Sport

Deutschlands fiesester Fußballtreter: Schalkes Jones im Abseits

von Stefan Giannakoulis

Jermaine Jones ist von Beruf Fußballspieler, aber irgendetwas muss er da falsch verstanden haben. Im Achtelfinale des Vereinspokals tritt der Schalker, ohne dass der Schiedsrichter es sieht, Gladbachs Nationalspieler Marco Reus mit Absicht auf den verletzten Fuß. Jetzt ermittelt der DFB.

Krass: Jermaine Jones.
Krass: Jermaine Jones.(Foto: AP)

Man kann über Felix Magath sagen, was man will. Aber als er als Trainer des Bundesligisten FC Schalke 04 den, nun ja, Fußballspieler Jermaine Jones Ende vergangenen Jahres aus dem Kader warf, tat er ein gutes Werk. Es sei nicht so, "dass Herr Jones sich besonders hervorhebt oder durch Leistung besticht", sagte Magath damals. "Er redet mehr, als dass er Leistung bringt." Wenn es nur dabei geblieben wäre.

Jones darf inzwischen nämlich wieder mitmachen, weil Magath nun in Wolfsburg arbeitet und sein Nachfolger Ralf Rangnick einen aggressiven Abräumer im defensiven Mittelfeld brauchte. Huub Stevens, der nun die Schalker anleitet, wohl auch. So stand Jones auf dem Platz, als die Schalker am Mittwochabend ihr Achtelfinale im DFB-Pokal bei Borussia Mönchengladbach mit 1:3 verloren. Und brauchte sechs Minuten, um sich den inoffiziellen Titel als fiesester Profi Deutschlands zu sichern. Mit einem Tritt auf den linken Fuß des Gladbacher Nationalspielers Marco Reus.

Krass? Ja, das war krass!

Das ist auch dem Deutschen Fußball-Bund aufgefallen, der Kontrollausschuss ermittelt nun, weil der Spieler, wie es auf sportjuristisch heißt, unter Verdacht stehe, sich einer Tätlichkeit gegen den Gegner in der Form des krass sportwidrigen Verhaltens schuldig gemacht zu haben". Krass passt ganz gut. Sportwidrig auch. Weitere Vorschläge wären fies, hinterlistig und charakterlos. Jermaine Jones, 30 Jahre alt, Nationalspieler der USA, weil ihn Joachim Löw für die DFB-Elf nicht haben wollte, hat sich endgültig ins Abseits gestellt.

Und zum Glück gibt es das Fernsehen. Denn Schiedsrichter Wolfgang Stark hatte gar nicht mitbekommen, was in jener sechsten Spielminute geschah. Konnte er auch nicht. Die Bilder zeigen, wie Stark, Reus und weitere Spieler beider Mannschaften nach einer strittigen Situation miteinander diskutieren. Da schleicht sich Jones von hinten rechts an Reus heran. Aber halt, falsche Seite! Das ist ja gar nicht der verletzte Fuß. Also läuft Jones extra um den Gladbacher herum und tritt dann mit Unschuldsmiene und voller Absicht auf dessen linken Fuß, jener, der in einem Spezialschuh steckte, um den gebrochenen kleinen Zeh zu schützen.

Reus zeigte hinterher, dass er nicht nur auf dem Rasen ein Großer ist. Und sagte dem Fernsehbezahlsender Sky: "Wenn er das nötig hat, soll er das machen. Ich denke die Bilder sprechen für sich. Mehr möchte ich dazu gar nicht sagen." Das möchten wir auch nicht. Es ist nämlich nicht so, dass Herr Jones sich als Sportler irgendwie positiv hervorhebt.

Quelle: n-tv.de

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