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Fällt zwei Monate aus: Mario Gomez.
Fällt zwei Monate aus: Mario Gomez.(Foto: imago sportfotodienst)

Gomez verletzt - was macht Löw?: Kießling hofft wieder, doch Volland glänzt

Von Stefan Giannakoulis

Für die WM-Qualifikation fällt Mario Gomez aus. Da könnte Joachim Löw doch Stefan Kießling fragen. Aber vielleicht ruft der Fußball-Bundestrainer auch Kevin Volland an. Und ignoriert weiter den konstantesten deutschen Torjäger.

Eigentlich bleibt dem Bundestrainer jetzt nichts anderes übrig, als demnächst doch Stefan Kießling anzurufen. Nicht etwa, weil der Leverkusener am Wochenende im Bundesligaspiel gegen den VfL Wolfsburg mal wieder zwei Tore geschossen hat. Das ist fast schon nichts Besonderes mehr. Nein, Joachim Löw gehen die Stürmer aus. Mario Gomez hat sich verletzt. Der Angreifer des AC Florenz verließ nach dem 1:1 in der Serie A gegen Cagliari Calcio das Stadion auf Krücken. Diagnose: Innenbandteilriss und Verstauchung im rechten Knie. Für die beiden Qualifikationsspiele zur Weltmeisterschaft gegen Irland am 11. Oktober in Köln und vier Tage später in Stockholm gegen Schweden fällt der 28-Jährige aus. Die Ärzte gehen davon aus, dass er in frühestens zwei Monaten wieder Fußball spielen kann.

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Da bleibt der Nationalmannschaft, neben der Mönchengladbacher Hoffn ung Max Kruse, nur noch der ewige Miroslav Klose im Angriff. Stefan Kießling zu nominieren, wäre die logische Wahl. Schließlich schießt seit längerer Zeit kein deutscher Stürmer den Ball regelmäßiger ins Tor als er, genau 102 Mal in 225 Spielen für Bayer Leverkusen. Er ist, ohne Übertreibung, mit seinen 29 Jahren in der Form seines Lebens.

Allerdings hatte er sich jüngst vielleicht etwas zu laut darüber mokiert, dass Joachim Löw ihn seit der WM 2010 in Südafrika konsequent ignoriert. Leverkusens Sportchef Rudi Völler hat sich aber zur Sicherheit im Bezahlsender Sky schon einmal für seinen Spieler stark gemacht: "Die Situation zwischen Stefan Kießling und Joachim Löw ist im Moment ein bisschen schwierig. Sollte jedoch Not am Mann sein, wird Stefan immer bereit sein, für Deutschland zu spielen. Stefan hat ja nie gesagt, dass er nicht dabei sein will."

Vielleicht ruft er doch Kevin Volland an

Aber wer weiß schon, was der Bundestrainer denkt? Den Namen Stefan Kießling jedenfalls nimmt er auch jetzt nicht in den Mund. Er spricht nur allgemein davon, "über genügend Alternativen im Sturm" zu verfügen. "Wir haben viele sehr starke offensive Mittelfeldspieler." Bisweilen scheint er sich einen Spaß daraus zu machen, genau das nicht zu tun, was alle von ihm erwarten. Wenn es - wieder einmal - schlecht läuft für Stefan Kießling, ruft Joachim Löw demnächst nicht ihn, sondern den Hoffenheimer Kevin Volland an.

Der Kapitän der deutschen U21 ist seit Wochen in hervorragender Verfassung, ihm gelangen in fünf Bundesligaspielen vier Tore. Beim 2:1-Sieg der TSG am Sonntag in Sinsheim gegen Borussia Mönchengladbach erzielte er den zweiten Treffer und hinterließ als Bester seines Teams auch sonst einen weitaus stärkeren Eindruck als Max Kruse. Lucien Favre, Trainer des Gegners, konstatierte: "Der Volland spielt top." Und Gladbachs Tony Jantschke bilanzierte: "Er ist ein Spieler, der den Unterschied macht." Löws Assistent Hans-Dieter Flick saß im Stadion und wird es sich notiert haben.

Auch, dass Kevin Volland, der erst vor der vergangenen Saison vom Zweitligisten TSV 1860 München in den Kraichgau kam, durchaus leise auf die WM in knapp neun Monaten spekuliert. "Es ist ein Kindheitstraum von mir, dass ich mal bei so einem Turnier dabei bin." Allerdings wolle er sich nicht unter Druck setzen. "Für mich sind die letzten Jahre gut gelaufen, ich will mich einfach weiter entwickeln." Sein Trainer Markus Gisdol sagt: "Der Junge ist in herausragender Form. Wenn er diesen Weg weitergeht, hat er sicher noch viel vor sich."

Und, schon mit dem Bundestrainer gesprochen? Nein, habe er nicht, sagte Hoffenheims Übungsleiter. Er wolle bei dem Thema den Ball lieber flach halten. Auch Kevin Volland gab sich bescheiden und zitierte aus dem Knigge für aufstrebende Jungprofis: "Ich werde nie abheben. Das ist nicht mein Charakter. Ich würde mich als Teamspieler bezeichnen, ich bleibe schön auf dem Boden." Nicht die schlechteste Voraussetzung dafür, dass Joachim Löw irgendwann tatsächlich anruft.

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Quelle: n-tv.de

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