Unterhaltung

Der deutsche Film trauertWerner Schroeter ist tot

13.04.2010, 14:43 Uhr
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(Foto: dpa)

Der deutsche Theater- und Filmregisseur Werner Schroeter ist im Alter von 65 Jahren gestorben. Er erlag am Montagabend in einer Klinik in Kassel den Folgen seiner Krebserkrankung.

Erst vor wenigen Tagen war er 65 geworden: Der deutsche Theater- und Filmregisseur Werner Schroeter ist gestorben. Er erlag am Montagabend in einer Klinik in Kassel den Folgen seiner Krebserkrankung. Das sagte seine Agentin Monika Keppler am Dienstag.

Werner Schroeter gehört unbestritten zu den großen Regisseuren des Neuen Deutschen Films. Dennoch sind seine Werke nur selten bei uns zu sehen. Mit ihrer hochstilisierten Kunstsprache, der kompromisslosen Ästhetik und dem Hang zum Melodram entziehen sie sich dem schnellen Zugriff.

Bereits als Kind wusste er, was er werden möchte: Seit er Maria Callas als 13-Jähriger im Radio hörte, war sie für ihn die Botin zwischen "Gott und Menschen", sein einziges Idol. Ihr hat er auch seine ersten Kurzfilme gewidmet.

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Im Februar 2010 erhielt Schroeter den Teddy-Award für sein Lebenswerk. (Foto: dpa)

Seit 1972 erarbeitet Schroeter regelmäßig Theater- und Operninszenierungen in Deutschland, aber auch im Ausland. Schroeter gilt z.B. neben Rainer Werner Fassbinder, Wim Wenders, Alexander Kluge, Werner Herzog und Volker Schlöndorff als einer der wichtigen Filmregisseure der deutschen Nachkriegszeit. Mit "Palermo oder Wolfsburg" gewann er den Goldenen Bären der Berliner Filmfestspiele 1980. Er betätigte sich zudem als Produzent, Drehbuchautor, Kameramann und Schauspieler bei zahlreichen Filmen. Er arbeitete u.a. mit Isabelle Huppert, Produzent Paulo Branco, Kamerafrau Elfi Mikesch und Cutterin Juliane Lorenz. Schroeter, der offen zu seiner Homosexualität steht, war eine Zeit lang mit Rosa von Praunheim liiert.

Oftmals bedient Schroeter sich in seinen Filmen opulenter, expressiver Mittel, in denen seine Verbundenheit zu Oper und Theater offensichtlich wird. Auch in seinen Dokumentarfilmen setzt er solche Mittel ein.

Um die Jahrtausendwende führte Werner Schroeter Übungen zur Regie- und Schauspielerführung an der Münchener Hochschule für Fernsehen und Film durch. Unter den Titeln "Abschied im Bett – Übung zum postorgasmischen Abschiednehmen" und im Folgejahr "Krieg – Deine Männer, Deine Frauen – Ohne Frauen kein Krieg" brachte er den Studenten seine Sicht der Dinge bei.

Quelle: oel/dpa