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Ratgeber

Mittwoch, 27. Oktober 2010

Alte Ausweise noch zum Schnäppchenpreis: Neuer Perso - neue Herausforderung

Peter Poprawa

Bislang war schnell erklärt, was ein Personalausweis ist und wozu es ihn gibt. Wer nun allerdings Sinn und Zweck des neuen elektronischen Ausweises verstehen will, braucht eine behördliche Bedienungsanleitung, die ähnlich komplex ist wie die eines Handys.

Der neue Personalausweis im Scheckkartenformat hat viele Funktionen. So soll er nicht mehr nur bei Grenzkontrollen zum Einsatz kommen, sondern auch bei Bankgeschäften und Einkäufen im Internet -  und sogar am Zigarettenautomaten. Doch viele Bürger zweifeln daran, ob es grundsätzlich sinnvoll ist, dass der Staat den Personalausweis als Hilfsmittel für Online-Geschäfte anbietet.

Der neue Peronalausweis kommt im Scheckkartenformat daher.

Der neue Peronalausweis kommt im Scheckkartenformat daher.
(Foto: picture alliance / dpa)

Das Bundesinnenministerium erwartet jedenfalls einen Run auf den neuen Ausweis. Ministeriumssprecher Philipp Spauschus sagte im Gespräch mit n-tv.de, dass pro Jahr normalerweise rund zehn Millionen Anträge für einen neuen Ausweis eingehen. Für 2011 erwarte das Ministerium etwa zwei Millionen weitere Anträge durch jene Bürger, die sich explizit für die Vorteile des neuen Personalausweises begeistern und diesen also außer der Reihe haben wollen. Dies sei auch erstmals möglich, ohne dass ein Bürger einen Verlust melden oder auf das Verfallsdatum seines alten "Perso" warten müsse.

Schnäppchen sind noch möglich

Spauschus bestätigte, dass es noch immer eine gewisse Skepsis gegen den e-Ausweise gebe. Dies betreffe vor allem jene Bürger, die auch bislang nicht viel mit den neuen Medien am Hut hätten. "Wenn jemand einen Personalausausweis besitzt, der ohnehin bald abgelaufen wäre und auch sonst eher skeptisch den neuen Möglichkeiten gegenübersteht, die dieser Ausweis bietet, sprich den e-ID-Funktionen, der will jetzt noch schnell einen alten Ausweis haben. Die alten Ausweise behalten natürlich weiterhin und uneingeschränkt ihre Gültigkeit." Auch spiele sicherlich für den einen oder anderen der finanzielle Aspekt eine Rolle. Es sei schon eine Frage der Möglichkeiten, ob man acht Euro für den alten oder 28,80 Euro für den neuen Ausweis bezahlt. Diese Überlegungen dürften sicher für jene Bürger keine Rolle spielen, die eine gewisse Internet-Affinität besitzen. Manche freuten sich schon darauf, dass der neue Ausweis bald kommt.

Keine echten Sicherheitsprobleme

Der Sprecher des Innenministeriums bedauerte, dass es in den vergangenen Wochen zu Fehleinschätzungen hinsichtlich der Sicherheit des Ausweises gekommen sei. "Wir haben uns nach Kräften bemüht aufzudecken, was da eigentlich nachgewiesen wurde", so Spauschus. Im Grunde genommen sei nur nachgewiesen worden, dass ein nicht gesicherter Computer eben auch nicht sicher ist. Darauf folgt, dass ungeschützte Daten abgeschöpft werden könnten. Dies sei allerdings keine neue Erkenntnis. Wer das Ganze allerdings technisch durchschaue, der sehe auch die zahlreichen Vorteile des neuen Personalausweises.

Die Lesegeräte für den neuen Personalausweis.

Die Lesegeräte für den neuen Personalausweis.
(Foto: picture alliance / dpa)

Wer die elektronischen Ausweisfunktionen vom heimischen Rechner aus nutzen möchte, benötigt dafür ein entsprechendes Lesegerät. Dieses gibt es in verschiedenen Preisklassen im Handel. Die teureren sind zugleich auch sicherer. Was aber laut Spauschus nicht heißen soll, dass das Basislesegerät in einer gesicherten Computerumgebung, also Virenschutz und Firewall, ein deutliches Plus an Sicherheit gegenüber dem heutigen Stand bringt. "Wenn man weitere Sicherheiten haben will, steht es jedem offen auch die teureren Lesegeräte zu kaufen." Der Ansatz des Ministeriums sei es aber gewesen, die Sicherheit jedem zugänglich zu machen. Es bringe nichts, dass sich nur Leute mit Geld Sicherheit leisten können. Man habe damit das Sicherheitsniveau im Internet generell erhöhen wollen. Deshalb fördere der Bund die Verteilung von Lesegeräten, nicht nur von den Basisgeräten, sondern generell von allen Modellen, mit Mitteln aus dem Konjunkturpaket in Höhe von insgesamt 24 Millionen Euro. Damit sollen rund eineinhalb Millionen Lesegeräte vergünstigt oder gar verschenkt an die Frau und den Mann gebracht werden. Bei Sicherheitsfragen sollte der Preis der Geräte kein entscheidendes Hindernis sein.

Schade nur, dass längst noch nicht alle deutschen Ämter und Unternehmen entsprechende Online-Angebote zur digitalen Ausweisbenutzung bereithalten.

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