Ratgeber

Riester-Förderung für StreubombenNur wenige Verträge sind sauber

14.12.2010, 10:10 Uhr

Riester-Sparer müssen damit rechnen, dass ihr Geld bei Hersteller von Streumunition angelegt sein kann, obwohl diese Waffen in Deutschland verboten sind. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung von Finanztest.

Streumunition ist seit diesem Jahr in vielen Staaten geächtet. Dennoch müssen Riester-Sparer müssen damit rechnen, dass ihr Geld bei Herstellern von Streumunition angelegt sein kann. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung der Stiftung Warentest, die für die Zeitschrift "Finanztest" 174 Riester-Anbieter zu ihren Anlagekriterien befragt hat. Gerade einmal zwölf von ihnen schließen Anlagen in Streubombenhersteller aus und können das auch belegen.

Das Thema Ethik ist offenbar ein Randthema, so das Fazit von "Finanztest": Ein Großteil der befragten Banken, Versicherungen und Fondsgesellschaften antwortete gar nicht oder nur nebulös. Einige Riester-Sparprodukte gibt es aber, die sowohl unter ethischen als auch finanziellen Gesichtspunkten empfohlen werden können. Das sind die Fondssparpläne von Union Investment und DWS, die klassische Rentenversicherung der Debeka, die fondsgebundene Rentenversicherung von Cosmos Direkt und der Banksparplan der Ethikbank. Drei Anbieter – Allianz, Ergo und Ergo Direkt – haben gegenüber "Finanztest" angegeben, sie würden zurzeit an Richtlinien arbeiten.

Anlass für die Anbieter-Untersuchung war eine nicht repräsentative Leserumfrage auf test.de zu ethischen Mindeststandards bei Riester-Produkten. Die große Mehrheit sprach sich für ein gesetzliches Verbot von Investitionen in Streumunitionshersteller aus, schließlich gehe es bei Riester-Produkten auch um Steuergeld. Streubomben sind seit dem 1. August 2010 international geächtet. In Deutschland ist schon seit Juni 2009 die Herstellung solcher Waffen strafrechtlich verboten. Umstritten ist, ob von der Ächtung auch Investments in Streubombenhersteller betroffen sind.

Quelle: ino