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Aussitzen hilft nicht: Heikle Themen im Job früh ansprechen

Nicht immer klappt die Zusammenarbeit unter Kollegen reibungslos. Doch Unstimmigkeiten lösen sich meist nicht einfach in Luft auf. Sie sollten daher frühzeitig mit der betreffenden Person geklärt werden.

Konflikte am Arbeitsplatz sollten nicht einfach ausgesessen werden. Besser ist, Mitarbeiter suchen das offene Gespräch.
Konflikte am Arbeitsplatz sollten nicht einfach ausgesessen werden. Besser ist, Mitarbeiter suchen das offene Gespräch.(Foto: dpa)

Keiner führt gerne heikle Gespräche mit dem Chef oder den Kollegen. Trotzdem sollten Mitarbeiter Konflikte zeitnah thematisieren und das nicht auf die lange Bank schieben.

Je länger man so ein Gespräch aussitzt, desto schwieriger wird es, einen Einstieg zu finden, berichtet die Zeitschrift "Psychologie heute".  Solche Gespräche gelingen außerdem besser, wenn generell regelmäßig und offen über schwierige Themen geredet wird. Dann gibt es eine Gesprächskultur dafür.

Kommt es zu einem klärenden Gespräch, haben viele den Gedanken: Jetzt machen wir endlich einmal reinen Tisch. Es wird nicht nur ein Konflikt angesprochen, sondern es werden weitere heikle Themen thematisiert. Dadurch fransen die Problemgespräche häufig völlig aus. In so einer Situation sollte man sich selbst mäßigen und der Versuchung widerstehen, weitere Probleme anzuschneiden. Auch wenn der Gesprächspartner das macht, blockt man besser ab. Man kann dann zum Beispiel vorschlagen, über das andere Thema zu einem anderen Zeitpunkt zu reden. Das erste Problem sei schließlich schwierig genug.

Wenn alles nichts hilft und man sich einfach nicht grün wird, geht man sich im Idealfall aus dem Weg. Das klappt aber nicht immer, etwa wenn ein gemeinsames Projekt ansteht. Karrierecoach Carolin Lüdemann rät, auf die Suche nach positiven Eigenschaften bei dem Kollegen zu gehen. Denn die sind ihrer Meinung nach eigentlich bei jedem zu finden. Dafür muss man bereit sein, den anderen ein bisschen kennenzulernen. Am Kaffeeautomaten plauschen oder Mittagessen gehen, lässt das Bild vom ungeliebten Kollegen vielleicht verschwinden. "Menschen gehen so weit, wie man sie lässt. Deshalb muss man einen Riegel vorschieben." Allerdings sei es falsch, nur Vorwürfe zu machen. Konstruktiver ist laut der Expertin, aus der Ich-Perspektive zu sprechen und damit klar zu machen, wie das Verhalten auf einen selbst wirkt und die eigene Arbeit beeinflusst.

Man sollte versuchen, die Probleme untereinander in den Griff zu bekommen. Der Gang zum Vorgesetzten ist in so einer Situation nicht zu empfehlen. "Das wirkt kindisch", sagt Lüdemann. Oft kann der Chef die Situation auch nicht einschätzen und mahnt am Ende beide zu mehr Professionalität. "Da gibt es keine Sieger."

Quelle: n-tv.de

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