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Der BVB kurierte sich vom CL-Kater mit einem Torrausch gegen Köln, der allerdings unter Vorbehalt steht.
Der BVB kurierte sich vom CL-Kater mit einem Torrausch gegen Köln, der allerdings unter Vorbehalt steht.(Foto: dpa)
Sonntag, 17. September 2017

Kantersieg mit irregulärem Tor: BVB zeigt Torgala, Köln kündigt Protest an

Mit einem Schützenfest gegen den 1. FC Köln schießt sich Borussia Dortmund den Champions-League-Frust von der Seele. Dabei hilft dem BVB ein Refereefehler, der Folgen haben kann. Köln will den schlechtesten Saisonstart der Geschichte per Protest abwenden.

Sehenswerte Tore, viel Dominanz und doppelte Hilfe durch den Videobeweis - die Dortmunder Borussia hat die Tabellenführung in der Fußball-Bundesliga in beeindruckender Manier gefestigt. Vier Tage nach der Niederlage in der Champions League bei Tottenham Hotspur fand der Revierklub beim 5:0 (2:0) über den Tabellenletzten 1. FC Köln zurück in die Erfolgsspur.

Fünfmal erschien das Dortmunder "Tooooor!" auf der Anzeigetafel, immer war es ein Treffer für den BVB.
Fünfmal erschien das Dortmunder "Tooooor!" auf der Anzeigetafel, immer war es ein Treffer für den BVB.(Foto: REUTERS)

Vor 81.000 Zuschauern im Signal Iduna Park profitierte der BVB an diesem viertem Spieltag bei den Treffern von Sokratis (45.) und Pierre-Emerick Aubameyang (59./Foulelfmeter) gleich zweimal vom Videobeweis. Maximilian Philipp (3./69.) und erneut Aubameyang (60.) rundeten die ansehnliche Leistung der seit nunmehr 40 Heimspielen unbesiegten Borussia ab.

Allerdings profitierte der BVB beim Tor von Sokratis von einem Videobeweis, der in dieser Szene gar nicht hätte zum Einsatz kommen dürfen. Deshalb kündigte Kölns Sportdirektor Jörg Schmadtke nach dem Spiel einen Protest gegen die Spielwertung an und forderte eine Neuansetzung der Partie. BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke wies die Forderung zurück und bewertete die Kölner Protest-Ankündigung angesichts des Endergebnisses von 5:0 als "Attitüde des schlechten Verlierers". Stand jetzt müssen die Kölner durch die Niederlage beim BVB weiter auf ihren ersten Punktgewinn in dieser Saison warten. Die erste Niederlage gegen den BVB unter der Regie von Trainer Peter Stöger fiel unerwartet deutlich aus und verschärfte beim Europa-League-Teilnehmer die Krise.

Dortmunder Start nach Maß

Nach den kurzfristigen Ausfällen von Weltmeister Mario Götze, der am Kiefer verletzt ist, und Neuzugang Jeremy Toljan (muskuläre Probleme) blieb ein Platz auf der Dortmunder Auswechselbank frei. Ungeachtet dieser Personalprobleme erwischte der BVB einen Start nach Maß. Die Kooperation zweier Neuzugänge bescherte gleich im ersten Angriff die Führung. Dem ehemaligen Freiburger Philipp gelang nach Flanke von Andrej Jarmolenko aus kurzer Distanz per Kopf sein erster Treffer für seinen neuen Klub.

Trotz des frühen Rückstandes blieben die Kölner bei ihrer defensiven Ausrichtung. Deshalb entwickelte sich ein lange Zeit einseitiges und wenig ansehnliches Spiel mit viel Ballbesitz für den BVB, aber wenig Chancen. Bis auf einen Schuss von Pierre-Emerick Aubameyang in der 17. Minute, den FC-Keeper Timo Horn parierte, geriet die Gäste-Abwehr lange Zeit nur selten ins Wanken. Allerdings tat die im Vergleich zum Europa-League-Auftritt beim FC Arsenal (1:3) am Donnerstag auf drei Positionen veränderte FC-Elf in der Offensive zu wenig, um für genügend Entlastung zu sorgen.

Köln kündigt Protest an

Nicht zuletzt deshalb wurden die Bemühungen der Dortmunder kurz vor der Pause doch noch belohnt. Ein erst nach Videobeweis gegebener Treffer von Sokratis brachte den BVB mit 2:0 in Führung. Wie die TV-Bilder ergaben, wurde FC-Torhüter Horn beim Dortmunder Eckball nicht von einem Gegner, sondern von Mitspieler Dominique Heintz behindert. Deshalb nahm Schiedsrichter Patrick Ittrich seine Foul-Entscheidung zurück und entschied auf Tor.

Allerdings hatte der Ball zum Zeitpunkt der Spielunterbrechung durch den Schiedsrichterpfiff die Linie noch nicht überschritten. Damit hätte der Treffer nicht zählen dürfen und der Videoschiedsrichter gar nicht eingreifen dürfen.  "Das war eine klare Fehlentscheidung, und durch die ist das Spiel entschieden worden", sagte Kölns Sportdirektor Schmadtke: "Wenn gegen das Regelwerk entschieden wird, dann ist das eine Neuansetzung. Wir werden auf jeden Fall Protest einlegen."

Durch das zweite Tor für den BVB waren die Kölner nach Wiederanpfiff gezwungen, mehr Eigeninitiave zu entwickeln. Das eröffnete den Dortmundern mehr Räume - und Torchancen. So waren Aubameyang (46.) und Mahmoud Dahoud (51.) dem 3:0 nahe. Wenige Minuten später kam dem BVB erneut der Videobeweis zu Hilfe. Nach einem zunächst ungeahndeten Handspiel entschied der Referee nach dem Dialog mit seinem Assistenten im Nachhinein auf Elfmeter, den Aubameyang sicher verwandelte. Damit war die Partie entschieden. Mit den weiteren Treffern von Aubameyang, der erstmals gegen den 1. FC Köln traf, und Philipp war der überforderte Tabellenletzte noch gut bedient.

Quelle: n-tv.de

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