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Zu heißblütig? David Moyes, rechts, übernimmt bei Manchester United das Zepter von Alex Ferguson.
Zu heißblütig? David Moyes, rechts, übernimmt bei Manchester United das Zepter von Alex Ferguson.(Foto: AP)

ManUniteds Neuer: Keine Titel, aber verlässlich : Moyes beerbt die Legende Ferguson

David Moyes wird Nachfolger von Alex Ferguson Trainer bei Manchester United. Der 20-malige englische Fußballmeister bestätigte die Verpflichtung des 50-Jährigen, der einen Sechsjahresvertrag erhält. Dabei ist er einer, der noch nie einen Titel gewonnen hat.

Es ist keine zwei Monate her, da soll einer der Klub-Direktoren von Manchester United bei der Vorstellung, dass David Moyes den großen Teammanager Alex Ferguson beerben würde, in schallendes Gelächter ausgebrochen sein. Nie im Leben, soll der Mann geantwortet haben, berichtete die Zeitung "Guardian". Moyes ist wie Ferguson Schotte, ja er stammt sogar wie der Sir aus Glasgow. Doch hier enden auf den ersten Blick die Gemeinsamkeiten.

Ferguson hat als Teammanager allein von ManUnited 38 Titel geholt. Und Moyes gewann in über elf Jahren beim FC Everton: nichts! Dennoch ist Moyes eine naheliegende Wahl. Ferguson hat ihn als seinen Erben empfohlen - und er weiß, warum: Bereits vor 15 Jahren, Moyes war damals ein 35-jähriger Trainer-Neuling bei seinem letzten Klub als Spieler, Preston North End, wollte er ihn als Assistent zu sich holen. Die beiden trafen sich, doch Ferguson empfand den jungen Coach als "too intense", wie Moyes später mal erzählte, also als zu angestrengt, zu heißblütig - und entschied sich für Steve McClaren. Zu heiß? Darin ist Moyes seinem Landsmann Ferguson durchaus ähnlich - und das ist nicht die einzige Parallele.

Mut und ein Blick für Talente

Wie Ferguson gilt auch Moyes als ein Mann der Prinzipien. Seinen Vertrag bei den Toffees nach über elf Jahren dort zu brechen, wäre für ihn nicht in Frage gekommen. Der Kontrakt läuft im Sommer aus - nun ist Moyes frei für United. Auf der Insel verbindet man Moyes mit Eigenschaften wie Ehrlichkeit und Verlässlichkeit; Attribute, wie sie im Zusammenhang mit dem Namen José Mourinho nicht allzu häufig fallen. Auch deshalb wird Moyes dem extravaganten Portugiesen, der selbst auf das Ferguson-Erbe geschielt hatte, vorgezogen.

Der dreimalige englische Trainer des Jahres Moyes mag mit Everton außer einem vierten Platz 2005 und dem Einzug ins FA-Cup-Finale 2009 nichts Zählbares erreicht haben. Doch in England wird er auch dafür geachtet, mit geringen finanziellen Mitteln recht viel herausgeholt zu haben. Zudem wird ihm ein gewisser Mut und ein Blick für Talente zugeschrieben. Er war es, der einst einem 16-jährigen Flegel namens Wayne Rooney zum Profidebüt verhalf. Moyes selbst blickt auf eine recht bescheidene Spieler-Karriere zurück.

Der frühere Verteidiger gewann 1982 mit Celtic Glasgow die schottische Meisterschaft, bereitete sich jedoch schon im Alter von 22 Jahren auf seine Trainer-Laufbahn vor. Die führt ihn jetzt mit 50 auf den Gipfel. Als siebter Schotte wird er Manchester United übernehmen. Fergusons Fußstapfen sind riesig, größer noch als die des legendären Matt Busby. Auf den folgte Wilf McGuinness, später Frank O'Farrell.

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Quelle: n-tv.de

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