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Niels Ruf (r.) findet sich witzig, kann dafür aber nicht tanzen - Oti trägt's mit Fassung.
Niels Ruf (r.) findet sich witzig, kann dafür aber nicht tanzen - Oti trägt's mit Fassung.(Foto: RTL / Stefan Gregorowius)

"Let's Dance" - der Auftakt: "Wie ein hilfloses Bündel Fleisch"

Von Verena Maria Dittrich

Niels Ruf möchte Sylvies Füße in den Mund nehmen, Sonja Kirchberger tanzt die perfekte Femme fatale und Eric Stehfest fackelt fast die Halle ab. Die neue Show startet mit heißen Moves und jeder Menge Wahnsinn.

"Hallo, ich bin Victoria und ich heiße mit Nachnamen wie ein Stein", sagt Frau Swarovski und wird nicht müde zu betonen, aus welcher Familie sie stammt. Das Glitzermariechen ist von Beruf aber nicht nur Tochter, nein, sie ist "Singer-Songwriter" und hat zur Unterstützung Bushidos ehemaligen Gangster-Bro Kay One zwischen ihre Mischpoke platziert. Den braucht das Strass-Girl aber gar nicht, denn sie tanzt mit ihrem Partner Erich Klann einen Cha-Cha-Cha so dermaßen im "Schweinetempo" (Zitat Llambi), dass sie hinterher selber ganz "PAFF" ist.

Es ist wieder so weit, "Let's Dance" flimmert zum neunten Mal über die heimische Mattscheibe. Die beliebte Tanzshow trumpft dieses Mal mit "sensationellen" Kandidaten auf. Mit dabei sind: Schlagersänger, liebe Muttis, Unsympathen, Namaste-Vögelchen und internationale Schauspielerinnen. Man könnte alle 14 Tanzbären namentlich erwähnen, nur leider hat man einige von ihnen bereits nach dem ersten Brummkreiseln wieder vergessen.

"Was hast'n du für 'ne Schuhgröße?"

Nicht nur schöne Augen: Sonja Kirchberger und Profitänzer Ilia Russo.
Nicht nur schöne Augen: Sonja Kirchberger und Profitänzer Ilia Russo.(Foto: RTL / Stefan Gregorowius)

Beginnen wir mit den schönen Momenten: Sonja Kirchberger. Ahhhh! Diese Augen! Diese Hingabe! Die "Venusfalle" gibt beim Tanzen "ein Bild der modernen Leidenschaft ab." "Fast obszön, ich will dir essen!", schwärmt Jorge gonzalisch nach ihrer Darbietung eines langsamen Walzers. Und das, obwohl die 51-Jährige sich im Vergleich zu ihrem Tanzpartner noch beim Training wie ein "hilfloses Bündel Fleisch vorkam".

Dabei passt diese Beschreibung eher auf Dad-Bod Niels Ruf. Gemeinsam mit Motsis Schwester, Oti Mabuse soll die steife Papa-Plauze einen Wiener Walzer zu "Where The Wild Roses Grow" von Nick Cave & Kylie Minogue tanzen, ist aber von Anfang an total überfordert. "Als hätteste im Wald gestanden", versucht Juror-Chef Llambi den überheblichen Tanzknecht zu maßregeln, als Niels jedoch seinem Ruf vorauseilt und ihm kurzerhand kackbratzig ins Wort fällt.

Das Problem an dem Bad Boy ist, dass er sich selbst für unheimlich humorig hält, während die Crowd da draußen ihm am liebsten absichtlich in die Hacken latschen würde.

"Was hast'n du für ne Schuhgröße?", fragt er Sylvie Meis nach seiner Un-Performance. Sylvie verunsichert: "Ähm 35,5?!" Daraufhin Niels: "Die krieg ich ja beide auf einmal in den Mund!"

Möhrchen-Messias vs. putziger Wombat

Apropos Mund: Den bekommt man fast nicht mehr zu, wenn man Eric Stehfest und seine Partnerin Oana bei ihrem Cha-Cha-Cha zu "Goodbye" von Feder zusieht. Die beiden hauen - Holy Moly! - nicht nur die Jury, sondern das gesamte Publikum von den Stühlen. "Rhythmus, Haltung, Säxinääää - Hamma!" schwärmt Jorge, "der lebendige Swarovski-Stein" (Zitat Hartwich) von den beiden. Und in der Tat: Man-Bun-Träger Stehfest und Oana versprühen pure Sexyness, die es nach dem "Totentanz" von so manch tänzelnder Stehlampe auch dringend braucht.

Definitiv werden es die Herren der Schöpfung in dieser Staffel schwerhaben, sich gegen die starke weibliche Konkurrenz durchzusetzen. Vollgas geben müssen vor allem der "Möhrchen-Messias" und Veggie-Koch, von einigen bösen Zungen auch als "Dinkel-Salafist" bezeichnet, Attila Hildemann, Ex-Fußball-Nationalspieler Thomas Hässler sowie, last but not least - der heißeste Typ unter dieser Sonne: der Wendler. "Der Mann aus Hartwichs Playlist", der über sich selbst sagt, "tausende von Pärchen zum Tanzen zu bringen" schunkelt mit seiner "Leitstute" Isabel Edvardsson irgendwas zu einem Andrea Berg-Song zurecht, was mit viel Phantasie nach einem Cha-Cha-Cha aussieht. "Hoche" ermuntert den lyrischen Bewegungslegastheniker, nicht aufzugeben: "Arbeite määähr an deine Körpaahaltung!"

"Freebird" sorgt für psychedelische Momente

Permanent die Schritte versemmelt auch RTL-Urgestein Ulli Potofski. Die 63-jährige Moderatoren-Legende, die sich an einem Cha-Cha-Cha zu "Daddy Cool" von Boney M. versucht und dabei optisch an eine putzige Mischung aus einer wirbellosen Ausgabe von Walter Freiwald und einem im Suff tänzelnden Wombat erinnert, macht alle Kritik - "Bernhard Brink war gegen dich Nurejew" - mit Sympathie und Ehrlichkeit wett: "Na und? Ich krieg ein Haufen Geld dafür!" Etwas, worauf "Freebird" und "Jedyess" Jana Pallaske anscheinend gut verzichten kann.

Dem weiblichen Jedi ist es viel wichtiger "im Tanz das Geschenk des Lebens zu zelebrieren" und dabei stimmungsvoll und immer schön chillig ein und wieder auszuatmen. Wer jetzt denkt: Momentchen, hat die etwa ihre zuvor selbst gesammelten Pilze geraucht, irrt!

Jana lebt einfach nur sehr bewusst im Hier und Jetzt und bringt mit ihrer schnuffig-süßen esoterischen Einstellung die Halle zum Juchzen. Das Hula-Hoop-Girl legt mit Massimo Sinató aka "The Body" eine der besten Performances an diesem Abend hin und sorgt bei der Jury - meist bestehend aus Love, Peace & Disharmonie - für psychedelische Wallungen. "Das war mega sensationell, deine Beinlinien waren hervorragend, sehr ladylike", wird Motzkopp Llambi ganz handzahm und auch "Tantra-Trainer" Jorge sieht aus, als würde er sich vor lauter Einklang mit der Welt jetzt gern ein Tütchen anzünden.

(K)ein Wort zu Hartwichs Frisur!

Ein Tütchen, aber eines Marke Plastesack, möchte man zu gern Luftikus Hartwich über die Rübe ziehen. Ganz Deutschland eint dieselbe Fassungslosigkeit: Was hat der Moderator da auf dem Kopf? Ist das eine Frisur? Oder soll das mal eine werden? Der Mann sieht bald aus wie Ilja Richter! Aber vielleicht ist ja gerade das seine Absicht? Selbst Llambi entgeht nicht der Feudel auf Hartwichs Omme: "Ich möchte nix zu Ihrer Frisur sagen!"

Nix zur Frisur, dafür aber ein paar Worte über den langsamen Walzer von Alessandra Meyer-Wölden, kann man aber schon noch verlieren. Die Sandy hat "nämlich toll im rechten Arm gestanden" und "alles wunderbar ausgetanzt".

Das hat es sich in der Auftaktshow dann tatsächlich, und zwar für den liebenswerten Lockenfiffi Ulli Potofski, der über sein frühes Ausscheiden nicht allzu traurig schien. Wie es mit dem Körper-Wendler und Zurechthoppler Nielsi weitergeht, interessiert übrigens nicht so sehr, wie die Frage, ob die zutiefst verunsichert wirkende Kinski-Tochter, Nastassja in der kommenden Woche ihr Nervenflattern in den Griff bekommt.

Quelle: n-tv.de

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