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Belgien erwischt Hammergruppe: Weltmeister Deutschland hat EM-Losglück

Ein Vorrunden-Rendezvous mit Italien droht den deutschen Fußball-Weltmeistern bei der EM 2016. Doch der absolute DFB-Angstgegner bleibt Joachim Löw und seinem Team erspart. Stattdessen kommt es zum Wiedersehen mit Polen und Bayern-Star Robert Lewandowski.

Weltmeister Deutschland hat ein halbes Jahr vor Beginn der Operation EM-Titel 2016 mal wieder das Losglück auf seiner Seite gehabt. Auf dem Weg zum vierten Triumph muss sich die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw im kommenden Sommer in Frankreich (10. Juni - 10. Juli) in der relativ einfachen Gruppe C gegen die Ukraine, Nordirland und Polen mit Bayern-Torjäger Robert Lewandowski durchsetzen. Eröffnet wird das Turnier am 10. Juni von Gastgeber Frankreich und Rumänien.

In Gruppe C mit der Ukraine, Nordirland und Polen ist die DFB-Elf von Joachim Löw klarer Favorit.
In Gruppe C mit der Ukraine, Nordirland und Polen ist die DFB-Elf von Joachim Löw klarer Favorit.(Foto: dpa)

"Nordirland ist mein persönlicher Favorit. Da habe ich mal den schnellsten Hattrick geschossen", hatte der deutsche Teammanager Oliver Bierhoff im Vorfeld gesagt. Ihm wurde dieser Wunsch erfüllt und auch sonst konnten sich Bierhoff und das DFB-Team nicht beklagen. Die Ukraine fällt wie Nordirland in die Kategorie Pflichtaufgabe. Die Polen sind dagegen ein harter Brocken. In der EM-Qualifikation hatten Lewandowski und Co. den Weltmeister bereits geärgert und zu Hause 2:0 gewonnen. Das Rückspiel entschied das DFB-Team 3:1 für sich.

Nach der Auslosung sagte Bierhoff: "Wir haben sicher Glück gehabt.  Wir wollten Italien unbedingt vermeiden. Aber natürlich müssen wir  unsere Gruppengegner ernst nehmen." Nationalspieler Thomas Müller, beim FC Bayern Teamkollege von Lewandowski, twitterte nach der Auslosung: "Ukraine, Polen und Nordirland. Ich bin zufrieden mit unserer EM-Gruppe. @lewy_official, halt dich zurück gegen uns :-) #esmuellert #EURO2016."

Deutscher Auftakt am 12. Juni

Die DFB-Auswahl steigt am 12. Juni in Lille (21.00 Uhr) gegen die Ukraine in das Turnier ein, ehe am 16. Juni im Pariser Vorort St. Denis (21 Uhr) das zweite Gruppenspiel gegen Polen auf dem Programm steht. Zum Gruppenabschluss treffen Kapitän Bastian Schweinsteiger und Co. am 21. Juni (18 Uhr) in der französischen Hauptstadt im Prinzenpark auf die Nordiren.

Im nach den Terroranschlägen vom 13. November schwer bewachten Palais des Congrès in Paris fehlten Uefa-Präsident Michel Platini und Fifa-Boss Joseph Blatter aufgrund ihrer 90-tägigen Suspendierung. "Man hat die ganzen Sicherheitsvorkehrungen mitbekommen, aber das hat mich auf der anderen Seite wieder beruhigt", sagte Bierhoff kurz vor der feierlichen Zeremonie. Die DFB-Elf hatte nach den Terroranschlägen von Paris die Nacht auf den 14. November im Stade de France verbracht.

Anstelle von Platini leiteten Uefa-Generalsekretär Gianni Infantino und dessen Assistenten Ruud Gullit und Bixente Lizarazu die Show mit viel französischer Folklore und dem Pariser Star-DJ David Guetta im Vorprogramm. Die "EM-Legenden" Bierhoff, Angelos Charisteas, Vicente Del Bosque, Antonin Panenka und David Trezeguet, der Deutschland an die Spitze der Gruppe C loste, waren zudem in die Auslosung involviert.

Belgien erwischt die Italiener

Nach 51 Spielen wird bei der EM 2016 feststehen, wer den EM-Pokal mit nach Hause nehmen darf.
Nach 51 Spielen wird bei der EM 2016 feststehen, wer den EM-Pokal mit nach Hause nehmen darf.(Foto: dpa)

Insgesamt stehen vom 10. Juni bis 10. Juli 51 Partien in zehn Stadien auf dem Spielplan. Albanien und die Schweiz komplettieren neben Frankreich und Rumänien die Gruppe A. In Staffel B treffen England, Russland, Wales und die Slowakei aufeinander. Titelverteidiger Spanien bekommt es in Gruppe D mit Tschechien, der Türkei und Kroatien zu tun. In Gruppe E spielt der aktuelle Weltranglisten-Erste Belgien gegen Irland, Schweden - und Italien. Von den sechs Vorrundengruppen ist es zweifellos die reizvollste. Gruppe G bilden Portugal, Island, Österreich und Ungarn.

Allzusehr zittern vor einem Vorrunden-K.o. müssen aber auch Belgier und Italiener nicht: Nach der umstrittenen Aufstockung des Turniers auf 24 Teams erreichen nicht nur die Ersten und Zweiten jeder Gruppe das Achtelfinale, sondern auch die vier besten Dritten. Bundestrainer Joachim Löw warnte vor den deutschen Gegnern in Gruppe C: "Es heißt vom ersten Spiel weg konzentriert zu sein. Polen hat eine große Qualität, aber auch die Nordiren und die Ukraine können mit ihrer Verteidigung und Konter-Spiel unangenehm werden." Trotzdem betonte er: "Wir sind Favorit und wollen die Gruppe gewinnen."

"Jetzt geht es in die Detailarbeit"

Die gesamte sportliche Leitung der deutschen Nationalmannschaft mit Bundestrainer Joachim Löw, Assistenztrainer Thomas Schneider, Torwarttrainer Andreas Köpke sowie Manager Bierhoff war in Paris vor Ort. Als Delegationsleiter war zudem der kommissarische DFB-Präsident Reinhard Rauball dabei, dazu noch DFB-Generalsekretär Helmut Sandrock und Sicherheitschef Henrik Große Lefert. Die beiden Gruppenersten der sechs Vierergruppen sind sicher für das Achtelfinale qualifiziert. Ergänzt wird das Feld durch die vier besten Gruppendritten.

Für den DFB beginnt am Montag die konkrete Planung für das Turnier im Sommer. "Wir haben vieles vorgeplant, jetzt geht es in die Detailarbeit. Es wird jetzt einen Run geben, mit wem man spielen kann. Es geht um einen Zeitplan und wir werden konkret über gewisse Maßnahmen reden", sagte Bierhoff.

Fest geplant sind die Härtetests am 26. März in Berlin gegen England und drei Tage später in München gegen Italien. Gesucht werden noch Gegner für zwei Länderspiele in der direkten Turniervorbereitung, die wohl in Deutschland stattfinden werden. Möglicherweise wird das am 17. November in Hannover wegen einer Terrorwarnung abgesagte Spiel gegen die nicht für die EM qualifizierte Niederlande nachgeholt. Festgelegt wird in Kürze auch, wann die DFB-Auswahl ihr EM-Quartier in Evian-les-Bains am französischen Ufer des Genfer Sees bezieht. Zudem wird auch das Trainingslager im schweizerischen Ascona terminiert.

Die EM-Vorrundengruppen im Überblick

Gr. AGr. BGr. CGr. DGr. EGr. F
FrankreichEnglandDeutschlandSpanienBelgienPortugal
RumänienRusslandUkraineTschechienItalienIsland
AlbanienWalesPolenTürkeiIrlandÖsterreich
SchweizSlowakeiNordirlandKroatienSchwedenUngarn

Quelle: n-tv.de

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