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Dienstag, 22. Juni 2010

Kreditvermittler machen Kasse: Millionen Deutsche überschuldet

Wenn Menschen die eigenen Schulden über den Kopf wachsen, greifen sie oft nach einem Strohhalm. Davon profitieren unseriöse Kreditvermittler.
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(Foto: Gerd Altmann, pixelio.de)

Fast vier Millionen Bundesbürger sind nach Angaben der Bundesregierung überschuldet. Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) warnt zum Start der "Aktionswoche Schuldnerberatung" vor unseriösen Kreditvermittlern. "Die in Not geratenen Verbraucher, die sich solchen an der Grenze der Legalität agierenden Geschäftsleuten anvertrauen, geraten dadurch noch tiefer in die Schuldenfalle ­ zum Beispiel durch Wucherzinsen", sagte Aigner, die Schirmherrin der Aktion ist.

Der Schaden durch Kreditvermittlungsbetrug liegt nach Einschätzung der Verbraucherzentralen insgesamt bei bis zu 150 Millionen Euro im Jahr. Die Verbraucherzentralen mahnten nach eigenen Angaben zehn unseriöse Schuldenregulierer ab. Gegen zwei werde Klage erhoben. Die Anbieter hätten gegen das Rechtsdienstleistungsgesetz verstoßen, teilte der Bundesverband der Verbraucherzentralen mit. Manche Firmen ließen sich einfachste Bürodienste bezahlen, blieben aber ansonsten untätig. In der Aktionswoche klären die Verbraucherzentralen bis zum 25. Juni in ihren Beratungsstellen über Betrugspraktiken bei der Kreditvermittlung auf.

Die Bundesbürger könnten nach Ansicht der Verbraucherschützer mit einer kleinen Rechtsänderung vor großen Schäden durch Kreditbetrug bewahrt werden. Nur wer tatsächlich einen Kredit vermittelt hat, solle von seinen Kunden auch Zahlungen verlangen können, forderte der Chef des Bundesverbands der Verbraucherzentralen, Gerd Billen. Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) solle das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) entsprechend ändern.

dpa

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