Ratgeber

Zweite Heimat unter PalmenFerienhaus lohnt sich kaum

12.08.2009, 10:21 Uhr

Wer ohnehin meistens in der gleichen Region Urlaub macht, wird vielleicht irgendwann über ein eigenes Ferienhaus nachdenken. Unter finanziellen Gesichtspunkten rentiert sich das ganze allerdings selten.

Wer ohnehin meistens in der gleichen Region Urlaub macht, wird vielleicht irgendwann über ein eigenes Ferienhaus nachdenken. Unter finanziellen Gesichtspunkten lohnt sich das ganze allerdings selten. Auf jeden Fall sollten sich potenzielle Käufer über die folgenden Punkte bewusst sein:

Kosten

In Deutschland und vielen anderen Ländern mit attraktiven Ferienregionen, etwa Spanien, fällt Grund- bzw. Immobiliensteuer an. Wenn man nicht vermieten will und selbst nur wenige Wochen vor Ort ist, kann man sein Ferienhaus trotzdem nicht für die restliche Zeit unbeaufsichtigt lassen. Wer einen Hausmeisterdienst mit Gartenpflege, regelmäßiger Hausreinigung oder gegebenenfalls der Poolpflege beauftragt, muss mit mehreren hundert Euro rechnen. Außerdem müssen Ferienhäuser wie jede andere Immobilie auch instand gehalten werden. "Hierfür empfiehlt sich eine Sparrücklage von jährlich einem Prozent des Kaufpreises, damit nicht auf einmal mehrere tausend Euro aus dem eigenen Einkommen bezahlt werden müssen", so Dierk Jennewein von der Dresdner Bank

Wiederverkauf

"Viele Ferienhausbesitzer trösten sich mit der Aussicht, dass sie ja einen Ertrag erzielen, wenn sie die Immobilie wieder verkaufen", weiß Jennewein aus der Praxis. Und damit sollen dann womöglich ein seniorengerechter Umbau der Hauptwohnung oder der Umzug in ein Seniorenstift finanziert werden. Allerdings unterliegen die Märkte für Ferienimmobilien starken Schwankungen und Modetrends. Beispiel Spanien: Nach den Boomjahren Ende der 90er bis etwa 2006, in denen die Preise kräftig stiegen, stehen heute reihenweise Urlaubsimmobilien leer. Bankexperte Jennewein: "Da bekommt heute so mancher Verkäufer weniger, als er reingesteckt hat. Oder er findet gar keinen Interessenten." So sind in Deutschland die in den 80er Jahren als modern empfundenen großen Wohnanlagen heute out, Käufer suchen eher den romantischen Landhausstil.

Kredit

Wegen der schwer kalkulierbaren Wertentwicklung üben Banken bei der Finanzierung von Ferienimmobilien große Zurückhaltung. "Am besten ist es, wenn das Ferienhaus auch als gewöhnliches Wohnhaus nutzbar ist, weil das die Chancen beim Verkauf stark erhöht", erläutert Jennewein. In strukturschwachen Gegenden mit abnehmender Bevölkerung oder bei Investments im Ausland achten Banken sehr auf ausreichende Sicherheiten, etwa bereits schuldenfreien Immobilienbesitz.

Alterssitz

Gerade dann, wenn die Berufsjahre vorbei, die Kinder aus dem Haus und die zeitlichen Spielräume größer sind, entpuppen sich Ferienimmobilien bisweilen als unpraktisch. Manche Objekte liegen so weit abseits, dass man für jede kleine Besorgung ins Auto steigen muss. Oder sie bereiten älteren Eigentümern bauliche Probleme, etwa weil es im Haus zu viele Treppen gibt oder aus Platzmangel nur eine den Rücken strapazierende Ausklapp-Schlafcouch vorhanden ist. Jennewein: "Was einem jungen Paar noch genügte, ist in einer alternden Gesellschaft immer schwerer verkäuflich."

Quelle: ino