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An diesem Wochenende gilt's: Arnd Peiffer.
An diesem Wochenende gilt's: Arnd Peiffer.(Foto: dpa)

Welt witzelt über deutsche Schießkünste: Biathlon-Staffel mit vollem Risiko

Genau 100 Schuss sind es noch für die deutschen Biathleten bei der Weltmeisterschaft in Nove Mesto. Erst kommt die Staffel, dann der Massenstart. Danach soll keiner mehr über die deutschen Skijäger lachen. Erik Lesser ist überraschend Staffel-Schlussläufer.

Selbst die Rehe auf der böhmisch-mährischen Höhe dürften derzeit keine Angst vor den deutschen Biathleten haben. Die Schießkünste der Skijäger bei der Weltmeisterschaft in Nove Mesto sind mittlerweile schon zum Gegenstand von Witzen geworden. 29 Fehler haben sich die Deutschen bei insgesamt 200 Schuss in den drei Einzelrennen geleistet - das waren eindeutig zu viele, um auch nur annähernd in den Medaillenkampf eingreifen zu können. Trotzdem träumt das Team der Bundestrainer Mark Kirchner und Fritz Fischer noch immer vom Edelmetall. Spätestens am Sonntag im Massenstart ab 12 Uhr soll es klappen. Noch besser wäre eine Medaille in der Männer-Staffel über 4x7,5 Kilometer heute ab 15.15 Uhr.

Und die haben die beiden Olympiasieger Fritz Fischer und Mark Kirchner offensiv ausgerichtet. Sie waren einst Siegläufer. Und deshalb wissen sie genau, was sie tun. Der für den Massenstart nur als Ersatz qualifizierte Simon Schempp läuft an, dann soll Andreas Birnbacher Vollgas geben und der ehemalige Sprintweltmeister Arnd Peiffer das Werk des zweimaligen Saisonsiegers weiterführen. Überraschend als Schlussläufer wurde Erik Lesser aufgestellt. Chefbundestrainer Uwe Müssiggang sagte: "Wenn man am Anfang nicht vorne dabei ist, dann hat man keine Chance. Der Sichtkontakt ist wichtig."

Wer zuletzt lacht, lacht am besten

100 Schuss sind es noch bis zum Finale der ersten WM in Tschechien, die als tolle Titelkämpfe in die Biathlon-Geschichte eingehen werden. Für die deutschen Männer könnte es die erste WM seit 1969 im polnischen Zakopane ohne eine einzige Medaille werden. Und da das einzig Berechenbare im Biathlon die Unberechenbarkeit ist, ist nichts unmöglich. So oder so.

"Es ist vielleicht gar nicht so schlecht, nicht unbedingt in der Favoritenrolle zu stecken. Dass wir ganz einfach lockerer in das Rennen gehen, mit gedämpfteren Erwartungen", sagte Birnbacher. "Wir sind guter Dinge. Aber soviel ist sicher: Wir müssen am Stand gut arbeiten und uns richtig kräftig zusammenreißen, damit wir eine Chance haben", meinte Peiffer.

Die Deutschen kommen auf eine Trefferquote von 85,5 Prozent. Dreifach-Weltmeister Emil Hegle Svendsen aus Norwegen etwa hat 93 Prozent geschossen. Der Franzose Martin Fourcade, mit einmal Gold und dreimal Silber dekoriert, hat 92 Prozent getroffen. Norweger und Franzosen sind neben den Russen die Top-Favoriten in der Staffel. Doch vielleicht gilt für die Deutschen: Wer zuletzt lacht, lacht am besten.

Quelle: n-tv.de

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