Ratgeber

Jede Zweite ist falsch: Nebenkostenabrechnung prüfen

Der Winter 2011 war mild und zumindest Mieter, deren Wohnung mit Gas und Fernwärme beheizt wird, können über die Heizkostenabrechnung Geld zurück erwarten. Mieterschutzvereine empfehlen dennoch grundsätzlich, Betriebs- und Nebenkostenabrechnungen genau zu kontrollieren, weil schätzungsweise jede zweite Abrechnung fehlerhaft ist.

Ist die Nebenkostenabrechnung unverständlich, kann der Mieter Nachbesserung verlangen und muss so lange nicht zahlen.
Ist die Nebenkostenabrechnung unverständlich, kann der Mieter Nachbesserung verlangen und muss so lange nicht zahlen.

Wer Zweifel an einer hohen Heizkostenabrechnung hat, sollte zunächst die aktuelle Abrechnung mit der des Vorjahres vergleichen und bei eventuellen Ungereimtheiten bei Vermieter oder Hausverwaltung nachfragen. Bei Ölheizungen muss zur Jahresabrechnung der Restbestand im Tank ermittelt worden sein. Zudem sollte die Abrechnung nur die Energielieferungen aus dem Abrechnungszeitraum enthalten. Weitere Punkte können anhand einer Checkliste überprüft werden, die beim Deutschen Mieterbund (DMB) und örtlichen Mietervereinen erhältlich ist. Ist die Nebenkostenabrechnung unverständlich, kann der Mieter Nachbesserung verlangen und muss so lange nicht zahlen.

Vergleichen

Mit Hilfe des Heizspiegels 2012 können Mieter ermitteln, ob die Heizkosten ihres Wohngebäudes niedrig oder zu hoch sind. Ergibt sich ein zu hoher Verbrauch, kann ein Heizgutachten angefordert werden, bei dem die Abrechnung überprüft und Vorschläge für eine Senkung von Energieverbrauch und -kosten gemacht werden. Bei einem zu hohen Energieverbrauch können Mieter auch versuchen, den Eigentümer zu Sanierungsmaßnahmen zu motivieren. "Das Geld, das an die Gasunternehmen und Ölscheichs gezahlt wird, geht auch für Vermieter verloren", sagt Ulrich Ropertz vom Mieterbund. Deshalb sollten auch Eigentümer ein Interesse daran haben, keine Energieschleuder bereitzustellen.

Alle Posten prüfen

Kontrollieren sollten Mieter alle Betriebskosten. Dazu zählen Auslagen, die dem Eigentümer durch Nutzung des Hauses laufend entstehen: Kosten für Heizung und Warmwasser, Abwasser, Straßenreinigung, Versicherung, Hausmeister, Aufzug und Gartenpflege.

Einspruch einlegen

Wer gegen seine Nebenkostenabrechnung Einspruch einlegen will, hat dafür maximal ein Jahr Zeit. Der Mieterbund rät aber, die Kosten innerhalb von vier Wochen zu beanstanden. Auf keinen Fall sollte der Mieter vor Beanstandung zahlen - das gilt als Einverständnis.

Abrechnen

Wer bis Ende Dezember keine Nebenkostenabrechnung für das Vorjahr erhalten hat, hat Glück gehabt: Nach dem Gesetz muss der Vermieter alle zwölf Monate abrechnen, also in der Regel bis zum 31. Dezember des Folgejahres. Spätere Nachforderungen sind unzulässig, es sei denn, der Vermieter hat die Verspätung nicht zu verschulden.

Der Heizspiegel ist im Internet abrufbar unter www.heizspiegel.de und www.mieterbund.de.

Quelle: n-tv.de

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