Ratgeber

Schnelleres Verfahren geplant22 Mrd. für Lehman-Gläubiger

16.06.2010, 08:04 Uhr

Die Gläubiger der Lehman-Bank sollen nach Angaben des Insolvenzverwalters in einem beschleunigten Verfahren abgefunden werden. Entschädigt werden meist Banken und Versicherer.

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(Foto: picture-alliance/ dpa)

Der europäische Insolvenzverwalter der inzwischen aufgelösten US-Investmentbank Lehman Brothers will deren Gläubiger mit 22 Milliarden US-Dollar abfinden. Der Insolvenzverwalter PricewaterhouseCoopers (PwC) werde seinen Plan heute vorstellen, der im Kern eine einvernehmliche Lösung mit den Gläubigern anstrebt und so eine schnelle Auszahlung der Mittel noch im Jahr 2011 erlauben soll, so ein PwC-Partner. Die individuelle Geltendmachung von Ansprüchen dürfte dagegen mehrere Jahre in Anspruch nehmen.

PwC-Partner Steven Pearson bezeichnete den eigenen Plan als "ziemlich avantgardistisch". Der Vorschlag zur Auszahlung der Mittel kommt ein Jahr und neun Monate nach dem Kollaps der Investmentbank während des Höhepunkts der Finanzkrise. Rund 80 Töchter weltweit mussten in Folge nach dem jeweils geltenden nationalen Recht abgewickelt werden. Der Insolvenzverwalter hat nun die Höhe der Ansprüche der einzelnen Gläubiger nach bestimmten Kriterien zusammengetragen, um die Basis für eine einvernehmliche Lösung zu schaffen.

PwC will die 6.500 Gläubiger - meistens Banken und Versicherer - nun kontaktieren und um ihre Zustimmung zu dem Plan werben. Auf Gläubigerversammlungen im Sommer in London und New York soll darüber informiert werden, die Abstimmung über den Plan soll im vierten Quartal erfolgen. Der PwC-Partner sprach davon, dass der Plan nur mit einer breiten Unterstützung der Gläubiger umgesetzt werde, also mit einer Zustimmung von "wahrscheinlich rund 90%". Bei einer Ablehnung müsse der Insolvenzverwalter über jeden angemeldeten Anspruch der Gläubiger einzeln entscheiden.

Quelle: DJ