Montag, 15. Februar 2010
Mobiler Geschwindigkeitsrausch: 1 GB/Sek mit dem Handy
Netzwerk-Ausrüster Ericsson will in mobile Geschwindigkeitsregionen vordringen, die noch nie ein Mensch zuvor gesehen hat. Im Vergleich zur neuen Daten-Autobahn LTE ist UMTS ein holpriger Feldweg.
Mit superschnellen Datenverbindungen sind HD-Übertragungen aufs mobile Gerät kein Problem mehr.
(Foto: Ericsson)
Der weltgrößte Netzwerkausrüster zeigt auf der Mobilfunkmesse in Barcelona eine Testversion des UMTS-Nachfolgers Long Term Evolution (LTE) mit einer Übertragungsrate von einem Gigabit pro Sekunde. Das übersteigt bei weitem, was herkömmliche Festnetzanschlüsse, der heutige UMTS-Datenfunk und auch die ersten LTE-Verbindungen heutzutage leisten. Das System könne von 2014 an vermarktet werden. Ericsson ist in diesem Jahr wie andere Netzwerkausrüster beim Start der ersten LTE-Netzwerke in Skandinavien, den USA und Japan dabei.
LTE ist der große Hoffnungsträger der Mobilfunk-Ausrüster. Derzeit machen ihnen noch eine relativ schwache Nachfrage der Netzbetreiber und ein harter Preiskampf durch aufstrebende chinesische Konkurrenten zu schaffen. Geld verdiente Ericsson zuletzt vor allem mit Dienstleistungen für Mobilfunk-Anbieter, die den Betrieb ihrer Netze auslagern.
Drei Milliarden neue Nutzer
Ericsson rechnet mit einer Explosion des mobilen Datenverkehrs. Die Branche unterschätze noch, was in den kommenden zehn Jahren passieren werde, sagte Ericsson-Chef Hans Vestberg auf dem Mobile World Congress in Barcelona. "Wir glauben, dass wir in den nächsten fünf Jahren drei Milliarden neue mobile Breitbandnutzer sehen werden."
Ericsson-Chef Hans Vestberg glaubt, dass die Mobilfunk-Branche die Entwicklung unterschätzt.
(Foto: REUTERS)
"Wir rechnen im Jahr 2020 mit 50 Milliarden verbundenen Geräten", sagte Vestberg. Neben mobilen Breitbandverbindungen werde auch die Kommunikation zwischen verschiedenen Geräten zunehmen, zum Beispiel wenn Patientendaten oder der Stand des Stromzählers automatisch übermittelt werden.
Bis 2015 werde sich die Zahl der Nutzer von mobilen PCs versechsfachen und von ihnen produzierte Datenverkehr werde im Vergleich zu 2009 um das 50fache anwachsen. Gleichzeitig dürften in fünf Jahren vier Mal so viele Smartphones wie jetzt im Einsatz sein, die 25 Mal mehr Daten verschicken.
dpa
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