Sport
(Foto: REUTERS)

Droht sogar das Karriere-Ende?: Schlierenzauers Tournee-Qual endet vorzeitig

Gregor Schlierenzauer ist einer der erfolgreichsten Skispringer der Geschichte. Doch die vergangenen Erfolge drohen mehr und mehr zu verblassen. Der 25-Jährige steckt in einer tiefen Krise, gibt bei der Tournee ein Bild des Jammers ab. Sein Trainer zieht die Reißleine.

Für den formschwachen Skisprung-Star Gregor Schlierenzauer ist die 64. Vierschanzentournee vorzeitig beendet. Österreichs Nationaltrainer Heinz Kuttin verzichtet beim Finale am Mittwoch in Bischofshofen (17.15 Uhr, ARD und Eurosport) kurzfristig auf den 25-Jährigen, der sowohl in Oberstdorf als auch Innsbruck den zweiten Durchgang verpasst hatte. "Wir haben uns entschieden, Gregor herauszunehmen, weil es für ihn eine irrsinnige Qual ist, diese Wettkämpfe zu bestreiten", sagte Kuttin: "Er wollte unbedingt in Bischofshofen am Start sein, aber wir glauben, dass diese Entscheidung die richtige ist, und er hat sie akzeptiert."

Tournee-Gesamtwertung
PlatzNamePunkte
1Peter Prevc1139,4
2Severin Freund1112,9
3Michael Hayböck1081,6
4Kenneth Gangnes1073,5
5Stefan Kraft1036,2
6Johann Andre Forfang1035,5
7Noriaki Kasai1013,2
8Anders Fannemel1010,1
9Richard Freitag1001,4
10Andreas Wank974,4

 

Schlierenzauer schrieb auf seiner Homepage: "Ich habe längst akzeptiert, dass ich hinterherspringe. Sie nehmen mir damit eine Last von den Schultern, die zuletzt immer größer geworden ist. Ich wollte die Tournee unbedingt durchspringen, aber es passt so ganz und gar nichts zusammen, und mir fallen auch keine Antworten mehr ein."

Formschwäche ersetzt Formschwäche

Für Schlierenzauer wird der ebenfalls formschwache Thomas Diethart, Tournee-Sieger von 2013/2014, ins ÖSV-Team rücken. Diethart hat in dieser Saison noch kein Weltcup-Springen bestritten. Österreichische Medien spekulieren derweil bereits über ein vorzeitiges Saison-Aus Schlierenzauers, ein Start bei der Skiflug-WM am Kulm vom 14. bis zum 17. Januar ist für den Weltmeister von 2008 kaum denkbar.

Vor der Tournee hatte der Rekord-Weltcupsieger bereits die Wettkämpfe im finnischen Kuusamo und im russischen Nischni Tagil ausgelassen und diese Auszeit mit den Worten erklärt: "Irgendwann mag man die Dinge nicht mehr schönreden, also habe ich am langen Heimweg von Lillehammer und dann zu Hause in aller Ruhe und Ehrlichkeit die Situation analysiert. Zugleich offenbarte der 25-Jährige große Ratlosigkeit. "Ich habe eine beinharte Vorbereitung hinter mir und extrem viel investiert, komme aber einfach nicht auf Meter und Weite."

In den Jahren 2012 und 2013 hatte sich der 25-Jährige noch als Tournee-Triumphator feiern lassen. Von solchen Erfolgen kann er momentan nur träumen. "Es kann nicht immer sensationell laufen. Ich habe gerade einen Hänger", räumte er unlängst ein. Ob Schlierenzauers Karriere sogar vor dem Ende steht, wird sich in den kommenden Wochen zeigen. Der ehemalige Überflieger äußerte sich kryptisch zu seiner Zukunft: "Wie es weitergeht, wird man sehen."

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen