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"Ich bin froh, dass das Thema jetzt vom Tisch ist": Franck Ribéry in Zürich.
"Ich bin froh, dass das Thema jetzt vom Tisch ist": Franck Ribéry in Zürich.(Foto: imago/Ulmer)

Der drittbeste Weltfußballer ist traurig: Experten wählen Ronaldo, der Rest Ribéry

Von Christoph Wolf und Stefan Giannakoulis

Etwas mehr hatte sich Franck Ribéry schon ausgerechnet. Drittbester Fußballer der Welt hinter Cristiano Ronaldo und Lionel Messi - das reicht dem Profi des FC Bayern nicht. Aber vor allem die Kollegen stimmen gegen ihn.

Ein wenig musste er sich fangen, dann aber hatte Franck Ribéry eine Spachregelung gefunden. "Was hätte ich noch mehr machen können, als mit Bayern alles zu gewinnen? Ob Zweiter oder Dritter ist doch total egal. Ich bin kein Egoist, und dieser Titel ist nicht mein Ziel", sagte der Profi des FC Bayern der "Bild"-Zeitung und korrigierte damit frühere Wortmeldungen. Zuvor hatte er noch das Kongresshaus in Zürich wortlos durch die Hintertür verlassen. Während der Sieger Cristiano Ronaldo mit den Tränen des Glücks kämpfte, wollte er nur weg. Platz drei bei der Wahl zum Weltfußballer des Jahres noch hinter Lionel Messi - das war nicht das, worauf der französische Nationalspieler gehofft hatte. Immerhin war er so klug, direkt nach der Vergabe des Ballon d'Or zu schweigen.

Was hätte er auch sagen sollen, sichtlich traurig und enttäuscht wie er war? Die Trainer und Kapitäne aus 184 Mitgliedsländern des Weltverbandes Fifa sowie 173 Journalisten hatten sich knapp aber mehrheitlich für die Tormaschine aus Portugal und gegen den Titelsammler aus München entschieden. Und so versuchte Ribéry, zumindest verbal einen Schlussstrich zu ziehen: "Der Preis wäre toll gewesen - vor allem für die Fans, den Club und meine Frau. Für mich ist er nicht das Wichtigste. Ich bin froh, dass das Thema jetzt vom Tisch ist. Jetzt will ich alle Titel der Saison wieder gewinnen mit Bayern."

Ronaldo stimmt für Radamel Falcao

Allerdings. Wäre es nur nach den Journalisten gegangen, hieße der Weltfußballer 2013 Franck Ribéry. Von den Medienvertretern, die sich an der Wahl beteiligten, erhielt der Franzose 33,7 Prozent der Stimmen. Von 80 Journalisten wurde Ribéry dabei auf Rang eins gesetzt, insgesamt kam er auf 524 Punkte. Damit lag er deutlich vor Ronaldo (25,6 Prozent/399 Punkte) und Lionel Messi (23,4 Prozent/365). Zur Erklärung: Jeder, der votieren durfte, hatte drei Stimmen: fünf Punkte für Platz eins, drei für Platz zwei und einen Punkt für Rang drei.

Weniger erfreulich sah das Ergebnis für Ribéry allerdings aus, wenn es um die Gunst seiner Spielerkollegen geht. Die sahen - ebenso wie die Trainer - ganz klar Ronaldo vorn, der von den 184 wählenden Mannschaftskapitänen mit 510 Zählern (30,8 Prozent) fast doppelt so viele Punkte bekam wie Ribéry (289/17,5 Prozent). Ronaldo und Messi (438/26,4 Prozent), die als Kapitäne selbst an der Wahl teilnahmen, verzichten darauf, ihre direkten Konkurrenten mit Punkten zu beglücken. Ronaldo vergab seine Punkte an Radamel Falcao, Gareth Bale und Mesut Özil. Messi wählte seine Barça-Teamkollegen Andres Iniesta, Xavi und Neymar.

Interessant: Während Argentiniens Nationaltrainer Alejandro Sabella seine Punkte auf die drei Finalisten (Messi 5, Ribery 3, Ronaldo 1) verteilte und Frankreichs Nationaltrainer Didier Deschamps immerhin Ronaldo auf Platz zwei hinter Ribéry platzierte, optimierte Portugals Nationalcoach Paulo Bento seine Stimmen zugunsten seines Superstars Ronaldo. Hinter seinen Kapitän setzte er Falcao und Arjen Robben. Messi und Ribéry gingen leer aus.

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Quelle: n-tv.de

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