Donnerstag, 14. Januar 2010
Hilfe für Haiti: Wem Spender trauen können
Wer für die Erdbebenopfer in Haiti spenden will, sollte auf eine internationale Vernetzung der begünstigten Hilfsorganisation achten. "Seriöse Organisationen zeichnen sich dadurch aus, dass sie in so einer Situation nicht allein vorgehen", sagte Burkhard Wilke, Geschäftsführer des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI) in Berlin. Bei einer solchen Katastrophe, bei der weltweit die Hilfe anläuft, sei Abstimmung besonders wichtig.
Ulrich Pohl vom Deutschen Spendenrat in Bielefeld empfahl, für große Hilfsorganisationen wie "Aktion Deutschland hilft" oder "Bündnis Entwicklung hilft" zu spenden, in denen sich jeweils mehrere Organisationen zur Soforthilfe zusammengeschlossen haben. "Große Organisationen sind am ehesten in der Lage, nun Lebensmittel, Medikamente und Zelte nach Haiti zu bringen und eine Infrastruktur aufzubauen", sagte Pohl.
Auf DZI-Siegel achten
Trägt eine Organisation das DZI-Siegel, können sich Spender laut Wilke darauf verlassen, dass das Geld bei den Opfern in Haiti ankommt. Außerdem sollten Spender darauf achten, dass eine Hilfsorganisation kompetent in Katastrophenhilfe ist und über Erfahrung und ein Netzwerk in Haiti verfügt. In diesem Fall könnten auch kleinere Organisationen sinnvoll helfen, sagte Pohl. Ob eine Organisation bereits vor dem Beben in dem Karibikstaat tätig war, könnten Spender im Internet nachschauen. Wer keinen Webanschluss hat, könne sich an den Spenden-Empfehlungen der Fernsehsender orientieren.
Auch zweckgebundene Spenden, von denen sonst eher abgeraten wird, machen bei Katastrophen wie dieser Sinn: "In den nächsten Wochen besteht reichlich Bedarf. Da sehe ich keine Gefahr, dass Spendengelder nicht mehr sinnvoll ausgegeben werden können", sagte Pohl. Allerdings sollte der Zweck weit gefasst sein, also zum Beispiel "Haiti" statt "Trinkwasser für Haiti" genannt werden. Für eine zweckgebundene Spende muss auf der Überweisung unbedingt das von der Hilfsorganisation vorgegebene Stichwort angegeben werden.
Vorsicht sei bei Spendenaufrufen im Internet angebracht, warnt das DZI. Besonders hinter Ketten-E-Mails steckten oft Trittbrettfahrer und schwarze Schafe. Misstrauisch sollten Spender auch bei Aufrufen sein, die sehr emotional gestaltet sind, aber wenige Informationen über konkret geplante Hilfsmaßnahmen bieten.
Im Internet listet das DZI seriöse Organisationen auf, die zu Spenden für Haiti aufgerufen haben.
dpa
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