Montag, 13. Juli 2009
Lebensmittelfälschungen: Imitate erkennen
In Supermärkten, Imbiss-Buden und in der Gastronomie werden immer häufiger Lebensmittel eingesetzt, die aus billigen Ersatzstoffen bestehen, wie etwa Kunstkäse auf Pizzen oder im griechischen Salat. Die Verbraucherzentrale Hamburg gibt Tipps, wie sich der Kunde schützen kann.
Wie erkenne ich Imitate im Supermarkt?
Auf Fertigpackungen steht eine Zutatenliste mit den Inhaltstoffen. Dieses "Kleingedruckte" muss der Verbraucher allerdings interpretieren. Heißt es etwa auf einer Verpackung "Lebensmittelzubereitung mit Käse", kann der Kunde davon ausgehen, dass das Produkt eine Mischung aus echtem und aus Kunstkäse enthält. Solch eine Verschleierung gilt etwa auch für den "Mini Keks Bolde" von Biscuits Delacre mit der Aufschrift "Schoko": Die Füllung enthält statt Schokolade nur fettarmes Kakaopulver, das mit gehärtetem Pflanzenfett und Zucker vermischt ist.
Die Imitat-Liste der Verbraucherzentrale Hamburg im Netz: Oben wird ein Analogkäse, der wie Schafskäse aussieht, gezeigt.
Wie erkenne ich Imitate in der Kleingastronomie?
Viele Imitate kommen in Imbissbuden und der Kleingastronomie zum Einsatz. Oft werden Käseimitate beim Überbacken verwendet und auch falscher Schinken kommt selten am Stück auf den Tisch. Deshalb ist es ziemlich schwierig, Imitate zu erkennen. Geschmacklich bringt einen meist nur der direkte Vergleich weiter. Falscher Schafskäse, etwa im griechischen Salat, fällt auf, weil er nicht die charakteristischen Bruchstellen und Löcher aufweist. Außerdem sollte man bei Bezeichnungen wie "Pizza-Schnitte" stutzig werden. Grundsätzlich gilt: Ein Gastronom darf nicht mit Zutaten werben, die nicht enthalten sind. Weil der Verbraucher die Angaben aber schwer vor Ort überprüfen kann, ist auswärts essen Vertrauenssache.
Welche Imitate sind erlaubt?
Grundsätzlich ist alles erlaubt, was als Lebensmittel eingesetzt werden kann und den Hygienevorschriften genügt. Verboten ist nur die falsche Deklaration.
Sind Imitate schädlich?
Lebensmittelimitate gefährden nicht die Gesundheit. Schädlich sind sie allenfalls für den Geldbeutel, weil den Verbrauchern billige, minderwertige Inhaltsstoffe untergeschoben werden. Wer auf Milcheiweiß allergisch reagiert und deshalb bewusst auf Analogkäse ausweichen will, hat Pech: Auch das Imitat enthält tierisches Eiweiß. Bei Laktoseunverträglichkeit können manche Analogkäseprodukte dagegen eine Alternative sein.
Was kann ich tun?
Die Verbraucherzentrale Hamburg erstellt auf ihrer Internetseite www.vzhh.de eine schwarze Liste mit Mogelpackungen und bittet alle Verbraucher um Unterstützung.
ino/AFP
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