Unterhaltung

"Des isch des Wichtigste"Ran ans Euter

14.12.2010, 17:33 Uhr
imagevon Volker Probst

Ja, ist denn das die Möglichkeit? Bei "Bauer sucht Frau" verschießt Amor einen Pfeil nach dem anderen. Kaum ein Pärchen, das sich nicht näher kommt - und manch eines schon ein bisschen mehr als das.

Also, jetzt mal ehrlich. Ganz wirklich und ohne Quatsch. Das ist doch echt mal alles der Hammer. Die aktuelle Staffel von "Bauer sucht Frau" entpuppt sich ja als geradezu fantastische Verkupplungsmaschine. Vergessen Sie Kontaktanzeigen. Vergessen Sie Elitepartner. Vergessen Sie Diskotheken-Besuche und das Tät-a-Tät am Arbeitsplatz sowieso. Werden Sie Bauer! Oder Frau! Oder beides!

Unser lustiger Ackerbauer Willy hat auf den Punkt gebracht, was nicht nur für ihn und seine resolute Rosi, sondern für nahezu alle mehr oder weniger pummeligen Protagonisten der Show zu gelten scheint: "Ich hab' mich ebenso in dich verliebt." Jetzt wissen wir gequälten Großstädter, die wir Zeit unseres Lebens vergebens der großen Liebe hinterherhetzen: Amor lebt auf dem Land. Hier braucht es nur wenige Tage, einige zärtliche Berührungen am warmen Ziegeneuter oder ein paar neckische Wasserspritzer auf der Trecker-Haube, damit der Pfeil ins Herz einschlägt. Und zwar so richtig. Aber der Reihe nach.

"Die Liebe seines Lebens"

Am allerheftigsten hat es zweifellos unseren schüchternen Schwaben Martin erwischt. Moderatorin Inka Bause klärt uns dankenswerterweise auf: "Martin war noch nie in seinem Leben so glücklich". Und: "Noch nie hatte der 29-Jährige für eine Frau solche Gefühle." Ja, Jenny, die Rubens-Frau mit dem aufregenden und extravaganten Hobby des Extreme-Malen-nach-Zahlening ist "die Liebe seines Lebens". Die beiden sind so verknallt, dass sie sogar schon eine Nacht miteinander verbracht haben. Als sie ihn danach am Waschbecken fragt, was sie denn heute unternehmen würden, lässt sich Martin nicht lumpen und wirft auch mal einen ausgefallenen Vorschlag in den Raum: "Jetzt ziehen wir uns zuerst mal an."

Aber dabei bleibt es natürlich nicht. Bevor Jenny abreisen muss, weil sich ihre Hofwoche auch schon wieder dem Ende nähert, will der Gemüsebauer bei ihr noch einmal richtig Eindruck schinden. Also lädt er sie zur Kutschfahrt ein, für die Jenny sogar die Arbeit an ihrem Pferdebild unterbricht. Hoch oben auf dem Bock geht es dann ans Eingemachte. "Und? Wie stellst du dir die Zukunft vor?", will Martin von seiner Angebeteten wissen. Und die Jenny weiß das natürlich: "Na ja, dass es halt auch funktioniert mit uns. Dass wir halt später auch Kinder kriegen - so ein paar. Und halt glücklich und zufrieden alt werden." Super findet das der Martin: "Genau, des isch des Wichtigste".

Doch auch Martins Versuche, sich "mit seinem Gemüse abzulenken", können das Unweigerliche nicht aufhalten: Jennys Abschied naht. In typisch verklausulierter Frauen-Manier offenbart sie ihrem Herzblatt: "Ich werd' deine Wärme vermissen." Und Martin beantwortet ihre Frage, ob es ihm denn auch so ginge, wie ein echter Mann: "Ja, dich allgemein." Dann steigt Jenny auch schon in den Zug und den beiden Pipi in die Augen.

Auf der Decke und im Stall

Ein Glück, dass es da noch Marcel und Katja gibt, bei denen die Hofwoche gerade erst in Gang kommt. Doch auch hier geht es zwischenmenschlich bereits ordentlich zur Sache. "Machst du das jeden Morgen?", fragt die Kellnerin, nachdem ihr der herzliche Hesse einen Strauß Blumen ans Bett gebracht hat. Und in seiner jugendlichen Unvernunft antwortet der 29-Jährige doch glatt: "Wenn du das möchtest." Nachdem Katja erklärt hat, dass sie kochen und backen kann, ist auch Marcels Mutter Heidrun von ihr als potenzielle Zukünftige ihres Wonneproppens ganz angetan. Und auch, dass die Kellnerin gerne mal ein Schnäpschen mitzwitschert, schadet ihrem Ansehen bei der Hausherrin nicht. Im Gegenteil: "Damit's endlich schnackelt", schickt Heidrun sie bewaffnet mit einer Pulle Sekt zu ihrem Sohnemann bei den Schafen.

Nicht nur beim "Schäferstündchen" auf der Picknickdecke, sondern insbesondere beim Melken im Ziegenstall gehen Marcel und Katja auf Tuchfühlung. Nachdem die 27-Jährige ihre Scheu überwunden hat, gehen die beiden einer Ziege in inniger Gemeinschaftsarbeit an die Zitzen. Trinken will die 27-Jährige die gezapfte Milch dann aber lieber doch nicht, "weil die warm aus dem Euter kommt". Ja, der Strom kommt ja auch aus der Steckdose.

So ist's brav

Ob Milchbauer Volker damit ähnliche Probleme hätte, wissen wir nicht. Allerdings zeigt er bei seiner Auserwählten Verena weniger Zurückhaltung. Beim Ausflug ins Wattenmeer grapscht er der Schuhverkäuferin schon mal an die Brüste, ehe die gemeinsame Schlammschlacht im ersten Kuss der beiden ihren Höhepunkt findet. "Ich war in dem Moment mehr als glücklich, das hätt' gar nicht mehr aufhören sollen", zeigt sich die 25-Jährige begeistert.

Blöd nur, dass Volker kaum später wieder ein paar Punkte als Körbchen-Profi einbüßt. Als er sein Schätzchen massieren will, droht er an den vermaledeiten BH-Klammern zu verzweifeln. "Wann hast du denn das letzte Mal einer Frau den BH aufgemacht?", zeigt sich Verena leicht pikiert, verzeiht ihm aber schnell, schließlich hat sie ja doch ein "Kribbeln im Bauch". Mehr aber erst mal noch nicht, denn nach der Massage verabschiedet sich Volker artig ins Bett und wünscht ihr eine gute Nacht.

Auch Johannes war "brav und artig" und ist über seine Anja nicht hergefallen, wie sie ihm gerne bescheinigt. Ohnehin macht sich die Pferdebesitzerin weniger Sorgen um ihre Zukunft mit dem Biobauern als um die seines Hengstes - weil ihre Stute "alle drei Wochen rossig wird". Irgendwie passt es da dann doch, dass er ihr zum Abschied eine Kette mit Pferdeanhänger schenkt. Denn immerhin: Geknutscht und gekuschelt wird zwischen den beiden auch schon heftig. Sie revanchiert sich mit einem Foto der beiden hoch zu Ross, das er bis zu ihrer Wiederkehr ans Bett stellen will. Ja, ja, das Glück der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde. Doch sicher nicht nur dort. Schließlich wissen wir jetzt schon, dass nicht nur Anja von einem anderen Mann schwanger ist, sondern auch er ihr in der kommenden Folge gestehen wird, dass er mit einer früheren Liebschaft ein Kind erwartet.

Ein Herz aus Wurst

Das sollte Rosi und Willy nicht mehr passieren. Und das ist auch gut so. Findet jedenfalls Willy, als die 45-jährige Mutter eines Sohnes ihm erklärt, dass gemeinsame Nachkommen wohl nicht mehr drin seien. "Ich bin froh, dass du so darüber denkst", erklärt die Rheinländerin und verschlingt erleichtert ein Stück Kuchen.

Über das "Kribbeln" sind Willy und Rosi schon hinaus - und so überlegt sie sich, "mal was Romantisches" für ihn zu machen. Das ist ein Abendessen mit Bier, einem Herz aus Teelichtern und herzförmig ausgestochenen Presswurstscheiben. Als Willy sie bei der Vorbereitung stört, erklärt ihm Rosi in ihrer unnachahmlich romantischen Art. "Nicht reinkommen gucken. Zieh dir mal was Schönes an, und dann kommst du gleich ins Esszimmer, ja. Aber beeil dich."

Im Schein der Teelichter kommt es zum Showdown zwischen den beiden. "Ich habe mich in dich verliebt", breitet Rosi ihr Herz vor dem Ackerbauern aus. Nachdem Willy seine Sprache wieder gefunden hat, gesteht auch er der Köchin: "Ich hab' mich ebenso in dich verliebt." Da war es wieder, das Motto der aktuellen Bauer-sucht-Frau-Staffel. Oder? Das Finale am kommenden Montag wird es zeigen.