Ratgeber

Offene Immobilienfonds: Mehr Schutz vor Großanlegern

Wenn mehrere Großinvestoren ihre Immobilienfondsanteile zurückgeben, können sie den ganzen Fonds ins Wanken bringen. 2008 ist das passiert und noch immer gibt es Anleger, die nicht an ihre Anteile kommen, weil der Fonds vorübergehend dicht gemacht hat. Damit sich das nicht wiederholt, soll es künftig Mindesthaltefristen geben.

Offene Immobilienfonds werden unflexibler, zumindest für Großanleger.
Offene Immobilienfonds werden unflexibler, zumindest für Großanleger.

Privatanleger in offenen Immobilienfonds werden besser vor den Folgen eines plötzlichen Rückzugs großer Investoren geschützt. Künftig soll es eine zweijährige Mindesthaltedauer für Großanleger solcher Fonds geben. Das geht aus dem aktuellen Entwurf für das Anlegerschutzgesetz hervor, der nun verabschiedet werden soll.

Offene Immobilienfonds wurden Kleinanlegern lange als sicher und renditestark empfohlen. Großanleger haben die Fonds dagegen oft als Geldmarktersatz missbraucht. Als im Zuge der Finanzkrise große Gesellschaften ihr Geld im großen Stil abzogen, gerieten mehrere Fonds ins Wanken und mussten vorübergehend schließen. Bei einigen Anbietern kommen die Anleger immer noch nicht an ihr Geld.

Künftig wird den Großanlegern ein Ausstieg ohne Vorwarnung erschwert, wodurch Schieflagen zu Lasten der Kleinanleger verhindert werden sollen. Die jetzigen Regeln fallen aber weniger streng aus, als es ein erster Entwurf vom Frühjahr vorsah. Dieser hätte auch viele Privatanleger getroffen.

Zwei Jahre Haltefrist

Der Gesetzentwurf sieht vor, dass Anleger ihre Anteile zwei Jahre halten müssen, bei bestehenden Anlagen gelten diese zwei Jahre aber bereits als abgeleistet. Ausgenommen sind zudem Beträge bis zu 5.000 EUR pro Monat, so dass Kleinanleger weiter Anteile bis zu dem Betrag zurückgeben können. Im dritten Jahr müssen Anleger beim Ausstieg einen Abschlag von zehn Prozent des Anteils hinnehmen, im vierten Jahr von fünf Prozent. Doch auch diese  Rücknahmeabschläge gelten erst für Beträge von mehr als 5000 Euro.

Für Alt- und Kleinanleger ändert sich also nichts. Anstatt eines ursprünglich geplanten zehnprozentigen Bewertungsabschlags sollen Immobilien zudem künftig häufiger bewertet werden.

Quelle: n-tv.de

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