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Rekordtorschütze bleibt Rekordtorschütze: Miroslav Klose.
Rekordtorschütze bleibt Rekordtorschütze: Miroslav Klose.(Foto: imago/Insidefoto)

Deutsche Legionäre im Formcheck: Klose wird wild, Kroos ist unglücklich

Von Stefan Giannakoulis

Miroslav Klose etabliert sich bei Lazio als Teilzeitarbeiter und blüht auf. Lukas Podolski schießt ein Tor, ist aber nur Nebendarsteller beim Rot-Festival. Shkodran Mustafi weckt schlafende Fans, und für Toni Kroos heißt es: "Campeonato adiós".

Gastarbeiter des Wochenendes

Miroslav Klose (Lazio Rom): Der Altmeister bleibt im Winter seiner Karriere bei Lazio der Mann, der von der Bank kommt. Beim trostlosen 0:0 beim Abstiegskandidaten Frosinone Calcio in der italienischen Serie A kam er nach 66 Minuten auf den Rasen des Stadio Comunale Matusa. "Klose wird zu spät eingesetzt", schrieb "Il Messaggero". Die römische Zeitung scheint dem Weltmeister wohlgesonnen. Nach seinem 21-minütigen Auftritt beim 1:1 in Istanbul bei Galatasaray Istanbul am Donnerstag hatte sie geschwärmt: "Die Europa League verjüngt Klose. Er rennt wie ein Wilder und setzt die Türken stark unter Druck." Auch andere Gazetten hatten den WM-Rekordtorschützen gut benotet: "Energischer Miro: Klose führt die letzten Angriffe Lazios gegen Galatasaray mit einem Elan wie zu den schönen alten Zeiten", kommentierte "Corriere dello Sport". Und die "Gazzetta dello Sport" befand: "Trainer Stefano Pioli setzt Klose ein, um der Mannschaft Sauerstoff zu geben, und Miro kommt einem Tor nahe." Das wiederum ist das Traurige an der Geschichte: Ein Tor erzielt hat Klose in dieser Saison noch nicht. Sei's drum. Wir küren den Joker zum Gastarbeiter des Wochenendes.

Gefeiert

Mario Gomez (Besiktas): Läuft. Der Mann, der im Sommer unbedingt mit der deutschen Nationalmannschaft zur Europameisterschaft nach Frankreich fahren will, hat sein 16. Tor in dieser Saison der türkischen Süper Lig geschossen und führt damit weiter die Bestenliste an. Und weil das in der 64. Minute gegen Genclerbirligi vor 14.608 Zuschauern im Istanbuler Fatih-Terim-Stadion der einzige Treffer der Partie war, gewann Besiktas und führt nun - mit einem Spiel weniger - die Tabelle mit einem Punkt vor dem Stadtrivalen an. Am kommenden Montag nun, also am 23. Spieltag, treffen beiden Titelaspiranten aufeinander. Trainer Senol Günes wechselte Gomez eine Viertelstunde vor dem Abpfiff aus - wohl auch, weil der Angreifer bei einer Gelben Karte gegen Fenerbahce gesperrt gewesen wäre.

Gefragt

Fleißig, fleißig: Antonio Rüdiger.
Fleißig, fleißig: Antonio Rüdiger.(Foto: imago/Insidefoto)

Antonio Rüdiger (AS Rom): Apropos gute Noten - die bekam er nach dem 5:0 der Roma gegen US Palermo auch. "Der fleißige Rüdiger koordiniert gut die defensive Linie", lobte die "Gazzetta dello Sport". Und im Gegensatz zu Klose durfte der Innenverteidiger im Stadio Olimpico anderthalb Stunden mitspielen. Klublegende Francesco Totti hingegen, 39 Jahre alt, war aus dem Kader geflogen. Oder besser: Trainer Luciano Spalletti hatte ihn auf die Tribüne versetzt, weil Totti sich darüber beschwert hatte, dass er zu oft auf der Bank sitze. Nach 26 Spielen kommt er bislang nur auf fünf Einsätze in der Liga. "So kann es nicht weitergehen, es tut weh, auf der Bank zu sitzen", sagte er dem Fernsehsender Rai. "Ich verstehe, dass man in meinem Alter weniger spielt, aber die Karriere so zu beenden, ist schlimm." Mit 17 hatte er sein Debüt für die Roma gegeben, 2006 mit Italien die WM gewonnen - und den Klub nie verlassen. Am Montag aber hat er wieder mit der Mannschaft trainiert.

Nebendarsteller

Lukas Podolski (Galatasaray): Da erzielte der Weltmeister am 22. Spieltag der türkischen Süper Lig beim 2:1 gegen Trabzonspor mit einem satten Linksschuss nach 64 Minuten das 1:1 - und stand doch nicht im Mittelpunkt. Warum? Weil in der 86. Minute dann doch noch etwas geschah. Schiedsrichter Deniz Ates Bitnel hatte gerade einen umstrittenen Elfmeter für Galatasaray gepfiffen. Trabzons Verursacher Luis Pedro Cavanda - unzufrieden mit der Entscheidung - rempelte den Schiedsrichter - und sah dafür Rot. Beim Gerangel danach ließ Bitnel die Karte fallen. Trabzons Verteidiger Salih Dursun hob sie auf - und zeigte seinerseits dem Schiedsrichter Rot. Das ließ Bitnel nicht ungeahndet: Rot für Dursun. Es war der vierte Platzverweis für Trabzonspor innerhalb einer Halbzeit. Den Elfmeter verwandelte Selcuk Inan zum 2:1 für Galatasaray. Ach ja: Podolski sah nach 70 Minuten seine vierte Gelbe Karte und ist am nächsten Spieltag gegen Gaziantepspor gesperrt.

Shkodran Mustafi (FC Valencia): Nach dem 6:0 gegen Rapid Wien ohne den gesperrten Mustafi siegte der FC Valencia nun in der spanischen Primera Division auch mit Mustafi. Beim Tabellenletzten in Granada gab's für die Mannschaft des englischen Trainers Garry Neville ein 2:1, Mustafi stand in der Innenverteidigung 90 Minuten auf dem Rasen des Estadio Nuevo Los Cármenes - und lieferte solide Abwehrarbeit. Apropos Kantersieg gegen Wien: Dieses Spektakel sah sich der Nordehesse aus Bebra offenbar mit einem Fan im Fernsehen an. Nur dass der Kollege nach der 5:0-Pausenfürung, der höchsten in der Geschichte der Europaliga, das Ganze wohl nicht mehr so spektakuär fand - und einschlief. Doch zum Glück hat Mustafi ihn geweckt - und das Video von dieser lustigen Begebenheit über Twitter verbreitet.

Unglücklich

Toni Kroos (Real Madrid): Das war's dann wohl für Real mit dem Titel in der spanischen Meisterschaft. Während sich der FC Barcelona beim 2:1 bei UD Las Palmas zwar nicht mit Ruhm bekleckerte, aber immerhin keine Blöße gab, kam Madrid beim Tabellenelften FC Malaga nicht über ein 1:1 hinaus. Dabei hatte ein gewisser Cristiano Ronaldo die Königlichen nach einem Kroos'schen Freistoß per Kopfball aus abseitsverdächtiger Position in Führung gebracht. Zwei Minuten später scheiterte Ronaldo mit einem Elfmeter an Málagas Torwart Carlos Kameini. Raúl Albentosa erzielte nach der Pause den Ausgleich für die Andalusier. Und das Publikum im Stadion "La Rosaleda" sang hämisch: "Campeonato adiós".

Kevin Trapp (Paris St. Germain): Der souveräne Tabellenführer der französischen Ligue 1 bleibt zwar ungeschlagen und hat mit dem 4:1 gegen Stade Reims seinen Ligarekord auf 36 Partien ohne Niederlage ausgebaut. Doch Trapp, in der Champions League beim 2:1 gegen den FC Chelsea noch hymnisch gefeiert, kann nicht behaupten, am Gegentreffer schuldlos gewesen zu sein. Doch diesen Fauxpas werden sie ihm in Paris verzeihen.

Per Mertesacker (FC Arsenal): So war das sicherlich nicht geplant - nach dem 0:0 gegen Hull City im Achtelfinale des FA Cups muss der Titelverteidiger aus London gegen den Zweitligisten ins Wiederholungsspiel. Immerhin kann Abwehrchef Mertesacker behaupten, den Laden hinten dicht gehalten zu haben. Viel wichtiger aber ist: Heute (ab 20.45 Uhr im Liveticker bei n-tv.de) geht es im Achtelfinalhinspiel der Champions League gegen den FC Barcelona. Dann ist auch Mesut Özil wieder dabei, der sich am Wochenende ausruhen durfte.

Pausenraum

Sami Khedira (Juventus Turin): Apropos Königsklasse - der FC Bayern spielt ja heute (ab 20.45 Uhr im Liveticker bei n-tv.de) in Turin. Und da das keine unwichtige Partie ist, hatte Juves Trainer Massimiliano Allegri beschlossen, Khedira zu schonen und seine Mannschaft ohne ihn 0:0 in Bologna spielen zu lassen. Gleiches dachte sich auch der Kollege Arséne Wenger vor besagter Partie seines FC Arsenal gegen Barça - und schonte Mesut Özil. Philipp Wollscheid (Stoke City), Emre Can (FC Liverpool), Robert Huth (Leicester City) und Jan Kirchhoff (AFC Sunderland) hingegen hatten frei, weil ihre Mannschaften längst aus dem FA Cup ausgeschieden sind. Torhüter Marc-André ter Stegen (FC Barcelona) spielte nicht, weil er in Ligaspielen nie spielt. Und Bastian Schweinsteiger (Manchester United) ist immer noch verletzt.

Quelle: n-tv.de

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