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Schweiger macht sein Mitgefühl für Flüchtlinge konkret.
Schweiger macht sein Mitgefühl für Flüchtlinge konkret.(Foto: dpa)

Vorzeigeprojekt für 600 Menschen: Til Schweiger baut Flüchtlingsheim

Als Schauspieler hadert Til Schweiger mit seiner gesellschaftlichen Rolle, als Regisseur geht es schon besser. Doch jetzt hat er das ultimative Projekt gefunden, um sich seiner Relevanz zu vergewissern.

Til Schweiger will sich persönlich in der Hilfe für Flüchtlinge engagieren und eine vorbildliche Unterkunft bauen. "Ich werde mit Freunden zusammen ein Flüchtlingsheim aufbauen", sagte der 51-jährige Schauspieler und Filmemacher der "Bild am Sonntag". Anfang 2014 hätten die Freunde die Rommel-Kaserne im niedersächsischen Osterode gekauft. "Wir wollen ein Vorzeige-Flüchtlingsheim bauen. Und ich werde eine Stiftung für traumatisierte Kinder gründen."

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In dem Heim solle es Freizeitangebote für Kinder, eine Sportanlage, Werkstätten und eine Näherei geben, damit die Menschen arbeiten könnten, beschrieb Schweiger das Projekt. 600 Menschen sollen dort Platz finden. Für sein Engagement ernte er viel Zuspruch, auch von Kollegen. "Doch der Einzige, der vorgeschlagen hat, etwas zusammen zu machen, ist Jan Josef Liefers." Demnächst gebe es ein Treffen.

Auf die Frage nach der Motivation für sein Engagement sagte Schweiger: "Ich habe früher immer mit meiner Rolle als Schauspieler gehadert: Ich mache ja nur Faxen vor der Kamera und kriege dafür auch noch Geld. Jeder Polizist, jeder Soldat, jede Krankenschwester leistet mehr für die Gesellschaft. Ich vermiete nur mein Gesicht." Erst mit seiner Funktion als Regisseur habe er das Gefühl, dass er etwas geschaffen habe, das gesellschaftliche Relevanz habe. "Jetzt schaffe ich etwas viel Relevanteres."

"Ich höre auf mein Herz"

Dass er für seinen Einsatz aber auch "viel auf die Fresse kriegt", sei ihm egal. "Dann höre ich erst recht auf mein Herz." Mitgefühl für Flüchtlinge habe er schon immer gehabt, doch um konkret etwas zu machen, hatte er laut eigenen Angaben beruflich "zu viel um die Ohren". Dass er ausgerechnet jetzt auf einmal ganz vorne gegen "den Hass", "die Dummheit" und die "Sorge, Flüchtlinge könnten uns alles wegnehmen" hierzulande kämpft, sei "reiner Zufall".

Er habe keine Stimmung machen wollen, nun macht er es aber, denn: "Ich verstehe nicht, das Menschen in Deutschland aus Angst vor Islamisierung und Radikalisierung des Islams auf die Straße gehen, und gleichzeitig Menschen, die genau davor fliehen, nicht helfen."

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Quelle: n-tv.de

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