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Endlich ein Medaillentreffer: Routinier Andrea Henkel tilgte mit ihrer makellosen Schießleistung zumindest eine deutsche Null im Medailenspiegel.
Endlich ein Medaillentreffer: Routinier Andrea Henkel tilgte mit ihrer makellosen Schießleistung zumindest eine deutsche Null im Medailenspiegel.(Foto: dpa)

Deutsche Medaille bei der Biathlon-WM: Altstar Henkel bricht den Bann

Die deutschen Biathleten sind bei der WM in Nove Mesto nicht länger ohne zählbaren Erfolg. Altstar Andrea Henkel verschafft Deutschland mit Silber im prestigeträchtigen Einzel-Wettbewerb endlich Einlass in den Medaillenspiegel. Gold geht an die Norwegerin Tora Berger.

Henkels respektable Bilanz: 16 WM-Medaillen bei 14 Teilnahmen.
Henkels respektable Bilanz: 16 WM-Medaillen bei 14 Teilnahmen.(Foto: REUTERS)

Mit traumwandlerischer Sicherheit am Schießstand hat Andrea Henkel den deutschen Skijägern mit Einzel-Silber die erste Medaille bei den Weltmeisterschaften in Nove Mesto beschert. Die Thüringerin räumte im Biathlon-Klassiker in der Vysocina Arena alle 20 Scheiben ab. Nach den 15 Kilometern war nur die ebenfalls fehlerfrei schießende Tora Berger aus Norwegen um 52,7 Sekunden schneller als die 35 Jahre alte Deutsche. Für Andrea Henkel war es die 16. Medaille bei der 14. WM-Teilnahme. Dritte wurde Walj Semerenko aus der Ukraine.

"Ich habe mich auf jedes Schießen konzentriert. Ich fand fast das letzte Schießen war das Sicherste", sagte sie. "Manchmal", meinte Henkel, "funktioniert es auch, wenn ich ganz viel Druck habe. Es gab viel Kritik an der deutschen Mannschaft. Ich hoffe, dass es in der zweiten Woche besser wird und ich den Anfang gemacht habe."

Einen Tag vor dem Männer-Rennen an diesem Donnerstag (17.15 Uhr) mit Andreas Birnbacher, Arnd Peiffer, Florian Graf und Erik Lesser schaffte das deutsche Team dank der großen alten Dame im deutschen Biathlon-Sport den Befreiungsschlag.

Berger ist nicht zu schlagen

Gegen die überragende Norwegerin Tora Berger, die ihr drittes Gold bei der WM in Tschechien gewann, war Andrea Henkel allerdings machtlos. "Die Tora ist einfach eine Nummer, das muss man neidlos anerkennen", sagte Bundestrainer Gerald Hönig. Der Coach, seit 20 Jahren an der Seite von Andrea Henkel, hatte Tränen in den Augen. Nach dem letzten Volltreffer seines Schützlings ging er vor Glück in die Knie. "Ich kann es noch gar nicht in Worte fassen. Das berührt mich unheimlich. Toll, wie Andrea mit diesem Druck umgegangen ist."

Während Henkel alle 20 Scheiben abräumte, fehlte Miriam Gössner (6 Strafminuten/5:43,0 Minuten Rückstand auf Berger) und Franziska Hildebrand (5/7:39,2) das Zielwasser. "Meine Laufform war richtig gut. Jetzt freue ich mich auf den Massenstart am Sonntag, da gibt es keine Strafminuten, sondern nur Strafrunden", sagte Miriam Gössner. Stark am Schießstand präsentierte sich dagegen Nadine Horchler, die nur einmal nicht traf, und deshalb auch nur 4:53,4 Minuten zurücklag. Für einen Top 25-Platz reichte es aber auch bei ihr nicht.

Nachdem die erste Null im Medaillenspiegel getilgt ist wollen die deutschen Männer nachlegen. "Die Hoffnung ist immer da. Im Biathlon eröffnen sich immer Chancen, mit denen man nicht rechnet", sagte Birnbacher. Der Weg zum Titel freilich wird nur über die WM-Dominatoren Emil Hegle Svendsen (Norwegen) und Martin Fourcade (Frankreich) führen. "Wenn diese Rennsemmeln den einen oder anderen Fehler schießen, dann ist es machbar", meinte Bundestrainer Mark Kirchner.

Quelle: n-tv.de

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