Montag, 01. Dezember 2008
Soziale Defizite: Woran Führungskräfte scheitern
Vielversprechende Nachwuchsführungskräfte sind nicht automatisch erfolgreich: Fachlich ist der neue Chef der Abteilung möglicherweise brillant. Aber kaum ist er einen Monat im Unternehmen, hagelt es Beschwerden aus der Führungsebene, und in seiner Abteilung schnellt die Fluktuation nach oben. Das Beispiel ist kein Einzelfall. Zu 90 Prozent scheitern Führungskräfte nicht an fachlichen Defiziten, sondern an mangelnder sozialer Kompetenz.
Manchmal liegt das Problem an mangelnder Führungserfahrung. Zwar fühlt sich jeder geschmeichelt, wenn ihm eine wesentlich attraktivere und besser bezahlte Stelle angeboten wird und traut sie sich vielleicht auch zu. Aber wenn es die erste Position mit Personalverantwortung ist, kann der Betreffende selbst noch nicht wissen, ob er führen kann oder nicht.
Andere Firmen, andere Sitten
Ein weiterer Grund, als Führungskraft zu scheitern, sind Schwierigkeiten mit der jeweiligen Unternehmenskultur. Schon im Umgangston kann es dabei große Unterschiede zwischen den Betrieben geben. Hinweise darauf zeigen sich möglicherweise bereits beim Vorstellungsgespräch: Schon dabei sehen Bewerber und Unternehmen oft, ob sie zusammenpassen. Das gilt zum Beispiel für das Auftreten und den Dresscode.
Andere Führungskräfte konzentrieren sich zu stark auf ihre Arbeit, ohne ihre Kollegen wahrzunehmen. Das verhindert die Erkennung von zwischenmenschlichen Informationen. Chefs, die auf ihre Arbeit fixiert sind, vernachlässigen außerdem das Delegieren. Wenn sie lieber alles allein machen, belasten sie sich zu sehr mit Detailaufgaben und verzetteln sich. Erfolgreiche Führungskräfte sollten deshalb Aufgaben abgeben.
Informationsdefizite
Ein häufiger Fehler von Führungskräften ist auch mangelnde Kommunikation. Unerfahrene Chefs informieren häufig nur einen Teil des Teams, der Rest geht leer aus. Oder sie kritisieren einzelne Mitarbeiter, ohne Hinweise darauf zu geben, was diese besser machen könnten. Welche sozialen Kompetenzen Bewerber mitbringen, lässt sich in einem Bewerbungsgespräch in der Regel kaum klären. Das erklärt die zunehmende Rolle von Assessmentcentern bei der Personalauswahl.
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