Ratgeber

Elektronische Lohnsteuerkarte : Erst 2013 geht es los

Jetzt ist es raus: Die Elektronische Lohnsteuerkarte kommt nächstes Jahr gar nicht mehr, sondern erst 2013. Bis dahin sollen die technischen Probleme gelöst sein. Die Lohnsteuerkarte von 2010 wird damit erstmal weiter gelten. Dabei sollten Arbeitnehmer aber ein paar Dinge beachten.

Die gelbe Papp-Karte des Jahres 2010 gilt auch noch für 2012.
Die gelbe Papp-Karte des Jahres 2010 gilt auch noch für 2012.

Die elektronische Lohnsteuerkarte lässt auf sich warten: Eigentlich hätte das papierlose Lohnsteuer-System im kommenden Jahr in Betrieb gehen sollen. Bund und Länder haben den Start nun auf Anfang 2013 verschoben - und damit die Lebenszeit der alten Papierkarte verlängert. Arbeitnehmer sollten ihre Angaben noch einmal genau prüfen.

Was steckt hinter der elektronischen Lohnsteuerkarte?

Sie ist eigentlich keine Karte mehr, sondern eine Datenbank: Was früher auf der Vorderseite der Lohnsteuerkarte stand, ist künftig in der zentralen Datenbank namens ELStAM erfasst. ELStAM steht für "Elektronische Lohnsteuer-Abzugs-Merkmale". Sobald das System angelaufen ist, kann der Arbeitgeber darauf zurückgreifen, um den Lohnsteuerabzug seiner Beschäftigten zu ermitteln. Dort steht dann geschrieben, in welcher Steuerklasse der Arbeitnehmer ist, wie viele Kinder er hat, welche Freibeträge er beantragt hat und welcher Religionsgemeinschaft er angehört. Einem neuen Arbeitgeber müssen Beschäftigte künftig ihr Geburtsdatum und die steuerliche Identifikationsnummer mitteilen, damit dieser auf die Datenbank zugreifen kann.

Was passiert mit der Papierkarte?

Zum letzten Mal bekamen Arbeitnehmer für 2010 eine Lohnsteuerkarte aus Papier zugeschickt. Sie galt auch 2011 weiter, als die Umstellung auf das elektronische System schon in vollem Gange war - und die Initiatoren zuversichtlich, dass es 2012 in Betrieb geht. Weil sich nun die ELStAM-Einführung bis ins Jahr 2013 verzögert, ist die Lohnsteuerkarte für 2010 noch ein weiteres Jahr, also auch für 2012 gültig.

Wozu dienen die ELStAM-Infoblätter?

In den vergangenen Wochen bekamen die rund 40 Millionen Arbeitnehmer in Deutschland einen Brief ihres Finanzamts. Er informiert darüber, welche Lohnsteuermerkmale über eine Person in der neuen Datenbank vermerkt wurden. Bei manchen haben sich in den Infoblättern Fehler eingeschlichen. Betroffene sollten diese gleich dem Finanzamt melden und sich ein korrigiertes Infoblatt ausstellen lassen. Sobald das ELStAM-System in Kraft ist, werden die Abzüge sonst falsch berechnet. Auch muss das Schreiben 2012 beim Arbeitsplatzwechsel vorgelegt werden - ist es falsch, übernimmt der neue Arbeitgeber die Fehler in seine Unterlagen.

Was ist bei Änderungen und Korrekturen der Lohnsteuermerkmale zu tun?

Lohnsteuermerkmale, die 2010 noch richtig waren, können 2012 längst veraltet sein, etwa wenn jemand geheiratet oder ein Kind bekommen hat. Ein Arbeitnehmer, bei dem sich Änderungen ergeben, muss diese dem Finanzamt melden und sich ein neues Infoblatt ausdrucken lassen. Diesen Ausdruck bringt er zu seinem Arbeitgeber, damit dieser die Änderungen bei der Berechnung des Lohnsteuerabzugs berücksichtigt.

Was ist 2012 bei einem Arbeitsplatzwechsel zu tun?

Wer 2012 den Arbeitsplatz wechselt, muss dem neuen Arbeitgeber die Lohnsteuerkarte für 2010 und das ELStAM-Infoblatt vorlegen. Wer bisher noch keine Lohnsteuerkarte hatte, muss sich beim Finanzamt einen Ausdruck anfordern, auf dem die gleichen Angaben stehen wie auf dem Infoblatt. Dieses Papier dient quasi als Ersatz-Lohnsteuerkarte und muss beim Arbeitgeber abgegeben werden.

Müssen für 2012 wieder Freibeträge beantragt werden?

Vermutlich müssen Freibeträge nicht neu beantragt werden, endgültig ist das aber in diesen Tagen noch nicht geklärt. Aller Voraussicht nach gelten mit den Angaben der Lohnsteuerkarte 2010 auch die damals darauf vermerkten Freibeträge mit allen Rechtsfolgen weiter, das heißt: Wer einen Freibetrag eingetragen hat, muss auch eine Steuererklärung machen. Experten raten dazu, genau zu prüfen, ob die eingetragenen Freibeträge noch richtig sind, und sie gegebenenfalls zu ändern. Die Anträge dafür sollten so schnell wie möglich erfolgen, damit die Änderungen möglichst früh im kommenden Jahr gelten.

Quelle: n-tv.de

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