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Hans-Joachim Watzke sieht eine Mitschuld des FC Barcelona am Trainingsstreik von Ousmane Dembélé.
Hans-Joachim Watzke sieht eine Mitschuld des FC Barcelona am Trainingsstreik von Ousmane Dembélé.(Foto: dpa)
Sonntag, 20. August 2017

Dembélé zum Streik angestiftet: BVB-Boss Watzke greift FC Barcelona an

Erst lehnt Dortmund eine Offerte des FC Barcelona für Ousmane Dembélé ab, dann tritt der Spieler in den Streik. Zufall? BVB-Boss Watzke findet, "die zeitliche Abfolge ist schon auffällig", und kritisiert Barça hart. Einen Transfer hält er derzeit für unwahrscheinlich.

BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke hat im Zuge des Transfertheaters um Ousmane Dembélé den FC Barcelona kritisiert. "Ous tanzt uns ja nicht auf der Nase herum, er hat einfach seine Arbeit verweigert. Das ist eine neue Qualität. Da muss man sich auch mal über die Rolle des ruhmreichen FC Barcelona unterhalten", sagte Watzke in der Sky-Sendung "Wontorra".

Der BVB-Boss wies den Spaniern die Verantwortung für Dembélés Trainingsstreik zu, mit dem der französische Jungstar seinen Transfer erzwingen will. Man habe sich erst mit Vertretern des FC Barcelona getroffen, sagte Watzke: "Es gebietet der Respekt, dass man sich mit einem Verein unterhält, von dem ich damals noch glaubte, er sei topseriös." Die Vorstellungen hätten aber weit auseinandergelegen, sagte Watzke.

"Ganz zufällig" sei Dembélé dann aber am folgenden Tag nicht zum Training erschienen, "die zeitliche Abfolge ist schon auffällig." Zufälle schließt der BVB-Boss in der Causa aus: "Das glauben Sie doch selbst nicht, dass ein 20-Jähriger nicht zum Training kommt ohne das Wohlwollen des möglicherweise aufnehmenden Klubs. Das glaube ich nie im Leben." Das Ganze sei der Versuch, den Preis zu drücken.

Watzke betonte aber erneut, dass der BVB nicht mehr verhandeln werde. Barcelona sei die Dortmunder Forderung bekannt, nun müssten die Katalanen eine Entscheidung treffen: "Entweder zahlen sie die Summe, die wir uns vorstellen. Sie wollen diesen Spieler, der noch vier Jahre Vertrag hat, und haben gerade 222 Millionen Euro für Neymar auf den Tisch gelegt bekommen. Wenn wir die Forderung zeitnah erfüllt bekommen, dann wird der Transfer stattfinden. Sonst nicht."

Wahrscheinlichkeit "unter 50 Prozent"

Komme es nicht zum Wechsel, stehe Dembélé beim BVB der Weg zurück offen. "Er muss sich dann vor der Mannschaft entschuldigen, vor dem gesamten Verein. Dann ist das natürlich möglich." Die Wahrscheinlichkeit auf einen Wechsel bezifferte Watzke aktuell auf "unter 50 Prozent". Er sage aber nicht, "wie weit darunter". Sollte Dembélé wechseln, "dann werden wir analysieren, ob wir noch etwas machen müssen oder nicht. Wenn wir uns dann entscheiden, noch etwas zu machen, dann haben wir da sicherlich auch schon Vorstellungen." Als möglicher Nachfolger von Dembélé wird Maxwel Cornet von Olympique Lyon gehandelt.

Am Freitag hatte bereits Bayern-Präsident Uli Hoeneß den FC Barcelona und Dembélé attackiert. "Wenn der FC Barcelona dahinter steckt, dann habe ich keine Achtung mehr vor dem Klub", sagte Hoeneß. Einen Spieler dazu zu veranlassen, einen Vertrag zu brechen, sei "unterste Kreisklasse. Diesen Preis zahle ich als Verein nicht".

Quelle: n-tv.de

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