Mittwoch, 01. Juli 2009
Karl Malden: Vom Stahlarbeiter zum Star
Mit seiner vom Sport zerbeulten Nase rechnete sich Karl Malden in Hollywood anfangs wenig Chancen aus. "Ich wusste, dass ich kein Hauptdarsteller bin. Schauen Sie sich doch mal mein Gesicht an", sagte er einmal. In Nebenrollen brillierte der Charakterkopf dafür umso mehr.
Karl Malden (vorn r) mit Michael Douglas bei Dreharbeiten zu einer Folge der Fernsehserie "Die Straßen von San Francisco".
(Foto: dpa)
Vor allem in den 50er und 60er Jahren spielte er in zahlreichen Kinoklassikern mit. Für die Tennessee-Williams-Verfilmung "Endstation Sehnsucht" erhielt er 1952 einen Oscar. Seinen größten Coup landete er jedoch in den 70er Jahren als Polizeileutnant Mike Stone in der TV-Serie "Die Straßen von San Francicso", die ihn an der Seite von Michael Douglas rund um die Welt berühmt machte und ihm mehrere Emmy- Nominierungen eintrug. Am Mittwoch starb er mit 97 Jahren an Altersschwäche im kalifornischen Brentwood.
"Ich habe so ein unglaubliches Glück in meinem Leben gehabt", zog er Bilanz. In Wirklichkeit waren es wohl eher Einsatz und Talent, die den einstigen Stahlarbeiter aus Indiana zu einem gefragten Filmstar machten. Vor allem Elia Kazan hielt große Stücke auf Walden. 1947 stand er unter dessen Regie schon bei der Uraufführung von "Endstation Sehnsucht" am Broadway neben Marlon Brando auf der Bühne.
Eine eindrucksvolle Hauptrolle spielte er 1956 im damals skandalumwobenen Film "Baby Doll" als Ehemann einer Kind-Frau (Carroll Baker), der das nur scheinbar arglose Mädchen Tag und Nacht im kurzen Hemdchen betrachten und warten muss, dass es "reif zur Ehe wird". Tennessee Williams hatte die Vorlage geschrieben, Elia Kazan Regie geführt, die meisten Kritiker waren begeistert - aber die US- Moralwächter sahen nur "Schmutz".
1984 gewann er einen "Emmy" für den TV-Film "Fatal Vision". 1989 wurde Malden, der schon immer einer der respektiertesten Sprecher Hollywoods gewesen war, zum Präsidenten der renommierten Oscar- Akademie in Los Angeles gewählt und blieb das bis 1993.
Als Kind einer tschechischen Mutter und eines serbischen Vaters in Chicago geboren, war Malden seit 1938 mit seiner Schauspielkollegin Mona Greenberg verheiratet - eine der längsten Ehen Hollywoods.
dpa
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