgefahrenen Beamten, Bäckern und Angestellten weltweit auch verdenken? Das Leben von Tom Selleck alias Thomas Magnum verkörperte schließlich die Inhalte sämtlicher maskuliner Traum-Luftschlösser. Er fuhr einen dicken Ferrari 308 GTS, hatte mehr weibliche Anhänger als Paul Breitner Haare auf dem Kopf und ging jeden Abend nach erfolgreich getaner Arbeit mit einem zufriedenen Grinsen im Gesicht ins Bett. Und das ganz selten allein.

Sinnbild für allumfassenden Erfolg

Thomas Magnum war das Sinnbild für allumfassenden Erfolg in allen Lebenslagen. Und Tom Selleck war Thomas Magnum. Acht Jahre lang mimte der in Detroit, Michigan, großgewordene Basketball-Fanatiker den stets lockeren Privatdetektiv im luftigen Hawaii-Hemd. Dafür ließ Tom Selleck sogar eine Indiana-Jones-Offerte der Herren Spielberg und Lucas sausen.

Ausflug ins Kino: "Noch drei Männer, noch ein Baby" von 1988.
Ausflug ins Kino: "Noch drei Männer, noch ein Baby" von 1988.(Foto: imago stock&people)

Bereut hat er die jahrelange TV-Treue aber nie: "Ich war rundum glücklich und zufrieden mit meinem Magnum-Engagement. Ich wollte kein unnötiges Risiko eingehen", so der Schauspieler Mitte der Neunziger. Nicht einmal die Aussicht auf eine Blockbuster-Karriere als "Terminator" konnte Selleck von seinem locker flockigen Dasein als stets gut gelaunten TV-Privatermittler weglocken. Er sei schon immer eher ein Freund des Fernsehens gewesen, sagt der Mann, der vor seiner Karriere als TV-Detektiv lediglich in einigen B-Movies schauspielerisch in Erscheinung trat.

Auch nach seiner "Magnum"-Laufbahn konzentrierte sich der mittlerweile zweifache Familienvater primär auf den TV-Bereich. Zwar konnte Tom Selleck mit Filmen wie "Quigley der Australier", "Noch drei Männer, noch ein Baby" und "In & Out" auch den einen oder anderen Kino-Fan für sich begeistern, doch schlug sein Herz in erster Linie für langfristige Fernsehunterhaltung. So spielte er beispielsweise Haupt- und Nebenrollen in den Fernsehserien "Friends", "Boston Legal" und Las Vegas", ehe er sich ab dem Jahr 2005 mehr und mehr der Produktion von Fernsehfilmen und Serien widmete.

"Meine Hauptrolle ist Familienvater"

Heute sieht man den einst berühmtesten Schnauzer der TV-Geschichte nur noch selten über die Mattscheibe flimmern ("Blue Bloods"). Nach 70 Lebensjahren, von denen Tom Selleck die meisten vor oder hinter der Kamera verbracht hat, steht für den Emmy- und Golden Globe-Preisträger vor allem das ruhige Leben mit seiner Familie im Vordergrund: "Meine Hauptrolle ist Familienvater", sagt der passionierte Avocado-Züchter und immer noch stolze Schnauzbartträger.

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Quelle: n-tv.de

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