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(Foto: imago/AFLOSPORT)

Löws Heimatgefühle, Italiens Boykott: Weltmeister als Weltfußballer? Null Chance

Obwohl Joachim Löw und Bastian Schweinsteiger ihre Stimmen brav in die Heimat vergeben, gibt es für die deutschen Weltmeister bei der Weltfußballer-Wahl nichts zu holen. Bester Bundesligaprofi ist ein Pole. Arjen Robben wird von den Medien geschmäht.

Bastian Schweinsteiger hatte es gut gemeint, Joachim Löw sogar alles versucht: Doch trotz der Stimmen aus der Heimat gab es für die deutschen Weltmeister bei der Weltfußballer-Gala in Zürich nichts zu holen - gegen die Superstars Lionel Messi und Cristiano Ronaldo wird auch 2016 wenn überhaupt nur die Mischung aus EM-Titel für die deutsche Nationalmannschaft und Triple für den FC Bayern helfen - wenn überhaupt.

Dabei hatte Bundestrainer Löw pflichtbewusst seine drei Stimmen für die Münchner Manuel Neuer und Thomas Müller sowie für Toni Kroos von Real Madrid abgegeben. Auch DFB-Kapitän Schweinsteiger von Manchester United stimmte für Neuer und Müller, seine dritte Wahl war aber der Brasilianer Neymar. Karlheinz Wild vom "Kicker", der abstimmungsberechtigte deutsche Medienvertreter, gab seine Stimmen Messi, Müller und Ronaldo. Der "Lohn": Müller wurde mit 2,21 Prozent Sechster vor Neuer (1,97). Kroos bekam als 21. knapp ein Drittel eines Prozentpunktes (0,2931). Und das als Weltmeister. Der überragende Messi, der seinen fünften (!) Goldene Ball abholte, kam auf 41,33 Prozent.

"Messi spielt jedes Jahr auf einem unvorstellbaren Niveau", sagte Bayerns Trainer Josep Guardiola, der Barças Coach Luis Enrique den Vortritt bei der Wahl zum Welttrainer lassen musste (und beiden schon vor Bekanntgabe der Ergebnisse gratulierte), aus der Ferne: "Er schießt jedes Jahr 40, 50 Tore." Das gelingt den Bayern-Stars bislang eben (noch) nicht. Dass dazu nicht viel gesagt wurde, lag schlichtweg daran, dass keiner da war. Der Vorjahresdritte Neuer, der immerhin als bester Torwart und einziger Nationalspieler in der Weltauswahl steht, blieb wie Guardiola lieber im Trainingslager in Katar und ließ sich durch Bayern-Ikone Paul Breitner vertreten.

Lewandowski stark, Italien schmollt

In der Endabrechnung belegte der Münchner Sturmstar Robert Lewandowski als bester Bundesliga-Profi einen sehr respektablen vierten Platz bei der Wahl und lag damit immerhin vor Luis Suárez vom FC Barcelona. Der Niederländer Arjen Robben kam in der Endabrechnung punktgleich mit Kroos auf Platz 20. Neben Kevin De Bruyne, Karim Benzema und Ivan Rakitic war er allerdings einer von nur vier Spielern, die null Punkte von den Medienvertretern erhielten.

Einfach nicht mit bei der Weltfußballer-Wahl 2015 machte Italien, dass die Abstimmung der Fifa boykottierte. Aus Protest gegen die  Nichtberücksichtigung von Torwart-Ikone Gianluigi Buffon in der 23 Spieler umfassenden Shortlist nahmen weder Trainer Antonio Conte noch Buffon selbst als Italiens Nationalmannschaftskapitän am Votum teil. Dies sei laut "Gazzetta dello Sport" aber keine Entscheidung der beiden, sondern des Fußballverbandes FIGC gewesen. Der einzige Italiener, der sich an dem Votum beteiligte, war der Journalist von Sky Sport, Paolo Condó. Er stimmte für Messi, Lewandowski und Neymar. Wer im Detail wie abgestimmt hat, lässt sich in der untenstehenden Tabelle nachvollziehen (Mobiluser klicken bitte hier).

Die Show gehörte aber ohnehin allein den Megastars. "Es ist sehr schwer, das in Worte zu fassen", sagte Messi im schwarzen Smoking und dankte ausdrücklich dem Fußball an sich. "Dem Sport, den ich seit meiner Kindheit liebe." Den fünften Ballon d'Or, der den 28-Jährigen wahrscheinlich endgültig unsterblich macht (der 30-jährige Ronaldo hat "nur" drei), widmete Messi vor allem seinen Teamkollegen.

"Leo V" - Leo, der fünfte, titelte die Sporttageszeitung "Marca". Und bald der sechste? Ein Ende des Messi-Triumphzuges ist noch nicht abzusehen. "Ich weiß es nicht", sagte der Weltfußballer auf die Frage, wie lange er den Goldenen Ball denn noch gewinnen wolle: "Jetzt genieße ich erst einmal diesen hier mit meiner Familie. Am Ende ist alles, was ich will, mehr Titel mit Barcelona zu gewinnen. Es gibt viele Spieler, die den Ballon d'Or gewinnen können. Von meiner Seite aus, mache ich einfach weiter wie bisher."

 

Quelle: n-tv.de

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