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Nach 19 Sekunden sank Timo Werner zu Boden, obwohl ihn Schalke-Keeper Ralf Fährmann gar nicht berührte. Schiedsrichter Dankert belohnte die Schwalbe trotz guter Sicht auf die Szene mit einem Strafstoß, den Werner verwandelte.
Nach 19 Sekunden sank Timo Werner zu Boden, obwohl ihn Schalke-Keeper Ralf Fährmann gar nicht berührte. Schiedsrichter Dankert belohnte die Schwalbe trotz guter Sicht auf die Szene mit einem Strafstoß, den Werner verwandelte.(Foto: imago/Team 2)
Samstag, 03. Dezember 2016

Blitz-Schwalbe, Eigentor, Power: Leipzig schlägt Schalke und bleibt Erster

Rekord-Aufsteiger RB Leipzig bleibt Tabellenführer der Fußball-Bundesliga vor dem FC Bayern. Im Spitzenspiel des 13. Spieltags bezwingen die Leipziger den FC Schalke knapp, aber verdient. Dabei profitieren sie von einer Blitz-Schwalbe nach 19 Sekunden.

RB Leipzig hat den ersten Angriff des FC Bayern auf die Tabellenspitze der Fußball-Bundesliga abgewehrt. Die Sachsen gewannen mit 2:1 (1:1) gegen den FC Schalke 04 und stoppten den Höhenflug des Revierclubs, der nach zwölf Spielen in Serie wieder als Verlierer vom Platz ging. Die Leipziger bauten den Rekord des besten Aufsteigers und Neulings der Liga-Historie aus und sind nach dem achten Sieg in Folge weiter mit drei Zählern vor dem Rekordmeister Spitzenreiter. Beide Teams treffen am 21. Dezember zum Gipfeltreffen aufeinander. Schalke kassierte die erste Niederlage seit dem fünften Spieltag und hat bereits 16 Punkte Rückstand auf die "Roten Bullen".

Schalkes Ralf Fährmann konnte es nicht fassen, dass es für Werners Aktion einen Elfmeter gab.
Schalkes Ralf Fährmann konnte es nicht fassen, dass es für Werners Aktion einen Elfmeter gab.(Foto: dpa)

Stürmer Timo Werner hatte die weiter ungeschlagenen Leipziger vor 42.558 Zuschauern in der 2. Minute mit einem verwandelten Elfmeter in Führung gebracht. Der Strafstoß war allerdings eine Fehlentscheidung von Schiedsrichter Bastian Dankert (Rostock) nach einer Schwalbe von Werner vorausgegangen. Schalke-Torhüter Ralf Fährmann hatte den Leipziger beim vermeintlichen Foul nicht berührt. Werner räumte das nach dem Spiel auch ein und erklärte, dies schon im Spiel getan zu haben: "Ich habe dem Schiedsrichter gesagt, dass es keinen Kontakt von Fährmann gegeben hat. Er hat das aber in der Hektik wohl überhört." Dankert erklärte hingegen, eine solche Aussage nicht wahrgenommen zu haben.

Die früh geschockten und mit Leipzigs Powerfußball phasenweise überforderten Schalker kamen eine halbe Stunde später zwar zum 1:1 durch Sead Kolasinac (31.). Doch der Bosnier brachte sein Team mit einem Eigentor kurz nach dem Seitenwechsel (47.) zurück auf die Verliererstraße.

Überfall-Taktik überfordert Schalke

Beide Trainer verzichteten im ersten Aufeinandertreffen überhaupt, das auch unter dem Motto "Projekt gegen Tradition" stand, auf personelle Veränderungen in der Startelf. RB-Trainer Ralph Hasenhüttl hatte vor dem Anpfiff von der "kompletteste Aufgabe in der bisherigen Saison" gesprochen, doch von Zurückhaltung war nichts zu sehen. RB legte wie gewohnt zu Beginn an ein Höllentempo vor.

Nur 19 Sekunden nach dem Anpfiff wurde den Leipzigern der zwar unberechtigte, aber mit einem Klassekonter erzwungene Strafstoß zugesprochen. In der 4. Minute hatte Yussuf Poulsen eine Doppel-Chance zur 2:0-Führung, doch zuerst parierte S04-Torhüter Fährmann glänzend, dann stand der Pfosten im Weg. Schalke brauchte lange, um sich an den Überfall-Fußball des Gastgebers zu gewöhnen und etwas Ruhe ins Spiel zu bringen. Nach vorne fiel den Gästen kaum etwas ein. Der Spielaufbau lief meistens über die drei Innenverteidiger, die vorne jedoch kaum Anspielstationen fanden.

Schalkes Kolasinac trifft zweimal

Erst als RB in der 23. Minute den verletzten Benno Schmitz gegen den ungelernten Rechtsverteidiger Dominik Kaiser auswechseln musste, geriet das Hasenhüttl-Team etwas mehr in Bedrängnis. Der Ausgleich durch Kolasinac aus spitzem Winkel war zwar überraschend, doch er gab den Schalkern kurzzeitig Rückenwind. Kurz vor der Halbzeit vergab Alessandro Schöpf nach einem langen Sprint das mögliche 2:1.

Die zweite Halbzeit begann jedoch wie die erste: mit einem Blitztor für RB. Nach einem Freistoß des erneut sehr agilen Emil Forsberg köpfte Kolasinac den Ball ins eigene Tor. Danach hielt der Bundesliga-Neuling den Druck weiter hoch, die Schalker kamen oft einen Schritt zu spät. In der 88. Minute musste Schalkes Naldo auf der Linie klären.

Quelle: n-tv.de

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