Krise zugespitztRegensburg ist pleite
Der hoch verschuldete Fußball-Regionalligist Jahn Regensburg muss Insolvenz anmelden.
Fußball-Regionalligist Jahn Regensburg droht die Insolvenz. Bei der turbulenten außerordentlichen Mitgliederversammlung des Vereins verweigerten 94 der 163 Stimmberechtigten dem fünfköpfigen Vorstand die Entlastung. Das Gremium trat daraufhin mit sofortiger Wirkung zurück. Noch Dienstag meldete der Verein Insolvenz an. Dies bestätigte ein Sprecher des Amtsgerichts.
Sollte das Insolvenzverfahren noch vor Saisonende eröffnet werden, müssten alle Saisonspiele des ehemaligen Zweitligsten, der von Ex-Nationaspieler Mario Basler trainiert wird, annulliert werden. Jahn Regensburg würde neben dem SC Feucht, der bereits Insolvenz angemeldet hat, als zweiter Absteiger der Regionalliga Süd feststehen.
Der Etat für die laufende Saison soll einem Bericht der Mittelbayerischen Zeitung zufolge eine Deckungslücke von 500.000 bis 725.000 Euro aufweisen. Dazu muss der SSV Jahn für die kommende Spielzeit für die Lizenzerteilung durch den Deutschen Fußball-Bund (DFB) als Auflage einen Liquiditätsnachweis in Höhe von 900.000 Euro erbringen.
Bis zum 9. Juni hat der Verein Zeit, diese Rücklagen zu bilden. Vor seinem Rücktritt hatte der Vorstand um Präsident Richard Seidl angekündigt, für rund drei Millionen Euro Verbindlichkeiten des Vereins persönlich gerade stehen zu wollen.
Die laufende Spielzeit könne der Tabellenneunte der Regionalliga nur überstehen, wenn drei Faktoren zusammentreffen würden, so Seidl: "Die Stadt muss die Investitionskosten für das Stadion übernehmen, zugesagte Sponsorengelder müssen fließen und die Mannschaft muss einem 20-prozentigen Gehaltsabschlag zustimmen."