Sport

Drohendes Olympia-Debakel: Ringer entmachten Präsidenten

Das drohende Olympia-Aus der Traditionssportart Ringen zieht erste personelle Konsequenzen nach sich. Raphaël Martinetti ist nicht mehr Präsident des Weltverbandes. Der Druck der nationalen Verbände auf Martinetti ist nach der Empfehlung der IOC-Exekutive zu groß.

Achtung, Wortspiel: Die Ringer ringen um den Verbleib bei Olympia.
Achtung, Wortspiel: Die Ringer ringen um den Verbleib bei Olympia.(Foto: picture alliance / dpa)

Raphaël Martinetti ist nicht mehr Präsident des Ringer-Weltverbandes Fila. Damit zog der Schweizer bei der Fila-Tagung im thailändischen Phuket die Konsequenzen aus der drohenden Streichung der Sportart aus dem olympischen Programm. "Diese Entscheidung gibt dem internationalen Ringen die Gelegenheit, sich zu verändern und zu verbessern", sagte der Chef des amerikanischen Verbandes, Rich Bender. Am vergangenen Dienstag hatte die Exekutive des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) empfohlen, Ringen ab 2020 aus dem olympischen Programm zu streichen.

Ende April, Anfang Mai soll es nach Angaben des russischen Verbandes vom Samstag auf einem Fila-Kongress in Moskau Neuwahlen geben. Zudem wurde eine Krisengruppe gebildet. Diese soll mit Hilfe von Marketingagenturen eine Strategie erarbeiten, wie Ringen als Sportart weiter entwickelt werden kann.

Aus noch nicht endgültig

Die IOC-Vollversammlung muss im September in Buenos Aires endgültig beschließen, welcher der sieben olympischen Ersatzkandidaten (Baseball/Softball, Klettern, Karate, Rollschuhsport, Squash, Wakeboarden, Wushu) nachrückt oder ob Ringen seinen Olympia-Status doch behalten darf. Auf jeden Fall dürfen die Mattenkämpfer der IOC-Exekutive Ende Mai bei deren Sitzung in St. Petersburg demonstrieren, wie die versprochenen Sofortmaßnahmen aussehen.

Schon vor der Tagung in Phuket war der Druck auf Martinetti gewachsen, auch weil viele Präsidiumsmitglieder nichts von den Änderungswünschen des IOC gewusst hatten. Vor allem der Chef der russischen Ringervereinigung, Michail Mamiaschwili, forderte vehement einen Rücktritt des bisherigen Weltverbandspräsidenten.

Nach russischen Angaben sei Martinetti in Phuket gefragt worden, was zu der IOC-Entscheidung geführt habe. Daraufhin sei der Schweizer aufgestanden und gegangen. Ein anschließendes Misstrauensvotum samt Abwahl auf Antrag Mamiaschwilis sei 11:10 ausgegangen. Martinetti war seit 2002 FILA-Chef. "Unser Sport kann jetzt wieder ein unbelastetes Verhältnis zum IOC aufbauen und sich mit einigen dringenden Herausforderungen und Chancen des Ringens befassen", sagte US-Verbandschef Bender.

Quelle: n-tv.de

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