Freitag, 08. Oktober 2010
Heizkosten für Mieter: Jede zweite Abrechnung falsch
(Foto: picture-alliance/ dpa)
Fast die Hälfte der Heizkostenabrechnungen für Mietwohnungen ist einer Studie zufolge falsch. Eine Auswertung mehrerer hundert Kostenaufstellungen von Vermietern aus den vergangenen zehn Jahren zeigt, dass 47 Prozent der Abrechnungen Fehler aufweisen, teilt die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz mit. Nur gut ein Drittel (36 Prozent) der Abrechnungen für Mieter aus dem Bundesland war ohne erkennbaren Fehler. Bei 17 Prozent habe immerhin Klärungsbedarf bestanden.
Häufigster Fehler war die falsche Bewertung des Brennstoffverbrauchs - was in erster Linie bei Ölheizungen auftritt, wie die Verbraucherzentrale mitteilt. Ein weiterer häufiger Fehler war, dass die Heizkosten zu einem höheren Anteil als erlaubt nach dem Verbrauch berechnet wurden und entsprechend weniger stark über die Mietfläche. Zudem wurden oft die Warmwasserkosten über eine Pauschale abgerechnet, obwohl dies den Angaben zufolge nur im Ausnahmefall zulässig ist.
648 Heizkostenabrechnungen analysiert
Daneben wurde auch oft die Aufteilung der Gesamtkosten zwischen unterschiedlichen Mietergruppen wie Privatmietern und gewerblichen Mieter fehlerhaft oder nicht nachvollziehbar. Die Verbraucherschützer werteten für die Untersuchung insgesamt 648 Heizkostenabrechnungen von rheinland-pfälzischen Mietern aus den vergangenen zehn Jahren aus.
Das Ergebnis der Auswertung zeige, dass bei den Heizkostenabrechnungen "Vieles im Argen" liege, erklärten die Verbraucherschützer. Hausverwaltungen und Vermieter müssten hier genauer werden - auch deswegen, weil die Kosten für die Erstellung der Heizkostenabrechnung den Mietern noch zusätzlich in Rechnung gestellt werden. "Da darf man als Mieter eine korrekte Abrechnung verlangen", erklärte Energiereferent Hans Weinreuter von der Verbraucherzentrale. In jedem Fall sollen Mieter demnach die Abrechnungen genau unter die Lupe nehmen und bei Zweifeln den Rat von Experten suchen.
AFP
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