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Was ist das? Louis van Gaal in Milton Keynes.
Was ist das? Louis van Gaal in Milton Keynes.(Foto: imago/BPI)

Manchester United einfach "peinlich": Van Gaal steht vor einem Scherbenhaufen

Nach der desaströsen Pleite bei einem Drittligisten namens Milton Keynes Dons hat Louis van Gaal bei ManUnited ein etwas größeres Problem. Die Hoffnungen ruhen auf Angel Di María. Doch der Rekord-Transfer allein wird diesem Klub nicht helfen können.

Nach dem "Spiel der Schande" gab es erste Kritik am neuen United-Trainer Louis van Gaal. Trotz neun verletzter Spieler hatte der ehemalige Bayern-Coach die meisten seiner einsatzbereiten Stammspieler zu Hause gelassen - prompt verlor der englische Fußball-Rekordmeister Manchester United mit 0:4 im Liga-Pokal bei den Milton Keynes Dons - einem Drittligisten. "Es ist ein neuer Tiefpunkt erreicht", stellte der "Independent" fest.

Der "Telegraph" nannte van Gaals Entscheidung, Leistungsträger wie Wayne Rooney und Robin van Persie zu schonen, obwohl der Klub nicht im internationalen Wettbewerb vertreten ist, "einen Fehler". Der als Heilsbringer geholte Niederländer verteidigte sich: "Wir bauen ein Team auf. Das können wir nicht in einem Monat oder sogar in einem Jahr. Es ist sehr enttäuschend, aber ich hoffe, die Fans behalten ihr Zutrauen in unseren Klub." Diese Sätze haben die United-Fans oft gehört - von van Gaals Vorgänger David Moyes. Nach der Heimpleite gegen Swansea und dem Remis beim AFC Sunderland enttäuschte der einstige Abo-Meister nach der verkorksten vergangenen Saison auch im dritten Duell der neuen Spielzeit.

Hoffnungen ruhen auf Angel Di María

Die Hoffnungen der Anhänger ruhen seit Dienstag mehr als je zuvor auf Neuzugang Angel Di María. Der argentinische Nationalspieler machte seinen Wechsel für die britische Rekordsumme von 75 Millionen Euro von Real Madrid nach Manchester unmittelbar vor dem Anpfiff der Pokal-Partie perfekt. "Am Tag, an dem van Gaal einen Engel verpflichtete, wurden United nicht nur bloß die Flügel gestutzt, sie wurden abgetrennt mit einer Kettensäge", urteilte die "Sun".

Laut der Boulevardzeitung wird Di María pro Woche 200.000 Pfund verdienen. Das ist beinahe viermal so viel wie alle Kicker der MK Dons zusammen. Dennoch wird der Dribbelkünstler nicht alle Probleme bei ManUnited lösen können. In Milton Keynes gab sein Team zwar auch den ersten Schuss auf das Tor der Dons erst in der 72. Minute ab, es haperte aber erneut vor allem in der Abwehr. Die Gegentore fielen zum Teil nach haarsträubenden Fehlern, so dass die Medien van Gaals Formation mit Dreierkette als Desaster bezeichneten. Eins ist klar: Bis zum Ende der Wechselfrist muss der Niederländer einkaufen. Höchste Priorität: Einen weiteren Abwehrspieler und einen Akteur für das defensive Mittelfeld.

Dass United zum ersten Mal seit 1995 wegen der schwachen Vor-Saison überhaupt in der zweiten Runde des Liga-Pokals antreten musste, wäre schon entwürdigend genug gewesen. Doch es kam noch schlimmer. In den Zeitungen auf der Insel gab es für die Spieler am nächsten Morgen die Quittung für die miese Leistung: "Das war eine der größten Demütigungen von United - Peinlich für alle großartigen Spieler, die jemals dieses Trikot getragen haben", hieß es in der "Sun". Der "Telegraph" nannte das Duell das "Spiel der Schande". Nachdem die Dons-Anhänger den Gegner schon währenddessen mit dem Chorus "Ihr seid nicht mehr länger berühmt" verhöhnt hatten, griff die Zeitung dies auf: "United ist auch nicht mehr beängstigend, nicht mehr organisiert, nicht mehr selbstbewusst. United ist nicht mehr im Cup. Sie sind raus, noch bevor Manchester City mitspielen musste".

Quelle: n-tv.de

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